Dokumente, KI-Agenten

Dokumente, die mitdenken: KI-Agenten übernehmen die Büroarbeit

28.11.2025 - 07:40:12

Die Verwaltung digitaler Dokumente war gestern. Diese Woche hat sich der Fokus radikal verschoben: Nicht mehr Digitalisierung oder E-Signaturen stehen im Mittelpunkt, sondern autonome KI-Agenten, die komplexe Arbeitsabläufe selbstständig steuern, strukturierte Inhalte erstellen und verstreute Daten organisieren – ganz ohne menschliches Zutun.

Nach dem Abschluss der Microsoft Ignite 2025 Anfang dieser Woche und strategischen Updates von Dropbox und Adobe in den letzten 48 Stunden steht fest: Die Ära statischer PDFs ist vorbei. Willkommen im Zeitalter des „intelligenten Dokuments”.

Die bedeutendste Entwicklung dieser Woche kommt aus Redmond. Während die Microsoft Ignite 2025 bereits letzte Woche zu Ende ging, erschüttern die operativen Details zu Microsoft Agent 365 und Work IQ gerade erst die IT-Strategien der Unternehmen weltweit.

Microsoft hat das „Copilot”-Modell hinter sich gelassen. Statt mit einem Bot zu chatten, übernehmen jetzt KI-Agenten proaktiv komplette Aufgaben. Die Einführung von Agent 365 bietet IT-Administratoren eine neue Kontrollzentrale: KI-Agenten lassen sich mit derselben Sorgfalt verwalten wie menschliche Mitarbeiter – inklusive Zugriffskontrolle auf Dokumente, E-Mails und sensible Dateisysteme.

„Diese Agenten erstellen nicht einfach nur Inhalte. Sie stellen gezielte Rückfragen und helfen dabei, Ergebnisse zu formen, die exakt den Zielen entsprechen”, erklärt Microsoft-Produktleiterin Sangeeta Kulkarni.

Was bedeutet das konkret für digitale Workflows?

Autonome Dokumentenerstellung: Neue Agenten in Word und PowerPoint verfassen eigenständig hochwertige Inhalte, formatieren Quellenangaben und strukturieren Argumentationsketten – indem sie Daten direkt aus verstreuten SharePoint-Listen und Excel-Dateien zusammenführen.

Kontextbezogene Intelligenz: Die neue Work IQ-Ebene ermöglicht es den Agenten, Nutzergewohnheiten und frühere Workflow-Präferenzen zu „erinnern”. Wiederkehrende Eingabeaufforderungen werden damit überflüssig.

SharePoint-Automatisierung: Seit Ende November befindet sich der „SharePoint Admin Agent” in der Vorschauphase. Teams können strukturierte Seiten und Listen per einfacher Sprachbefehle generieren – die technische Einstiegshürde für komplexe Dokumentenarchive fällt weg.

Dropbox und Adobe: Der Kampf um das beste Nutzererlebnis

Während Microsoft die Unternehmensinfrastruktur erobert, haben Dropbox und Adobe in den letzten 72 Stunden bedeutende Schritte unternommen, um die Nutzeroberfläche der Dokumentenverwaltung zu revolutionieren.

Dropbox Dash: Vom Speicher zum „KI-Teamkollegen”

Dropbox vollzieht eine strategische Wende. Das Unternehmen will sich von einem reinen Speicherdienst zu einer KI-gestützten Produktivitätsplattform entwickeln. Herzstück dieser Transformation ist Dropbox Dash, das nun als „kontextbewusster KI-Teamkollege” vermarktet wird.

Anders als herkömmliche Suchleisten, die nach Dateinamen fahnden, versteht Dash den Inhalt von Dokumenten über verbundene Apps hinweg – Google Workspace, Microsoft 365 und Slack inklusive. Trotz leicht rückläufiger Umsätze verdoppelt Dropbox seine KI-Investitionen, um das „App-Wechsel-Syndrom” zu bekämpfen. Das Ziel: eine universelle Suchoberfläche, bei der die Frage „Wo ist der Vertrag für den Kunden Schmidt?” sofort zum richtigen PDF, E-Mail-Thread oder Slack-Nachricht führt.

