Cybersicherheit, Deutschland

Cybersicherheit: EU und Deutschland verschärfen Regeln gegen KI-gestützte Angriffe

24.01.2026 - 03:44:12

Verschärfte EU-Regulierung und nationale Pläne zur aktiven Abwehr machen IT-Sicherheit 2026 zur strategischen Chefsache. KI-gestützte Angriffe und doppelte Erpressung erhöhen den Druck.

Die Bedrohung durch Cyberangriffe wird immer massiver – und die Regulierer ziehen nach. Neue EU-Regeln und nationale Überlegungen zur aktiven Abwehr machen IT-Sicherheit zur Chefsache.

Brüssel und Berlin reagieren auf eine dramatisch eskalierende Bedrohungslage. Künstliche Intelligenz treibt Angriffe an, die längst nicht mehr nur Großkonzerne, sondern gezielt den Mittelstand treffen. Für Geschäftsführungen wird die Prävention von Internet-Straftaten damit endgültig von einer IT-Aufgabe zur zentralen strategischen Überlebensfrage.

EU-Kommission überarbeitet Cybersecurity Act

In dieser Woche stellte die EU-Kommission eine Reform des mehr als sechs Jahre alten EU Cybersecurity Acts vor. Ein Kernziel: Cybersicherheit schneller, klarer und weniger bürokratisch zu gestalten.

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Künftig sollen Cybersicherheitszertifikate für digitale Produkte als anerkannter Nachweis dienen, um Anforderungen aus anderen EU-Gesetzen wie der NIS-2-Richtlinie zu erfüllen. Das soll Unternehmen Rechtssicherheit geben und den bürokratischen Aufwand senken.

Gleichzeitig wird die Rolle der EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA) massiv gestärkt. Sie soll künftig zentrale Meldeplattformen betreiben, Frühwarnungen aussprechen und ein EU-weites System zum Management von Schwachstellen aufbauen.

Branchenverbände begrüßen die geplante Vereinfachung. Kritisch sehen sie jedoch, dass die zahlreichen Meldepflichten aus verschiedenen Regelwerken aufeinander abgestimmt werden müssen. Sonst drohen parallele Meldewege und unnötiger Aufwand.

Deutschland prüft aktive Cyberabwehr und sichert Lieferketten

Parallel zu Brüssel prüft die Bundesregierung neue Befugnisse für eine aktive Cyberabwehr. Diese Diskussionen finden vor dem Hintergrund der nationalen Umsetzung der NIS-2-Richtlinie statt, die seit Ende 2025 in Kraft ist.

Die Richtlinie erhöht die Anforderungen für Tausende Unternehmen in kritischen Sektoren erheblich. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherheit von Lieferketten und der Abhängigkeit von außereuropäischen Herstellern.

Die EU hat Hersteller wie Huawei und ZTE bereits als Hochrisikoanbieter eingestuft. Der neue Ansatz zielt darauf ab, auch politische Risiken in die IT-Sicherheitsbewertung einzubeziehen. Mobilfunkbetreiber sollen Fristen erhalten, um kritische Komponenten aus ihren Netzen zu entfernen.

KI-Phishing und doppelte Erpressung: Die neue Angriffsrealität

Die regulatorischen Verschärfungen sind eine direkte Antwort auf eine Bedrohungslage, die sich 2026 dramatisch zuspitzt. Cyberangriffe sind alltäglich geworden.

Eine aktuelle Studie zeigt: In den vergangenen drei Jahren waren rund 89 Prozent der deutschen Unternehmen von Datendiebstahl oder -missbrauch betroffen. Die Methoden der Angreifer werden dabei immer raffinierter.

Phishing bleibt der häufigste Angriffsvektor. Die Angreifer setzen zunehmend auf KI-generierte, täuschend echte Nachrichten, die sogar den Schreibstil interner Mitarbeiter imitieren können. Eine aktuelle Phishing-Welle gegen Kunden der apoBank vom 23. Januar 2026 belegt die ständige Gefahr.

Besonders besorgniserregend ist die Weiterentwicklung von Ransomware. Angreifer praktizieren zunehmend die „doppelte Erpressung“: Sie verschlüsseln nicht nur Daten, sondern drohen zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlener sensibler Informationen. Das erhöht den Druck auf die Opfer massiv.

Von der IT-Abteilung in den Vorstand: Compliance wird zur Chefsache

Angesichts dieser Entwicklungen wandelt sich Cybersicherheit von einem reinen IT-Thema zur zentralen Compliance-Aufgabe der Geschäftsführung.

Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen, allen voran NIS-2, schreiben konkrete Risikomanagementmaßnahmen vor. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Die persönliche Haftung von Managern bei Pflichtverletzungen im Bereich IT-Sicherheit ist ein oft unterschätztes Risiko.

Der Fokus verschiebt sich von der reinen Prävention hin zur Cyber-Resilienz. Gemeint ist die Fähigkeit eines Unternehmens, einen Angriff zu verkraften, den Schaden zu begrenzen und den Betrieb schnellstmöglich wiederherzustellen.

Proaktive Verteidigung als neue Normalität

Für Unternehmen bedeutet dies: Sie müssen ihre Compliance-Strukturen dringend anpassen. Das erfordert Investitionen in technische Schutzmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), Zero-Trust-Architekturen und moderne Systeme zur Verhaltensanalyse.

Mindestens ebenso wichtig ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen und simulierte Phishing-Angriffe. Der Mensch bleibt oft das schwächste Glied in der Sicherheitskette.

Die Botschaft aus Brüssel und Berlin ist klar: Ein reaktiver Ansatz zur IT-Sicherheit genügt nicht mehr. Proaktives Cyber-Risikomanagement ist 2026 ein entscheidender Faktor für den Fortbestand jedes Unternehmens.

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