EU-Kommission warnt: Wohnungsnot gefährdet Demokratie
04.02.2026 - 01:21:12Die EU-Kommission warnt eindringlich vor den gesellschaftlichen Folgen der Wohnungsnot. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum untergrabe zunehmend das Vertrauen in demokratische Institutionen, so die Botschaft aus Brüssel. Was lange als Problem der Geringverdiener galt, reicht mittlerweile tief in die Mittelschicht hinein.
Experten sehen in der Bewältigung dieser Krise einen Lackmustest für die Handlungsfähigkeit der Politik. Die Kommission stellt klar: Es geht nicht mehr nur um Wirtschaft oder Soziales, sondern um den sozialen Zusammenhalt in Europa.
Wohnen als Grundrecht – und politischer Sprengstoff
Die Rhetorik aus Brüssel hat sich deutlich verschärft. EU-Kommissar Nicolas Schmit (Beschäftigung, soziale Rechte) betont: Zugang zu Wohnraum ist ein fundamentales Menschenrecht. Wenn der Staat dieses Grundbedürfnis nicht mehr sichern kann, schwindet das Vertrauen der Bürger.
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Die Befürchtung: Diese Frustration schafft Nährboden für Populismus. Die Kommission beruft sich auf die Europäische Säule sozialer Rechte und Initiativen wie die Europäische Plattform zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit. Die Hauptverantwortung liege aber bei den Mitgliedstaaten.
Die Zahlen hinter der Krise
Die Dringlichkeit belegen harte Fakten. In den letzten zehn Jahren stiegen Mieten und Immobilienpreise viel stärker als die Einkommen.
- Fast 9 % der EU-Bevölkerung geben über 40 % ihres Einkommens für Wohnen aus.
- Schätzungsweise über 1,3 Millionen Menschen in der EU sind obdachlos.
- Die Bauaktivität hinkt der Nachfrage hinterher. Prognosen sagen für 2026 sogar einen weiteren Rückgang der Neubauten voraus.
Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und Fachkräftemangel bremsen den dringend benötigten Neubau – besonders im bezahlbaren Segment.
Deutschland: Große Ziele, ernüchternde Realität
Auch hierzulande ist die Lage angespannt. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird krachend verfehlt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert für 2026 möglicherweise nur noch 215.000 Fertigstellungen.
Der Grund: Die Baugenehmigungen sind in den Vorjahren eingebrochen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in Metropolen wie Berlin, München und Hamburg ungebrochen hoch. Ein großes Problem sind die langen Verfahren:
- Vom Antrag bis zur Fertigstellung dauert ein Bauprojekt im Schnitt 26 Monate.
- Bei Mehrfamilienhäusern sind es sogar 34 Monate.
Analysten warnen: Deutschland droht im europäischen Vergleich zurückzufallen.
Warum die Warnung aus Brüssel so scharf ist
Die Kommission stuft die Wohnungsfrage nun als Systemfrage ein. Das ist eine deutliche Eskalation. Die Krise wird nicht länger nur als sozialpolitische Herausforderung gesehen, sondern als Gefahr für die Stabilität.
Sozialverbände weisen seit Jahren auf die gesellschaftsspaltende Wirkung hin. Dass eine hochrangige EU-Institution diese Gefahr nun offiziell anerkennt, verleiht der Debatte neues politisches Gewicht. Brüssel erhöht so den Druck auf die nationalen Regierungen für mutigere Reformen.
Was jetzt auf dem Spiel steht
Die EU wird das Thema weiter vorantreiben. Erwartet werden Initiativen für mehr bezahlbaren und energieeffizienten Wohnraum. Ein möglicher Fokus: die Regulierung von Kurzzeitvermietungen über Plattformen, um Wohnraum dem regulären Markt zurückzugewinnen.
Der Erfolg hängt aber von den Mitgliedstaaten ab. Werden die Warnungen in konkrete nationale Aktionspläne übersetzt? Ohne eine Trendwende im Bauen und in der Bodenpolitik droht die Krise, nicht nur die soziale Spaltung zu vertiefen, sondern auch den Glauben an die Demokratie zu beschädigen.
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