Datenschutz, EU-Führung

Datenschutz: Neue EU-Führung schärft Bußgeld-Risiken für 2026

18.01.2026 - 15:43:12

Europäische Datenschutzbehörden starten mit verschärften, harmonisierten Kontrollen ins neue Jahr. Unklare Datenschutzerklärungen und bekannte Sicherheitslücken werden zu Hauptrisiken für hohe Geldstrafen.

Die europäischen Datenschutzbehörden starten mit verschärften Kontrollen ins neue Jahr. Für Unternehmen bedeutet das: Wer seine Compliance nicht aktualisiert, riskiert hohe Geldstrafen.

Deutscher Vorreiter setzt auf europäische Einheit

Die Ära deutscher Sonderwege bei der Bußgeldbemessung ist vorbei. Diese Botschaft sendet der neue Vorsitzende der Datenschutzkonferenz (DSK), Prof. Dr. Tobias Keber. Der Landesbeauftragte für Datenschutz Baden-Württemberg übernahm das Amt Mitte Januar und kündigte eine strengere, europaweit harmonisierte Anwendung der Bußgeldrichtlinien an. Für Unternehmen heißt das: Sie können sich nicht mehr auf milde regionale Praktiken verlassen. Die DSK orientiert sich 2026 strikt an der Methodik des Europäischen Datenschutzausschusses (EDPB).

Transparenz wird zum Hauptrisiko

Der Fokus der Aufsichtsbehörden verschiebt sich in diesem Jahr deutlich. Während die Berechnungsmethode für Bußgelder gleich bleibt, ändern sich die Auslöser. Die EU-Behörden starten eine koordinierte Aktion gegen mangelnde Transparenz bei der Datenverarbeitung. Artikel 12 bis 14 der DSGVO, die Informationspflichten regeln, stehen im Zentrum. Was bedeutet das konkret? Unklare Datenschutzerklärungen, versteckte Klauseln zur Datenweitergabe oder undurchsichtige Cookie-Einstellungen werden nicht mehr als Kavaliersdelikte behandelt. Sie sind jetzt primäre Bußgeldgründe.

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Warnschüsse aus Frankreich und NRW

Zwei jüngste Urteile zeigen, wie scharf die Behörden durchgreifen. Sie gelten als Blaupause für die Strafpraxis 2026.

  • In Nordrhein-Westfalen musste ein Telekommunikationsunternehmen 300.000 Euro Strafe zahlen. Grund war nicht ein konkreter Datenleck, sondern die anhaltende Weigerung, seine Compliance nachzuweisen. Die Botschaft: Rechenschaftspflicht ist kein optionales Extra.
  • Die französische CNIL verhängte im Dezember eine Strafe von 1,7 Millionen Euro gegen einen Digitaldienstleister. Das Unternehmen hatte bekannte Sicherheitslücken aus früheren Audits nicht geschlossen. Dieser Präzedenzfall etabliert einen neuen Wissensstandard: Wer ein Problem kennt und nichts unternimmt, muss mit drastisch erhöhten Strafen rechnen.

Neue Fallstricke: Zwangsaccounts und Bezahlmodelle

Neben den klassischen Compliance-Themen kommen neue Risiken hinzu. Der EDPB prüft derzeit, ob die Zwangserstellung von Nutzerkonten im E-Commerce gegen den Grundsatz der Datenminimierung verstößt. Einfache Käufe ohne Account müssen möglich sein. Auch das umstrittene „Bezahl-oder-stimme-zu“-Modell steht weiter unter Beobachtung. Nutzer sollen trackingfrei bezahlen können, ohne dass dies als „freiwillige“ Einwilligung umgedeutet wird. Die neuen DSK-Führung kündigte hier eine pragmatische, aber strenge Linie an.

Drei Sofortmaßnahmen für Unternehmen

Für Datenschutzbeauftragte und Rechtsabteilungen geht es jetzt um konkrete Handlungen. Experten raten zu drei dringenden Schritten im ersten Quartal:

  1. Datenschutzerklärungen überprüfen: Formulierungen wie „Daten können mit Partnern geteilt werden“ sind nicht mehr haltbar. Jede Information muss klar, verständlich und vollständig sein.
  2. Bekannte Schwachstellen beheben: Sicherheitslücken aus Audits des Vorjahres müssen sofort geschlossen. Andernfalls droht der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit.
  3. Standards europaweit angleichen: Da nationale Behörden enger mit dem EDPB zusammenarbeiten, sollten Unternehmen den strengsten gemeinsamen Standard – in der Regel den europäischen – für alle Niederlassungen anwenden.

Die Botschaft für 2026 ist eindeutig: Die Regeln sind nicht nur da, sie werden nun synchronisiert und mit neuer Entschlossenheit durchgesetzt. Für Unternehmen wird die DSGVO-Compliance zur existenziellen Managementaufgabe.

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