Dobot, Atom

Dobot Atom: Chinesischer Roboter startet in die Serienfertigung

06.02.2026 - 17:22:12

Der chinesische Hersteller Dobot hat die Serienfertigung seines menschenähnlichen Roboters Atom aufgenommen, der durch ein fortschrittliches KI-Gehirn komplexe Aufgaben autonom bewältigt.

Shenzhen – Der chinesische Roboterhersteller Dobot hat die Serienfertigung seines menschenähnlichen Industrieroboters Atom aufgenommen. Die dritte Auslieferungswelle läuft – ein Signal, dass die Technologie den Labormaßstab verlässt.

Damit vollzieht sich ein entscheidender Wandel in der Robotikbranche. Fortschrittliche Humanoide werden zunehmend für den praktischen Einsatz in Fabriken weltweit wirtschaftlich interessant. Der Atom hat bereits zwei Vorab-Lieferungen absolviert und wurde in verschiedenen realen Szenarien getestet. Chinesische Hersteller wie Dobot konzentrieren sich immer stärker auf die Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die als „Gehirn“ komplexe Aufgaben in dynamischen Umgebungen ermöglicht.

Das VLA-Gehirn: Ein Sprung in die Autonomie

Herzstück des Atom ist das proprietäre Dobot-VLA-Modell. Dieses Ende-zu-Ende-KI-System vereint Sehen, Sprache und Handlung. Der Roboter kann so seine Umgebung wahrnehmen, mehrdeutige menschliche Anweisungen verstehen und eigenständig komplexe Aufgabenketten planen und ausführen.

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Anders als traditionelle Roboter mit starren Programmen reagiert der Atom auf Unvorhersehbares und passt seine Aktionen einem echten Verständnis der Situation an. Diese „verkörperte Intelligenz“ ist für industrielle Anwendungen entscheidend, wo Umgebungen selten perfekt strukturiert sind. Ein bemerkenswerter Testlauf: Der Atom servierte erfolgreich Popcorn in einem Kino in Shenzhen und bewies so seine Fähigkeit, in unstrukturierten öffentlichen Räumen zu agieren.

Für den harten Fabrikalltag gebaut

Dobot hat den Atom nach industriellen Maßstäben entwickelt. Robuste dynamische Balance und präzises Handling stehen im Vordergrund. Schlüsselkomponenten wurden nahezu 10.000 Zyklen getestet. Ein Echtzeit-Algorithmus sorgt dafür, dass der Roboter nach einem Stoß schnell wieder stabil steht und teure Stillstandszeiten minimiert.

Der Atom ist 1,53 Meter groß, wiegt 62 Kilogramm und besitzt einen biomimetischen Arm mit 41 Freiheitsgraden für geschickte Manipulation. Eine andere Version erreicht eine Präzision von ±0,05 mm. Ein besonderes Merkmal ist der Streckgang – ein biomechanisch inspiriertes Laufmuster, das den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Gehweisen um 42% senkt. Das ist entscheidend für den Dauerbetrieb in der Automobilmontage, bei der Getränkezubereitung oder in der Materiallogistik.

Marktkontext: Der Wettlauf um das beste KI-Gehirn

Mit der Serienfertigung positioniert sich Dobot an der Spitze eines hart umkämpften Marktes. Fortschrittliche KI-Modelle wie VLA werden zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. Der Konkurrent UBTech hat kürzlich sein eigenes multimodales Großmodell quelloffen gemacht – ein Beleg für den branchenweiten Wettlauf um das leistungsfähigste Roboter-Gehirn.

Analysten sehen 2026 als das Jahr, in dem sich der Fokus vom physischen „Körper“ auf den intelligenten „Verstand“ verlagert. Die Strategie von Dobot kombiniert industrielle Präzision mit aggressiver Preisgestaltung. Der Vorverkaufspreis lag bei etwa 25.000 Euro – ein Faktor, der die Einführung in kostenbewussten Branchen beschleunigen könnte.

Ausblick: Koordinierte Roboter-Teams

Dobot sieht den Atom nicht als Einzelkämpfer, sondern als Teil einer kollaborativen Roboter-Belegschaft. Die Plattform unterstützt Multi-Roboter-Koordination. Ein Schwarm von Atomen kann über ein einheitliches System eingesetzt und synchronisiert werden – eine Schlüsselfähigkeit für komplexe Abläufe in flexiblen Fertigungslinien und Lagern.

Ein leistungsstarkes Edge-Computing-System, das 7,7-mal mehr Rechenleistung als der Industriestandard bietet, ermöglicht diese nahtlose Zusammenarbeit. Mit der dritten Serienlieferung an Industriekunden rücken nun Leistung, Zuverlässigkeit und Effizienz in noch breiteren Anwendungen in den Fokus. Dieser skalierte Einsatz ist ein kritischer Schritt hin zu einer Zukunft, in der humanoide Roboter ein integraler und intelligenter Teil der globalen Industrie sind.

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