EU-Kommission, Großoffensive

EU-Kommission startet Großoffensive gegen digitale Finanzbetrüger

03.02.2026 - 22:43:12

Die EU-Kommission will mit einem neuen Plan den Datenaustausch zwischen Behörden und Banken revolutionieren, um Finanzbetrug effektiver zu bekämpfen. Konsultationen laufen bis Februar 2026.

Die EU-Kommission startet eine beispiellose Daten-Offensive gegen die wachsende Flut von Online-Betrug. Ein neuer Aktionsplan soll den Informationsaustausch zwischen Behörden und Finanzbranche revolutionieren.

Brüssel. Die digitale Betrugswelle in Europa erreicht neue Dimensionen – und die EU-Kommission antwortet jetzt mit einem scharfen Schwert. Diese Woche startete sie die Konsultation für einen ehrgeizigen Aktionsplan, der den Kampf gegen Finanzbetrug mit künstlicher Intelligenz und Automatisierung auf eine neue Stufe heben soll. Kernstück: Ein noch nie dagewesenener Datenaustausch zwischen nationalen Finanzermittlern, Strafverfolgungsbehörden und privaten Banken. Die Deadline für Stellungnahmen ist der 13. Februar 2026.

Verstärkte „Follow-the-Money“-Strategie

Das Herzstück des Plans ist eine massive Stärkung der „Follow-the-Money“-Strategie. Die Behörden wollen illegale Geldflüsse schneller aufspüren, verfolgen und stoppen – egal ob sie durch klassische Bankkonten, E-Geld-Dienste oder Kryptotransfers fließen. Der Schlüssel liegt in der beschleunigten Kommunikation zwischen den nationalen Financial Intelligence Units (FIUs) und den Banken vor Ort. So sollen gestohlene Gelder eingefroren werden, bevor sie für immer im digitalen Nirgendwo verschwinden.

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Doch die Kommission geht weiter: Sie will Betrug an der Wurzel packen. Das bedeutet, auch betrügerische Werbung und die dahinterstehenden Zahlungswege zu unterbrechen. Die Strategie zielt darauf ab, das Geschäftsmodell der Kriminellen unattraktiv zu machen. Der Plan baut dabei auf bestehende EU-Regelwerke wie die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), die neue Instant-Payments-Verordnung und den Digital Services Act (DSA) auf.

Globale Jagd und Hilfe für Betroffene

Die Betrüger operieren global – die Antwort muss es ebenfalls sein. Daher betont die Kommission die Notwendigkeit internationaler Kooperation, besonders mit Partnern in Asien. Viele Betrugsnetzwerke agieren von außerhalb der EU und nutzen multiple Jurisdiktionen, um ihre Spuren zu verwischen. Ein globales Netzwerk vertrauenswürdiger Partner soll diese Lücken schließen.

Parallel zu den härteren Strafverfolgungsmaßnahmen rückt der Plan die Opfer in den Fokus. Die Kommission will EU-weite Leitlinien für die Unterstützung Betroffener entwickeln. Das Ziel: Egal ob in Berlin oder Bukarest – jeder Geschädigte soll gleichen Zugang zu Meldekanälen, Schutz und Entschädigungsprogrammen erhalten. Dieser opferzentrierte Ansatz markiert einen Wendepunkt im Umgang mit dem menschlichen Leid, das hinter den nackten Zahlen steckt.

Alarmierende Zahlen befeuern Handlungsdruck

Der Zeitpunkt der Offensive ist kein Zufall. Die Bedrohungslage eskaliert. Ein Bericht zu Betrugszahlen aus 2024 zeigt das erschreckende Ausmaß: Der Gesamtschaden durch betrügerische Transaktionen in EU und EWR belief sich auf rund 4,2 Milliarden Euro. Der Großteil entfiel auf ferngesteuerte Überweisungen und Kartenzahlungen – die Achillesferse des digitalen Zahlungsverkehrs.

Die Verluste trägt vor allem der Verbraucher. In 85 Prozent der Fälle von Betrug mit Kreditüberweisungen blieben die Zahlungsdienstnutzer auf dem Schaden sitzen. Die Dringlichkeit unterstrich zuletzt eine Warnung der EU-Finanzaufsicht DG FISMA nur am 3. Februar 2026 vor hochprofessionellen Scams, bei denen Kriminelle sogar hochrangige EU-Beamte imitieren.

Ausblick: PSD3 als nächster Schritt

Der Aktionsplan ist Teil einer regulatorischen Großoffensive. Er ergänzt die anstehende dritte Zahlungsdiensterichtlinie (PSD3) und die Zahlungsdienste-Verordnung (PSR), die die Betrugsprävention für alle Anbieter verschärfen werden. Künftig sollen Banken nicht nur das Recht, sondern die Pflicht haben, verdächtige Transaktionen zu verzögern oder zu blockieren. Auch empfangende Institute müssen verdächtige Gelder einfrieren.

Die Finanzbranche wartet nun gespannt auf die technischen Details der neuen Daten-Sharing-Frameworks. Für Verbraucher könnte die erfolgreiche Umsetzung des Plans endlich mehr Sicherheit im digitalen Alltag bedeuten – und die Trendwende im Kampf gegen eine der am schnellsten wachsenden Formen der organisierten Kriminalität einleiten.

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