Deutsche Bahn startet Bodycam-Offensive nach tödlichem Angriff
13.02.2026 - 23:52:47Die Deutsche Bahn reagiert mit einem umfassenden Sicherheitspaket auf die wachsende Gewalt gegen ihr Personal. Nach einem tlichen Angriff auf einen Zugbegleiter sollen nun flächendeckend Bodycams und mehr Sicherheitskräfte für Schutz sorgen.
Der ?Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene? wurde heute in Berlin vorgestellt. Auslöser war der Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz Anfang Februar. Bei einer Fahrkartenkontrolle wurde er so schwer verletzt, dass er seinen Verletzungen erlag. Dieser Vorfall hat die Debatte um den Schutz von Bahnmitarbeitern neu entfacht.
Im Zentrum der neuen Maßnahmen steht der flächendeckende Einsatz von Bodycams. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte an, noch 2026 alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt freiwillig mit den Kameras ausstatten zu wollen. Das betrifft Personal im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen. Der Schritt soll deeskalierend wirken und die Beweislage bei Übergriffen verbessern. Geprüft wird auch, ob die Kameras künftig Ton aufnehmen dürfen ? eine langjährige Forderung der Gewerkschaften.
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Zusätzlich werden 200 neue Sicherheitskräfte eingestellt, um die Präsenz in Zügen und an Bahnhöfen zu erhöhen. Das bestehende Notrufsystem ?Prio-Ruf? soll technisch verbessert werden. Ab 1. März wird bei der DB Regio zudem die verpflichtende Ausweiskontrolle gelockert. Die Entscheidung liegt dann im Ermessen des Personals vor Ort.
Gewerkschaften fordern verpflichtende Doppelbesetzung
Die Reaktionen der Gewerkschaften fallen gemischt aus. Zwar begrüßen EVG und GDL die angekündigten Schritte grundsätzlich. Ihre Kernforderung ist jedoch noch nicht erfüllt: eine verpflichtende Doppelbesetzung in Zügen des Regionalverkehrs.
?Das ist die wichtigste Maßnahme für die Sicherheit unserer Kollegen?, betonte EVG-Chef Martin Burkert. Die Umsetzung dieser Forderung wäre jedoch kostspielig. Schätzungen zufolge würden dafür 800 Millionen bis eine Milliarde Euro pro Jahr fällig. Wer diese Summe trägt, ist völlig unklar. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert zudem eine stärkere Präsenz von Bundespolizei-Streifen in Zügen.
Im Hintergrund tobt ein finanzielles ?Verantwortungs-Pingpong? zwischen Bund und Ländern. Die Länder sind für die Bestellung des Personals zuständig, verweisen bei den Kosten aber auf den Bund. Ein schneller Kompromiss ist nicht in Sicht.
Alarmierende Zahlen untermauern Handlungsdruck
Der dringende Bedarf an wirksamen Maßnahmen wird durch die Statistik belegt. Im Jahr 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn konzernweit 3.262 körperliche Angriffe auf ihre Beschäftigten. Das Bahnpersonal gehört damit zu den am stärksten gefährdeten Berufsgruppen im öffentlichen Dienst.
Die Gewalt reicht von verbalen Attacken bis zu schweren Körperverletzungen. Besonders konfliktträchtig sind nach wie vor Fahrkartenkontrollen. Die nun vorgestellten Maßnahmen sind ein erster Schritt. Die Bahn und die Bundespolizei planen regionale Sicherheitswerkstätten, um die Konzepte vor Ort anzupassen.
Bis Ende April wollen Politik und Bahnbranche die Details der Umsetzung konkretisieren. Die Gewerkschaften haben bereits klargemacht, dass sie in der Frage der Doppelbesetzung nicht nachlassen werden. Die Sicherheit des Personals sei nicht verhandelbar. Ob der politische Wille für die milliardenschwere Lösung da ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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