EU setzt Google Frist für faire KI-Konkurrenz
30.01.2026 - 08:57:11Die EU-Kommission zwingt Google, sein Android-System für KI-Konkurrenten zu öffnen. Brüssel gab dem Tech-Riesen sechs Monate Zeit, um klare Regeln für einen fairen KI-Wettbewerb umzusetzen. Dieser Schritt unter dem Digital Markets Act (DMA) soll verhindern, dass Googles eigene KI Gemini einen unfairen Vorteil auf Milliarden Smartphones hat.
Zwei zentrale Streitpunkte
Die Kommission leitete am Dienstag sogenannte Spezifikationsverfahren ein. Sie zielen auf zwei Kernbereiche ab, in denen Google nachbessern muss.
Erstens muss der Konzern Drittanbietern von KI-Diensten den gleichen tiefen Zugang zu Android-Hardware und -Software gewähren wie der hauseigenen KI. Nur so können alternative Assistenten und Apps wirklich gleichberechtigt konkurrieren. Zweitens verlangt Brüssel präzise Vorgaben, wie Google anonymisierte Suchdaten – etwa zu Klicks und Rankings – an Wettbewerber weitergeben muss. Diese Daten sind für kleinere Suchmaschinen überlebenswichtig, um ihre Algorithmen zu verbessern.
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DMA als europäisches Druckmittel
Der Digital Markets Act ist das schärfste Schwert der EU gegen die Marktmacht von Tech-Giganten. Als offizieller „Gatekeeper“ muss Google besondere Pflichten erfüllen. Die aktuellen Verfahren sind keine Strafuntersuchung, sondern sollen verbindliche Umsetzungsanweisungen liefern. Die Botschaft ist klar: Brüssel will langwierige Rechtsstreits vermeiden und setzt auf proaktive Regulierung.
Sollte Google die Vorgaben nach sechs Monaten nicht zufriedenstellend umsetzen, drohen empfindliche Konsequenzen. Die Kommission könnte dann ein Verstoßverfahren einleiten, das zu Geldstrafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes führen kann.
Google in der Defensive
Google reagierte verhalten auf die Ankündigung. Ein Sprecher betonte, Android sei bereits ein offenes System und man liefere Suchdaten bereits an Wettbewerber. Gleichzeitig äußerte das Unternehmen Bedenken gegenüber „weiteren detaillierten Vorschriften“. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Konzern kooperiert oder auf Konfrontation geht.
Präzedenzfall für die KI-Regulierung weltweit
Die Entscheidung aus Brüssel wird global genau beobachtet. Sie könnte zum Maßstab für die Regulierung von KI-Märkten werden. „Unser Ziel ist es, den KI-Markt offen zu halten und Wettbewerb nach Leistung zu fördern – zum Vorteil von Verbrauchern und Unternehmen“, sagte Vizepräsidentin Henna Virkkunen.
Die EU geht damit einen eigenen Weg: Statt auf etablierte Monopole zu reagieren, gestaltet sie die Spielregeln für den strategisch wichtigen KI-Sektor aktiv mit. Kann dieser Ansatz verhindern, dass ein paar Tech-Giganten die Zukunft der Künstlichen Intelligenz unter sich ausmachen? Die Antwort wird in den nächsten sechs Monaten entscheidend geprägt.


