Cyberkriminelle, Identitäten

Cyberkriminelle kapern digitale Identitäten

05.02.2026 - 21:52:12

Cyberkriminelle stehlen mittels KI und Infostealern komplette digitale Profile, um sich als legitime Nutzer auszugeben. Diese Entwicklung stellt herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen vor fundamentale Herausforderungen.

Identitätsdiebstahl löst einfachen Passwortklau als größte Cybergefahr ab. Kriminelle nutzen KI und raffinierte Malware, um komplette Nutzerprofile zu stehlen und sich damit nahtlos als ihre Opfer auszugeben. Diese neue Angriffswelle stellt persönliche und Unternehmenssicherheit vor fundamentale Herausforderungen.

Vom Passwort zur kompletten digitalen Persona

Die Angriffsstrategie hat sich grundlegend gewandelt. Es geht nicht mehr nur um gestohlene Benutzernamen und Passwörter. Heute erbeuten Cyberkriminelle ganze digitale Identitäten. Dazu gehören Session-Cookies, Zugriffstokens, Browserdaten und Geräteprofile. Mit diesem Paket können sich Angreifer so überzeugend als legitime Nutzer ausgeben, dass traditionelle Sicherheitsmaßnahmen oft versagen.

Analysen von Cybersecurity-Organisationen zeigen: Der Schwarzmarkt im Dark Web hat sich zu einer regelrechten Lieferkette für digitale Identitäten entwickelt. Komplette Nutzerprofile werden gehandelt und weiterverkauft. Diese Entwicklung markiert ein neues, gefährlicheres Kapitel im Kampf um die digitale Sicherheit.

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So funktionieren die modernen Identitätsangriffe

Im Zentrum steht eine raffinierte Malware-Gattung: Infostealer. Diese Schadprogramme durchsuchen nicht mehr nur nach Passwörtern. Sie erfassen systematisch gesamte Browser-Profile samt aller Metadaten, die die Echtheit eines Nutzers belegen.

Mit diesem Datensatz können Kriminelle die Identität ihres Opfers online nahezu perfekt übernehmen. Für Dienstleister sieht der Login-Versuch authentisch aus – er kommt vom richtigen Gerät mit den korrekten Tokens. Selbst ungewöhnliche Uhrzeiten fallen kaum noch auf. Klassische Abwehrmechanismen, die auf grobe Einbruchsversuche ausgelegt sind, greifen hier zu kurz.

KI wird zum Turbo für Cyberkriminelle

Künstliche Intelligenz beschleunigt diese Entwicklung dramatisch. KI kommt heute im gesamten Angriffszyklus zum Einsatz. Sie hilft bei der Erstellung täuschend echter Phishing-Mails und bei der gezielten Ausforschung von Opfern. Die Entwicklung neuer Schadsoftware läuft deutlich schneller ab.

Ein zusätzliches Risiko entsteht durch den unkontrollierten Einsatz generativer KI-Tools in Unternehmen. Umfragen zeigen: Viele Mitarbeiter nutzen private KI-Konten für berufliche Zwecke und geben dabei sensible Firmendaten ein. Diese Praxis öffnet Tür und Tor für Datendiebstahl und liefert Kriminellen wertvolle Puzzleteile für Identitätsdiebstähle.

Folgen für Privatpersonen und Unternehmen

Die Konsequenzen sind bereits spürbar. Account-Übernahmen verursachen jährlich Milliardenschäden. Für Privatpersonen kann die Kompromittierung eines Haupt-Email-Kontos eine Lawine weiterer Sicherheitsbrüche auslösen – von finanziellen Verlusten bis zu Rufschädigung.

Unternehmen fürchten neben Geldverlusten vor allem den Diebstahl von geistigem Eigentum, Quellcode und proprietären Daten. Die Grenze zwischen privater und beruflicher Sicherheit verschwimmt, denn gekaperte Privatkonten werden oft als Sprungbrett in Firmennetze genutzt.

Die Zukunft erfordert neues Vertrauensmodell

Die Bedrohungslandschaft zwingt zu einem radikalen Umdenken. Experten fordern einen Wechsel von netzwerkzentrierter zu identitätsbasierter Sicherheit. Wenn Angreifer legitime Nutzer perfekt imitieren können, verliert die traditionelle Firewall an Bedeutung.

Als Antwort entwickelt die Cybersicherheitsbranche passwortlose Lösungen wie Passkeys. Gleichzeitig setzt sie defensiv KI ein, um Nutzerverhalten in Echtzeit zu analysieren und Zugriffe dynamisch anzupassen. Für Verbraucher heißt die Devise: Passwort-Manager nutzen, Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren und verfügbare Passkeys überall einsetzen.

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