EuRepoC, Cyberangriffe

EuRepoC: Cyberangriffe auf Behörden und Versicherer nehmen zu

29.01.2026 - 09:54:12

Eine aktuelle Analyse zeigt eine Zunahme disruptiver Cyberangriffe auf öffentliche Verwaltungen und Versicherer in Europa und den USA. Der neue EU Cyber Resilience Act soll künftig für mehr Resilienz sorgen.

Die digitale Bedrohungslage spitzt sich zu. Das zeigt eine neue Analyse des European Repository of Cyber Incidents (EuRepoC) für die ersten Wochen des Jahres 2026. Demnach häufen sich disruptive Angriffe auf öffentliche Verwaltungen und den Versicherungssektor in Europa und den USA. Die Analyse unterstreicht die Dringlichkeit der bevorstehenden Umsetzung des europäischen Cyber Resilience Act (CRA).

Staatliche Infrastruktur im Visier

Besonders verwundbar zeigt sich die Infrastruktur von Behörden. Zwei schwere Vorfälle Ende Januar 2026 verdeutlichen das Risiko. In Luxemburg legte ein koordinierter DDoS-Angriff am 20. Januar zeitweise das staatliche Portal public.lu lahm. Bürger konnten fast eine Stunde lang nicht auf das Serviceportal Guichet.lu oder die Website der Krankenkasse CNS zugreifen.

Fast zeitgleich erklärte der US-Bezirk Winona County in Minnesota nach einem Ransomware-Angriff den Notstand. Der Angriff störte interne Netzwerke und Telefonleitungen, sodass Sitzungen abgesagt und Polizeiakten nicht abgerufen werden konnten. Für EuRepoC-Analysten sind solche Attacken auf lokale Verwaltungen ein wachsender Trend.

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Versicherer als lukrative Ziele

Neben dem öffentlichen Sektor rücken auch Finanzdienstleister stärker in den Fokus. Als Schlüsselvorfall wertet EuRepoC einen Angriff auf den spanischen Versicherungsriesen SegurCaixa Adeslas am 18. Januar. Dabei wurden sensible Daten von Lebensversicherungskunden gestohlen – inklusive Namen, Steuer-IDs und IBANs.

Die Motivation ist oft finanziell. Doch der Vertrauensverlust der Verbraucher in kritische Dienstleister wird laut Analyse zunehmend zu einem strategischen Werkzeug der Destabilisierung.

Hybride Bedrohungen und politische Ziele

Die Grenzen zwischen kriminellen Erpresserbanden und staatlich geförderten hybriden Bedrohungen verschwimmen immer mehr. Angriffe wie der in Luxemburg – zeitlich so gesetzt, dass sie den Alltag stören, ohne bleibenden Schaden anzurichten – deuten auf Operationen hin, die die Resilienz testen und öffentliche Frustration säen sollen.

Für kleinere und mittlere europäische Staaten werden solche hybriden Bedrohungen laut EuRepoC zu einem prägenden Merkmal der Sicherheitslage. Das erste Quartal 2026 verzeichnet bereits einen deutlichen Anstieg bei Späh- und Störaktionen, die nicht-staatlichen Akteuren zugeschrieben werden.

Cyber Resilience Act als europäischer Schutzschild

Die Angriffswelle trifft auf eine entscheidende Phase der EU-Cybersicherheitspolitik. Der Cyber Resilience Act tritt gerade in Kraft. Ab September 2026 müssen Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen Sicherheitslücken innerhalb von 24 Stunden melden, sobald diese aktiv ausgenutzt werden. Die jüngsten Vorfälle zeigen, wie nötig diese Regelung ist. Sie könnte das Zeitfenster für Angreifer in Zukunft erheblich verkürzen.

Ausblick: Duale Bedrohung bleibt

Die EuRepoC-Analyse warnt, dass das hohe Angriffstempo des Januars voraussichtlich anhalten wird. Die Kombination aus automatisierten Ransomware-Kampagnen und gezielten politischen Störaktionen schafft eine „duale Bedrohungslage“.

Erwartet wird, dass im weiteren Jahresverlauf vor allem „weiche“ kritische Infrastrukturen angegriffen werden: Kommunen, Gesundheitsdienstleister und regionale Finanzdienstleister. Deren Widerstandsfähigkeit wird 2026 zur Nagelprobe, da sie oft nicht über die robusten Abwehrsysteme nationaler Sicherheitsbehörden verfügen.

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