Deutschland, Energiekosten

Deutschland und Österreich senken Energiekosten ab 2026

18.11.2025 - 10:21:12

Deutschland und Österreich entlasten Verbraucher ab dem kommenden Jahr spürbar bei den Energiekosten. Nach dem Auslaufen der Energiepreisbremsen Ende 2023 setzen beide Länder nun auf gezielte Maßnahmen: Senkung der Stromsteuer, Zuschüsse für Netzentgelte und das Ende der Gasspeicherumlage. Doch während die eine Hand gibt, greift die andere zu – steigende CO2-Preise und höhere Netzentgelte drohen die Entlastungen teilweise aufzufressen.

Die neuen Beschlüsse markieren einen Strategiewechsel. Statt breiter Preisbremsen sollen präzise Instrumente Haushalte und Unternehmen stabilisieren. Gleichzeitig verschärfen beide Regierungen den Verbraucherschutz, besonders bei dynamischen Stromtarifen.

Deutschlands Bundesregierung senkt die Stromsteuer für Industrie, Landwirtschaft und Forstwirtschaft dauerhaft auf das EU-Minimum. Davon profitiert vor allem das produzierende Gewerbe, das seine Wettbewerbsfähigkeit sichern will.

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In Österreich geht das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz einen Schritt weiter. Ein bundesweiter Sozialtarif deckelt den Strompreis für rund 250.000 einkommensschwache Haushalte auf 6 Cent netto pro Kilowattstunde – bei einem Jahresverbrauch bis 2.900 kWh.

Doch die Freude währt nur kurz. Ab Januar 2025 klettert der CO2-Preis von 45 auf 55 Euro pro Tonne. Heizen mit Gas oder Öl wird teurer, ebenso Kraftstoffe. Ein Musterhaushalt mit Gasheizung zahlt rund 48 Euro mehr im Jahr.

Die Bundesnetzagentur verteilt zudem die Netzausbaukosten neu. Haushalte in Regionen mit vielen Wind- und Solaranlagen – vor allem im Norden und Osten – werden entlastet. Andernorts steigen die Kosten. Bei den Gasnetzentgelten drohen Einfamilienhäusern Mehrkosten von über 100 Euro jährlich.

Was unterm Strich bleibt? Für viele Haushalte dürften sich Entlastungen und neue Belastungen weitgehend ausgleichen.

Dynamische Tarife werden Pflicht

Ab 2025 müssen Energieversorger dynamische Stromtarife anbieten. Wer einen intelligenten Stromzähler besitzt, kann seinen Verbrauch in günstige Zeiten verschieben und so sparen. Klingt gut – doch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt: Verbraucher brauchen klare Informationen über Vor- und Nachteile. Und Smart Meter müssen attraktiver werden.

Am 14. November verabschiedete der Bundestag eine umfassende Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes. Ziel: EU-Vorgaben umsetzen und Verbraucherschutz stärken. Doch Kritiker fordern mehr – etwa schnellere Netzanschlüsse für Photovoltaik und Wärmepumpen.

Österreich zieht nach. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz stärkt die Marktaufsicht durch die E-Control und soll Preissenkungen schneller an Kunden weitergeben.

Industrie profitiert – Handel geht leer aus

Der Handelsverband HDE kritisiert die Stromsteuersenkung scharf. Sie komme primär der Industrie zugute, während Handelsunternehmen außen vor bleiben. Auch Verbraucherzentralen sehen die Entlastungen skeptisch: Sie reichen nicht aus, um steigende CO2-Preise und Netzentgelte vollständig auszugleichen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) mahnt: Gute Absichten genügen nicht. Nur schnelle, konkrete Maßnahmen sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Die Maßnahmen fügen sich in einen EU-Aktionsplan ein, der auf nachhaltige Kostensenkung durch Marktintegration und Ausbau erneuerbarer Energien setzt. Doch zwischen Brüssel und Wien, zwischen Berlin und Brüssel bleibt die Frage: Geht die Transformation schnell genug?

Was jetzt auf Verbraucher zukommt

Ab 2026 beginnt eine neue Phase. Entlastungen bei Netzentgelten und Gas werden spürbar – doch die CO2-Bepreisung schlägt stärker durch als bisher. Wer Kosten senken will, muss handeln: Dynamische Tarife nutzen, in Energieeffizienz investieren, Verbrauch intelligent steuern.

Die beschlossenen Pakete müssen in den kommenden Monaten durch die Parlamente. Verbraucherschützer bleiben wachsam und fordern Nachbesserungen – vor allem bei Netzanschlüssen und versteckten Preiserhöhungen.

Langfristig bleibt die Energiepreis-Frage politisches Dauerthema. Nur mit einem schnellen und sozialverträglichen Ausbau der Erneuerbaren lässt sich die Kostenspirale durchbrechen. Ob das gelingt? Die nächsten Jahre werden es zeigen.

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