Finanzmarkt, Regeln

Finanzmarkt bekommt schärfere Regeln gegen Greenwashing

20.01.2026 - 23:51:12

Der Nationalrat beschließt heute strengere Vorschriften für nachhaltige Finanzprodukte. Das sogenannte Finanzmarktsammelgesetz soll Anleger besser vor irreführender Werbung schützen und klare Spielregeln für den wachsenden Markt grüner Investments schaffen. Ein zentrales Ziel: Der Praxis des Greenwashing einen Riegel vorschieben.

Künftig müssen Finanzprodukte, die als „grün“ oder „nachhaltig“ beworben werden, detaillierte und standardisierte Informationen offenlegen. Bisher reichten oft vage Begriffe wie „klimafreundlich“ ohne nachprüfbare Grundlage. Die neuen Regeln gelten unter anderem für:
* Green Bonds (grüne Anleihen)
* Nachhaltige Investmentfonds
* Andere als ökologisch beworbene Finanzinstrumente

Emittenten müssen die konkrete ökologische Wirkung ihrer Investitionen transparent machen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) erhält erweiterte Befugnisse, um die Einhaltung durchzusetzen und bei Verstößen Sanktionen zu verhängen.

Anzeige

Unternehmen, die Waren in die EU importieren, stehen durch neue Klimaregeln vor umfangreichen Meldepflichten – und riskieren empfindliche Strafen, wenn sie die CO2-Emissionen ihrer Lieferketten nicht korrekt erfassen. Der kostenlose CBAM-Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wer betroffen ist, welche Dokumente nötig sind und wie Sie Reportings rechtssicher aufbauen. Praxisbeispiele und Vorlagen helfen bei der schnellen Umsetzung. Kostenlosen CBAM-Leitfaden herunterladen

Modernisierung des gesamten Kapitalmarktrechts

Das Gesetzespaket geht über reine Umweltregeln hinaus. Es modernisiert österreichisches Kapitalmarktrecht und passt es an europäische Standards an. Weitere geplante Änderungen umfassen:
* Eine Überarbeitung der Prospektpflichten für Wertpapieremissionen
* Maßnahmen zur Erleichterung des Kapitalzugangs für Unternehmen
* Eine generelle Stärkung des Anlegerschutzes

Analysten sehen darin einen wichtigen Schritt, um den Finanzstandort Österreich attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Mehr Rechtssicherheit soll das Vertrauen der Anleger stärken.

Teil eines großen europäischen Trends

Die österreichische Initiative ist keine Insellösung. Sie setzt EU-Vorgaben wie die EU-Taxonomie und die „Green Claims Directive“ in nationales Recht um. Hintergrund ist der europäische Green Deal, der private Kapitalströme in die nachhaltige Transformation der Wirtschaft lenken will.

Für Banken und Fondsgesellschaften bedeutet die Regulierung kurzfristig mehr Aufwand. Langfristig schafft sie aber einen verlässlichen Rahmen in einem Zukunftsmarkt. Unternehmen, die die Standards früh umsetzen, können sich einen Wettbewerbsvorteil sichern.

Was kommt nach dem Beschluss?

Nach der heutigen Verabschiedung treten die neuen Regelungen schrittweise in Kraft. Finanzdienstleister müssen ihre Produktdokumentationen und Prozesse anpassen. Die FMA wird in den kommenden Monaten mit Leitfäden bei der Umsetzung unterstützen.

Die Hoffnung: Mehr Transparenz führt zu mehr Qualität auf dem Markt. Anleger könnten ihr Geld dann gezielter in Projekte stecken, die einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Für die Finanzierung der Energiewende und nachhaltiger Immobilien eröffnen sich so neue Möglichkeiten.

Anzeige

PS: Wenn EU-Regeln wie die Taxonomie den Kapitalfluss in grüne Projekte lenken, verändern sich zugleich Berichtspflichten entlang der Lieferketten. Die CBAM-Verordnung macht CO2-Emissionen importierter Waren sichtbar und führt zu neuen Meldepflichten für Importeure. Unser gratis E‑Book liefert eine praxisnahe Checkliste, Ausnahmeregeln und eine Schritt-für-Schritt-Checkliste zur Vorbereitung Ihrer Berichte – besonders relevant für Compliance- und Rechtsabteilungen. Jetzt kostenlosen CBAM-Guide sichern

@ boerse-global.de