EU verschärft Sanktionen gegen Russland ab sofort massiv
10.01.2026 - 13:56:12Die Europäische Union setzt ihr 19. Sanktionspaket gegen Russland ab dieser Woche mit voller Härte durch. Der Schwerpunkt liegt auf der Schließung von Schlupflöchern im Ölhandel und dem Kampf gegen die sogenannte Schattenflotte. Gleichzeitig treten neue Beschränkungen für russisches Gas in Kraft – mit direkten Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt und scharfen Reaktionen aus China.
Schlupfloch für Raffinerieprodukte endgültig geschlossen
Das Herzstück der aktuellen Maßnahmen ist ein Importverbot für Ölprodukte, die in Drittländern aus russischem Rohöl hergestellt wurden. Die entsprechenden Regelungen sind seit Januar 2026 in Kraft. Damit wird eine lange bestehende Lücke im Sanktionsregime geschlossen.
Bisher konnte russisches Rohöl in Länder wie China oder Indien exportiert, dort zu Diesel oder Kerosin verarbeitet und anschließend als „nicht-russisches“ Produkt nach Europa verkauft werden. Diese Praxis ist nun explizit verboten. Importeure müssen nachweislich belegen, dass bei der Herstellung ihrer Ware kein russischer Rohstoff zum Einsatz kam.
Viele Unternehmen unterschätzen jetzt die Dokumentenpflichten: Herkunftsnachweise und Lieferantenerklärungen sind plötzlich entscheidend, damit Kraftstoffe nicht an EU-Grenzen gestoppt werden. Ein kostenloser Leitfaden bietet ausfüllbare Mustervorlagen, eine Prüf-Checkliste und Formulierungsbeispiele, mit denen Sie Lieferantenerklärungen rechtssicher anfordern und prüfen können – so vermeiden Sie Lieferstopps, Blockaden und Bußgelder. Kostenlose Muster-Lieferantenerklärung herunterladen
Erstmals listet das Sanktionspaket auch konkrete chinesische Unternehmen, die den Ölhandel erleichtert haben sollen. Dazu gehören die Liaoyang Petrochemical Company und Shandong Yulong Petrochemical Co., Ltd. sowie der in Hongkong ansässige Händler Chinaoil. Für sie gelten in der EU nun strenge Transaktionsverbote und Vermögenssperren.
Druck auf Russlands Schattenflotte steigt massiv
Parallel zum Raffinerie-Verbot verschärft die EU den Kampf gegen die „Schattenflotte“ – jene oft alten und kaum versicherten Tankschiffe, mit denen Russland die Ölpreisobergrenze der G7 umgeht. Weitere 117 Schiffe wurden auf die Schwarze Liste gesetzt, sodass nun über 550 Tanker sanktioniert sind.
Diese Schiffe dürfen keine EU-Häfen oder Schleusen mehr anlaufen. Auch maritime Dienstleistungen wie Versicherungen, technische Unterstützung oder Schiff-zu-Schiff-Transfers sind für sie strikt verboten. Die Maßnahmen werden international koordiniert; die USA und Großbritannien arbeiten mit der EU zusammen, um betrügerische Schiffsbewegungen zu unterbinden.
Neuer Vertragsstopp für russisches Gas tritt in Kraft
Über den Ölsektor hinaus gelten seit dem 1. Januar 2026 neue Verbote für russisches Erdgas. Der Abschluss neuer Verträge für Pipeline-Gas oder Flüssigerdgas (LNG) aus Russland ist nun vollständig untersagt. Diese Maßnahme leitet den für 2027 geplanten kompletten Ausstieg aus russischem LNG ein.
Besonders bedeutsam: Die bisherigen Ausnahmen für die russischen Staatskonzerne Rosneft und Gazprom Neft sind entfallen. Für sie gilt in der EU nun ein umfassendes Transaktionsverbot im Energiemarkt.
Scharfe Reaktionen aus Peking – wachsender Druck auf Moskau
Die Umsetzung der Sanktionen hat heftige Kritik aus China ausgelöst. Das chinesische Handelsministerium hatte bereits nach der Verabschiedung des Pakets im Oktober 2025 von einem Verstoß gegen Handelsnormen und einer Gefahr für globale Lieferketten gesprochen. Mit dem spürbaren wirtschaftlichen Druck auf chinesische Raffinerieunternehmen dürften die diplomatischen Proteste nun neu aufflammen.
Aus Moskau kommt trotzige Rhetorik, doch die wirtschaftlichen Indikatoren zeigen wachsenden Druck. Der Betrieb der Schattenflotte wird durch den Wegfall zuverlässiger Versicherungen und westlicher Häfen immer teurer. Energieanalysten gehen davon aus, dass die Raffinerie-Sanktionen die Gewinnmargen für russisches Rohöl in Asien deutlich schmälern werden.
Was kommt als Nächstes?
Die Europäische Kommission wird sich im ersten Quartal 2026 auf die strikte Durchsetzung und die Bekämpfung von Umgehungsversuchen konzentrieren. Eine Übergangsfrist für bestimmte Altverträge im Drittlandshandel endet am 25. Januar 2026. Danach gilt das Verbot absolut.
Für europäische Importeure bedeutet das: Sie müssen ihre Sorgfaltspflicht deutlich erhöhen. Die Beweislast liegt nun bei ihnen; sie müssen lückenlos nachweisen, dass ihre importierten Kraftstoffe frei von russischem Öl sind. Verstöße können schwere Strafen nach sich ziehen.
In Brüssel laufen bereits Gespräche über ein mögliches 20. Sanktionspaket. Dieses könnte die Kriterien für die Listung von Drittlands-Unternehmen, die bei der Sanktionsumgehung helfen, weiter ausweiten. Der Fokus liegt aber zunächst darauf, die wirtschaftliche Wirkung des aktuellen Pakets voll zu entfalten.
PS: Stehen Ihre Lieferketten auf dem Prüfstand? Holen Sie sich die komplette Mustersammlung mit Lieferantenerklärungen, rechtssicheren Formulierungen und einer Schnellprüfung, mit der Sie in wenigen Minuten feststellen, ob Nachweise fehlen oder Verträge nachgebessert werden müssen. Ideal für Importverantwortliche, die Sanktionen und Transaktionsverbote praktisch umsetzen müssen. Jetzt kostenlose Lieferantenerklärung anfordern


