Elektro- und Digitalindustrie: Aufschwung nach der Talsohle
12.02.2026 - 00:22:12Deutschlands Elektro- und Digitalbranche startet mit Schwung ins Jahr 2026. Neue Konjunkturdaten bestätigen die positive Trendwende nach Jahren der Stagnation. Getragen wird der Aufschwung von der fortschreitenden Digitalisierung und der Energiewende.
Konjunkturdaten signalisieren Erholung
Die jüngsten Wirtschaftsmeldungen sind ermutigend. Das ifo-Institut sieht die deutsche Wirtschaft auf dem Weg der Besserung. Auch das Konjunkturbarometer des Zentralverbands der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) liefert klare Signale: Die Neuaufträge legten im Dezember 2025 so stark zu wie in keinem anderen Monat des Vorjahres. Die Exportstimmung der Unternehmen hellt sich ebenfalls spürbar auf.
ZVEI erwartet erstmals wieder reales Wachstum
Nach drei schwierigen Jahren prognostiziert der ZVEI für 2026 endlich wieder einen spürbaren Aufschwung. Ein reales Produktionsplus von zwei Prozent wird erwartet. Das Vorjahr 2025 brachte bereits eine Stabilisierung. Die nominalen Erlöse stiegen auf etwa 226 Milliarden Euro. Entscheidend war die robuste Exportnachfrage aus der EU und Großbritannien, die Schwächen in anderen Märkten ausglich. Die Beschäftigtenzahl blieb mit rund 877.000 stabil.
Bitkom: Software und Cloud treiben Digitalboom an
Der Digitalverband Bitkom sieht die Branche als Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft. Für den gesamten ITK-Markt wird 2026 ein Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 245 Milliarden Euro erwartet. Besonders dynamisch entwickelt sich das Softwaregeschäft, das um über zehn Prozent wachsen soll. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach Cloud-Lösungen ist hier ein zentraler Treiber. Auch Investitionen in IT-Hardware und Telekommunikationsinfrastruktur sorgen für Impulse.
Megatrends als Wachstumsmotor – Politik als Bremsklotz?
Die Erholung speist sich aus den großen Zukunftsthemen: Digitalisierung, Energiewende und Künstliche Intelligenz (KI). Gerade bei industriellen KI-Anwendungen sehen Verbände enormes Potenzial für deutsche Firmen. Doch sie kritisieren zugleich die politischen Rahmenbedingungen. Bürokratie und Überregulierung, etwa durch den geplanten EU AI Act, werden als Wachstumsbremse gesehen. Bitkom argumentiert, das Wachstum ließe sich verdoppeln, würden Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Digitalpolitik praxistauglicher.
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Ausblick: Chancen nutzen, Resilienz stärken
Die guten Auftragseingänge Ende 2025 bieten eine solide Basis für das laufende Jahr. Die Branche blickt verhalten optimistisch nach vorn. Der langfristige Erfolg hängt jedoch davon ab, wie gut es gelingt, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und den Fachkräftemangel zu bewältigen. Der ZVEI fordert eine Stärkung des europäischen Binnenmarkts und gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien. Die Weichen für ein Wachstumsjahr sind gestellt – nun liegt es an Wirtschaft und Politik, die Chancen zu nutzen.
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