Cyberkriminelle, Deutschland

Cyberkriminelle überrollen Deutschland mit neuen Betrugsmaschen

20.01.2026 - 06:00:12

Eine massive Welle ausgeklügelter Online-Betrugsangriffe trifft derzeit Millionen Smartphone-Nutzer in Deutschland. Sicherheitsexperten und Verbraucherschützer warnen vor einer deutlichen Verschärfung der Lage durch raffinierte Phishing-Kampagnen und gefährliche Banking-Trojaner.

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor einer Flut betrügerischer E-Mails. Kriminelle geben sich als bekannte Marken wie Spotify, Commerzbank oder die AOK aus. Die Nachrichten locken mit Vorwänden wie Systemaktualisierungen oder Rückerstattungen – das Ziel ist stets, an persönliche Daten zu gelangen.

Parallel verbreiten sich gefährliche Banking-Trojaner wie “Anatsa” auf Android-Geräten. Die Schadsoftware tarnt sich oft als harmlose App, etwa ein PDF-Viewer im Google Play Store. Nach der Installation fordert sie ein zusätzliches “Add-on” an, das dann die eigentliche Spionagesoftware nachlädt. Diese Trojaner können Banking-Zugänge ausspähen und im Hintergrund Überweisungen tätigen.

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„GhostPairing“ und KI: Die neuen Waffen der Betrüger

Die Angriffsmethoden werden immer kreativer. Eine neue Masche namens “GhostPairing” missbraucht die “Verbundene Geräte”-Funktion von WhatsApp. Opfer erhalten einen Link zu einer gefälschten Seite, die zur Bestätigung einer Gerätekopplung auffordert. Bestätigt man dies, haben Kriminelle vollen Zugriff auf Chats und Kontakte.

Experten beobachten zudem den vermehrten Einsatz Künstlicher Intelligenz. KI macht Phishing-Mails täuschend echt und bereitet den Weg für Deepfake-Scams. Dabei imitieren Betrüger die Stimme oder das Video von Vertrauenspersonen, um Opfer zu täuschen. Diese Technologie bringt Social-Engineering-Angriffe auf ein neues, überzeugenderes Level.

Hohe Opferzahlen, trüges Sicherheitsgefühl

Die Angriffe treffen auf eine paradoxe Situation: Studien von Bitkom und dem BSI zeigen, dass die Mehrheit der Internetnutzer hierzulande bereits Opfer von Cyberkriminalität wurde. Gleichzeitig schätzt ein großer Teil der Bevölkerung das eigene Risiko als gering ein – eine fatale Fehleinschätzung.

Diese Sorglosigkeit vergrößert die Angriffsfläche. Experten warnen, dass nachlässiger Umgang mit eigenen Daten nicht nur einen selbst, sondern auch Kontakte und vernetzte Systeme gefährdet. Die geringe Anzeigequote bei Cyberdelikten erschwert zudem die Strafverfolgung erheblich.

So schützen Sie sich 2026 effektiv

Angesichts der dynamischen Bedrohungslage empfehlen Sicherheitsexperten einen mehrstufigen Schutzansatz:

  • Updates sofort installieren: Schließen Sie Sicherheitslücken durch zeitnahe Updates für Betriebssystem und Apps.
  • Starke Zugangsdaten nutzen: Verwenden Sie einzigartige Passwörter, idealerweise mit einem Passwort-Manager, und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) wo immer möglich.
  • Quelle prüfen: Laden Sie Apps nur aus den offiziellen Stores von Google und Apple herunter.
  • Skepsis bewahren: Klicken Sie nie unüberlegt auf Links in unerwarteten Nachrichten. Besondere Vorsicht ist bei Mails mit Dringlichkeitsappell geboten.
  • Konten überwachen: Prüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen und Online-Accounts auf verdächtige Aktivitäten.

Im Fall des Falls sollten Betroffene sofort ihre Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.

@ boerse-global.de