Adobe Acrobat: Desktop-Update vom 25. November

Adobe verfeinert weiter die Feinmechanik der PDF-Nutzung. Im Update für Acrobat Desktop vom 25. November 2025 führte das Unternehmen neue Effizienzfunktionen für die „Schnellaktion”-Symbolleiste ein.

Nutzer können jetzt Screenshots von Dokumenten aufnehmen und sofort weiterverarbeiten – Kopieren in die Zwischenablage oder Integration in andere Anwendungen funktionieren ohne Moduswechsel. Diese scheinbar kleine Neuerung ergänzt den umfassenden Ausbau des Acrobat AI Assistant, der im November aggressive Feature-Erweiterungen erlebte. Der AI Assistant ermöglicht es Nutzern mittlerweile, ihre Dokumente zu „interviewen” und dabei Zusammenfassungen sowie Quellenangaben sofort zu generieren – für Juristen und Forscher wird das zum Standard.

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DocuSign beerdigt die simple E-Signatur

Die dritte Säule der dieswöchigen Nachrichten betrifft das Ende der einfachen „E-Unterschrift”. DocuSign, Marktführer in diesem Bereich, treibt eine massive Neuausrichtung hin zum Intelligent Agreement Management (IAM) voran.

In Finanzanalysen vom 27. November – im Vorfeld des Quartalsberichts am 4. Dezember – verzeichneten Marktbeobachter einen deutlichen Anstieg bei der IAM-Plattform-Nutzung. Dieses System ersetzt den statischen „Hier unterschreiben”-Prozess durch dynamische Workflows, bei denen Vertragsdaten automatisch extrahiert und in Geschäftssysteme wie CRMs integriert werden.

DocuSigns Strategie zahlt sich bereits aus: Die Rechnungen stiegen um 13 Prozent, da Unternehmenskunden zu diesen „smarten” Verträgen wechseln. Die IAM-Plattform nutzt „DocuSign Iris”, eine KI-Engine, die auf über 100 Millionen Verträgen trainiert wurde, um Risiken und Chancen in Verträgen zu identifizieren – noch bevor diese unterzeichnet werden.

Das Ende der „papierlosen” Ära

Die Entwicklungen Ende November 2025 markieren den Abschluss des „papierlosen” Übergangs und den Beginn der „datenzentrierten” Ära.

„Wir erleben eine fundamentale Entkopplung des ‚Inhalts’ vom ‚Container'”, erklärt Branchenanalystin Sarah Jenkins. „Zwanzig Jahre lang konzentrierten wir uns darauf, Papier in PDFs zu verwandeln. Jetzt, mit Tools wie Microsofts Work IQ und DocuSigns IAM, ist das PDF nur noch ein temporärer Behälter. Der Wert liegt in den Daten darin – und KI-Agenten können diese jetzt lesen, extrahieren und nutzen, ohne menschliche Hilfe.”

Diese Verschiebung ist notwendig geworden. Mit steigendem digitalem Rauschen können menschliche Mitarbeiter die Tausenden jährlich generierten Dateien nicht mehr manuell organisieren. Das „Agenten”-Modell verspricht, Organisation und Abruf vollständig an KI auszulagern.

Was im Dezember 2025 zu beachten ist

Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit:

Regulatorische Compliance für Agenten: Mit Microsofts „Agent 365″, das IT-Administratoren Einblick in KI-Verhalten gibt, dürfte eine Welle neuer Unternehmensrichtlinien folgen – wer oder was darf sensible Verträge bearbeiten?

DocuSigns Quartalsbericht (4. Dezember): Dieser Call liefert die entscheidende Kennzahl, wie schnell Unternehmen veraltete E-Signaturen zugunsten KI-gesteuerter Vertragsplattformen aufgeben.

Der Kampf um die „universelle Suche”: Mit Dropbox Dash im Wettstreit gegen Microsofts Copilot intensiviert sich der Kampf um die „eine Oberfläche” – das Interface, das alle Unternehmensdaten findet.

Für Unternehmen gilt heute: Wer bei Dokumenten-Workflows noch auf manuelle Ablage, E-Mail-Anhänge und statische Signaturen setzt, fällt rapide zurück. Die Kurve hat sich gerade dramatisch beschleunigt.

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