Fachkräftemangel, Regulierung

Fachkräftemangel und Regulierung: Doppel-Herausforderung für deutsche Firmen

16.01.2026 - 04:42:12

Deutsche Unternehmen kämpfen 2026 mit einem doppelten Problem: akutem Fachkräftemangel und verschärften Regeln für internationale Neueinstellungen. Wer jetzt nicht strategisch handelt, verliert den Anschluss.

Der Arbeitsmarkt ist extrem angespannt. Spezialisten für den boomenden Ausbau von Rechenzentren – angetrieben durch Cloud und KI – sind besonders knapp. Laut einer aktuellen Analyse von Cobalt Recruitment zwingt das Firmen dazu, ihre Suche international auszuweiten. Gleichzeitig werden Stellen abseits der Metropolen immer schwerer zu besetzen.

Seit Jahresbeginn kommt eine neue bürokratische Hürde hinzu. Paragraph § 45c Aufenthaltsgesetz verpflichtet Arbeitgeber, neue Mitarbeiter aus Drittstaaten am ersten Tag schriftlich über das Beratungsangebot „Faire Integration“ zu informieren. Für HR bedeutet das: Onboarding-Prozesse anpassen und lückenlose Dokumentation sicherstellen. Ein weiterer Schritt in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld.

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Regulatorik und KI als Top-Risiken

Diese wachsende Komplexität spiegelt sich im aktuellen Allianz Risk Barometer wider. „Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung“ sind neu auf Platz drei der größten Geschäftsrisiken in Deutschland aufgestiegen. Die neue Informationspflicht ist ein typisches Beispiel für solche bürokratischen Fallstricke.

Ebenfalls neu in den Top-Risiken: Künstliche Intelligenz. Das ist die zwei Seiten der Medaille. Einerseits treibt KI die Nachfrage nach Tech-Spezialisten massiv an. Andererseits wird die Technologie selbst zu einem Risikofaktor, den es zu managen gilt.

Vom operativen zum strategischen Recruiting

Die Lage erfordert einen Paradigmenwechsel. Internationales Recruiting ist keine reine Personalaufgabe mehr, sondern eine strategische Kernkompetenz. Die Personalstrategie muss eng mit dem Risikomanagement verzahnt werden. Nur so können Unternehmen den Fachkräftemangel bewältigen und gleichzeitig rechtssicher agieren.

Langfristiger Erfolg wird von zwei Faktoren abhängen: Investitionen in die interne Qualifizierung und die Professionalisierung der globalen Rekrutierungsprozesse. Wer hier 2026 die richtigen Weichen stellt, sichert seine Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland.

@ boerse-global.de