DGUV-Vorschriften 2026: Neue Regeln für Stapler-Sicherheit
03.01.2026 - 04:46:12Ab dem 1. Januar 2026 gelten verschärfte und modernisierte Regeln für den Arbeitsschutz in deutschen Unternehmen. Besonders Logistik- und Sicherheitsverantwortliche müssen jetzt handeln, denn die aktualisierte DGUV Vorschrift 2 und die verpflichtende jährliche Unterweisung für Gabelstaplerfahrer rücken in den Fokus.
Neuer rechtlicher Rahmen: Was die DGUV Vorschrift 2 ändert
Seit dem Jahreswechsel ist die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Sie regelt den Einsatz von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sifas) und wurde erstmals seit 2011 grundlegend modernisiert. Der größte Wandel: Die sogenannte digitale Betreuung wird jetzt ausdrücklich erlaubt.
Laut Mitteilungen der Berufsgenossenschaften können Sifas und Betriebsärzte bis zu einem Drittel ihrer Grundbetreuungszeit per Video-Konsultation leisten – vorausgesetzt, sie kennen die betrieblichen Gegebenheiten bereits. Diese Flexibilisierung soll vor allem Unternehmen mit mehreren Standorten entlasten, etwa bei der Betreuung von Staplerflotten. Doch Vorsicht: Die digitale Option ersetzt keine Vor-Ort-Begehungen, besonders dort, wo Flurförderzeuge und Fußgänger aufeinandertreffen.
Jährliche Unterweisung 2026: Mehr als nur ein Pflichttermin
Parallel zur neuen Aufsichtsstruktur bleibt die jährliche Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 und DGUV Grundsatz 308-001 zentral. Sie ist vom eigentlichen Staplerschein zu unterscheiden und muss betriebsspezifisch aktuelle Gefahren behandeln.
Viele Betriebsverantwortliche unterschätzen den Aufwand rechtssicherer Staplerunterweisungen nach der neuen DGUV Vorschrift 2. Das kostenlose Gabelstapler‑Unterweisung‑Komplettpaket liefert eine vollständig editierbare PowerPoint‑Präsentation, ein Wissensquiz für Verständnisprüfungen, praktische Prüfaufgaben am Gerät und eine rechtskonforme Dokumentationsvorlage — ideal für Sicherheitsfachkräfte und Sifas, die Jahresunterweisungen schnell und prüfungssicher umsetzen müssen. Gabelstapler-Unterweisung jetzt kostenlos herunterladen
Durch die novellierte Vorschrift 2 gewinnt die Rolle der Sicherheitsfachkraft bei der Gestaltung dieser Unterweisungen an Gewicht. Interessant: Der Zugang zur Sifa-Tätigkeit wurde für Absolventen der Biologie, Chemie oder Arbeitspsychologie geöffnet. Bringt das frischen Wind in die Sicherheitsunterweisungen?
Für 2026 sind drei Schwerpunkte entscheidend:
* Aktuelle betriebliche Gefahren: Die Unterweisung muss auf Vorfälle oder Layout-Änderungen des Vorjahres eingehen.
* Lückenlose Dokumentation: Elektronische Nachweise für Teilnahme und Verständnis werden zum Standard.
* Menschliches Fehlverhalten: Der Faktor Mensch bei Kippunfällen und Kollisionen rückt in den Blickpunkt.
DGUV Akademie: Neuer Name, neue Strategie
Eine weitere Neuerung zum Jahresbeginn: Das Dresdner Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) firmiert jetzt als DGUV Akademie. Das Rebranding unterstreicht eine strategische Ausrichtung auf einheitliche Ausbildungsstandards.
Für Unternehmen ist das relevant, weil die Akademie die Ausbilder der Stapler-Lehrgänge schult. Die Betonung liegt künftig auf „exzellenter Bildung und wissenschaftlichem Transfer“. Stehen also evidenzbasierte Methoden und digitale Lernwerkzeuge bald stärker im Curriculum? Anbieter wie TÜV Nord und Mateco setzen in ihren Q1-Programmen bereits vermehrt auf hybride Lernmodelle.
Digitalisierung im Lager: Chance und Herausforderung
Das Zusammenspiel von neuer Vorschrift 2 und bestehenden Unterweisungspflichten schafft 2026 eine hybride Compliance-Landschaft. Die digitale Betreuung eröffnet neue Möglichkeiten – eine Sicherheitsfachkraft könnte etwa eine Unfallstelle per Video-Link begutachten.
Zudem wurde das Kleinbetriebsmodell auf Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten ausgeweitet. Das erleichtert kleinen Logistikdienstleistern und Handwerksbetrieben mit ein, zwei Staplern die Bürokratie erheblich.
Doch trotz aller Digitalisierung bleibt ein Kern analog: Der praktische Teil der Ausbildung und die empfohlene Kompetenzkontrolle bei der jährlichen Unterweisung müssen am realen Gerät stattfinden. Die Nachfrage nach praktischen Trainingsplätzen ist in den ersten Januartagen entsprechend hoch.
Hintergrund: Alles im Zeichen von „Vision Zero“
Die Neuerungen sind kein Selbstzweck, sondern Teil der „Vision Zero“-Strategie der Berufsgenossenschaften. Durch digitale Optionen und einen erweiterten Sifa-Pool soll dem Fachkräftemangel begegnet werden – ein entscheidender Faktor für die Logistikbranche mit ihren hohen Unfallzahlen.
Im EU-Vergleich positioniert sich Deutschland mit diesem hybriden Ansatz als Vorreiter. Während andere Länder noch auf hundertprozentige Präsenz pochen, passt Deutschland sein Arbeitsschutzsystem an die Realität verteilter Logistiknetze an.
Ausblick: Das sollten Unternehmen jetzt tun
In den kommenden Wochen werden die Berufsgenossenschaften konkrete Branchenregeln (DGUV Regeln) zur Auslegung der Vorschrift 2 veröffentlichen. Bis dahin ist proaktives Handeln gefragt:
- Sicherheitsverträge prüfen: Vereinbarungen mit externen Sifas und Betriebsärzten müssen die neuen Möglichkeiten der Vorschrift 2 abbilden.
- Unterweisungstermine buchen: Die Januar- und Februar-Slots sind aufgrund des Jahresstarts heiß begehrt – schnell sein lohnt sich.
- Gefährdungsbeurteilungen aktualisieren: Neue Stapler-Anbaugeräte oder geänderte Lagerzonen erfordern eine angepasste Gefährdungsbeurteilung als Grundlage jeder Unterweisung.
Die Weichen für ein sichereres, digitaleres und flexibleres Jahr 2026 im Arbeitsschutz sind gestellt. Jetzt liegt es an den Unternehmen, ihre Prozesse anzupassen.
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