Exoskelette, Regeln

Exoskelette: Neue Regeln für den Arbeitsalltag treten in Kraft

02.01.2026 - 02:43:12

Ab 2026 gelten verschärfte Vorgaben für den Einsatz von Exoskeletten am Arbeitsplatz, darunter die neue DGUV-Richtlinie und die Überwachung aktiver Systeme nach dem EU-KI-Gesetz.

Mit dem Start ins neue Geschäftsjahr müssen deutsche Unternehmen ihre mechanischen Hilfssysteme unter verschärfte Aufsicht stellen. Der Fokus liegt nun auf der rechtssicheren Risikobewertung und der Einhaltung neuer Standards.

DGUV 208-062: Der Fahrplan für sichere Exoskelette

In diesen Tagen integrieren Sicherheitsabteilungen bundesweit die DGUV Information 208-062 in ihre Jahresaudits. Das im Oktober 2025 veröffentlichte Papier gilt als maßgebliche Richtlinie für den Einsatz tragbarer Assistenzsysteme. Erstmals bietet es Unternehmen einen strukturierten „Entscheidungsbaum“, um die Eignung eines Exoskeletts zu prüfen.

Das Leitprinzip ist klar: Der S-T-O-P-Ansatz (Substitution, Technische, Organisatorische, Persönliche Maßnahmen) stuft Exoskelette als persönliche Schutzausrüstung ein. Sie sind damit technischen Lösungen wie Kränen nachgeordnet. Die neue Bewertung verlangt von den Betrieben:
* Systeme differenzieren: Zwischen passiven (federunterstützten) und aktiven (motorisierten) Geräten unterscheiden.
* Neue Risiken erkennen: Gefahren durch das Gerät selbst analysieren, etwa Haften, erhöhte Herz-Kreislauf-Belastung oder veränderte Bewegungsmuster.
* Wirksamkeit belegen: Nachweisen, dass das System die lokale körperliche Belastung tatsächlich reduziert – ohne sie auf andere Körperpartien zu verlagern.

Sicherheitsexperten rollen diese Woche standardisierte Checklisten in Logistik und Produktion aus. Alle Pilotprojekte, die 2026 in den Regelbetrieb übergehen, müssen nun rechtssicher sein.

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KI-Gesetz und aktive Systeme: Finnland macht den Anfang

Für aktive Exoskelette hat sich die Lage zugespitzt. Seit dem 1. Januar 2026 hat Finnland als erster EU-Staat seine Aufsichtsbefugnisse nach dem EU-KI-Gesetz aktiviert. Dieser Schritt markiert den Beginn der strengen Überwachung für „hochriskante“ KI-Systeme – eine Kategorie, zu der auch Sicherheitskomponenten aktiver Exoskelette zählen.

Die volle Anwendung des Gesetzes ist für August 2026 geplant. Doch die jetzt startende Aufsicht setzt Hersteller aktiver Systeme unter Druck, deren Algorithmen Bewegungen vorhersagen. Sie müssen sich auf rigorose Konformitätsbewertungen vorbereiten.

Deutsche Hersteller beobachten das finnische Vorbild genau. Ähnliche Strukturen sollen in Deutschland im ersten Quartal 2026 starten. Für Betreiber bedeutet das: Die Risikobewertung muss nun über die physische Sicherheit hinausgehen. Algorithmische Transparenz und Datensicherheit rücken in den Fokus, um unerwartete Gefahren durch die Steuerlogik auszuschließen.

Logistik im Fokus: Aktualisierte Ladungssicherung

Parallel dazu trat im Januar 2026 die überarbeitete VDI 2700 Blatt 4 in Kraft. Der Standard zur „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ enthält neue Lastverteilungspläne.

Die Wechselwirkung wird in Logistikzentren immer relevanter: Mit Exoskeletten ausgestattete Mitarbeiter sichern oft manuell Ladungen. Die neuen DGUV-Richtlinien verlangen eine explizite Bewertung dieser Interaktion. Verhindert werden muss, dass etwa ein starres Exoskelett-Gestell die ergonomische Handhabung von Zurrgurten behindert.

Markt konsolidiert sich: Passive Systeme profitieren

Das Zusammentreffen von DGUV-Richtlinie und KI-Gesetz wird den Markt 2026 verändern.
* Standardisierung als Wettbewerbsvorteil: Hersteller, die vorausgefüllte Bewertungsvorlagen anbieten, punkten bei Kunden.
* Trend zu passiven Systemen: Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dürften angesichts des regulatorischen Aufwands für KI-Systeme kurzfristig passive Exoskelette bevorzugen.
* Generalprobe für 2027: Die Branche bereitet sich bereits auf die EU-Maschinenverordnung (2023/1230) vor, die im Januar 2027 voll gilt. Die aktuellen Bewertungen gelten als Generalprobe für die dann noch strengeren Vorgaben.

Die Botschaft an deutsche Arbeitgeber ist eindeutig: Die Experimentierphase ist vorbei. Exoskelette werden jetzt regulär integriert – wo die Sicherheitsdokumentation genauso wichtig ist wie die Hardware.

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