Cybercrime-as-a-Sidekick: KI-Agenten starten autonome Betrugswelle
02.01.2026 - 00:42:12KI-gesteuerte Betrugssysteme agieren 2026 erstmals völlig autonom – und stellen Sicherheitsbehörden vor immense Herausforderungen. Das ist die alarmierende Prognose führender Cybersecurity-Experten zum Jahresauftakt. Sie warnen vor einer neuen Ära des “Cybercrime-as-a-Sidekick”, in der künstliche Intelligenz komplexe Angriffe ohne menschliche Steuerung plant und ausführt.
Der jüngste Warnruf kam am Donnerstag vom Sicherheitsunternehmen Trend Micro. Dessen Report “2026 Scam Predictions” beschreibt einen qualitativen Sprung: Während KI bislang vor allem Hilfswerkzeug war, agieren die neuen “Agentic AI”-Systeme nun wie eigenständige Komplizen. Sie können mehrstufige Angriffe planen, in Echtzeit auf Daten reagieren und komplette Betrugsabläufe steuern – vom Recherchieren der Opfer bis zur Ausführung der Transaktion.
“Das senkt die Einstiegshürde für Kriminelle radikal”, analysieren Branchenkenner. Selbst technisch weniger versierte Täter könnten nun Angriffe starten, die früher nur staatlichen Akteuren vorbehalten waren. Eine Analyse von The Financial Brand bestätigt diesen Trend: Mehr als die Hälfte aller modernen Betrugsfälle nutzt bereits KI-gestützte Taktiken. Auf illegalen Marktplätzen werden diese autonomen Agenten zunehmend als “Fraud-as-a-Service” angeboten.
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Biologischer Rhythmus und Milliardenschäden
Die finanziellen Folgen sind bereits jetzt verheerend. Nach FTC-Daten beliefen sich die Verluste US-amerikanischer Verbraucher 2024 auf 12,5 Milliarden Dollar. Global schätzt Trend Micro den Schaden durch Betrug sogar auf bis zu 442 Milliarden Dollar – angetrieben durch die rasante Verbreitung erster KI-Werkzeuge.
Doch nicht nur die Summen steigen, sondern auch die Raffinesse. Das Identitätsprüfungsunternehmen Au10tix spricht von einem “biologischen Rhythmus” des Betrugs. Die Agenten agieren wie ein lernender Organismus: Wird eine Methode blockiert, wechseln sie sofort zur nächsten – ohne menschliches Zutun. Besonders bedrohlich ist diese Anpassungsfähigkeit bei Deepfake-Angriffen. Au10tix prognostiziert für 2026 eine Verdoppelung der “Presentation Spoofing”-Vorfälle, bei denen Echtzeit-Video- und Audio-Fälschungen biometrische Sicherheitschecks überlisten.
Abwehrrüstung: Die KI schlägt zurück
Die Cybersicherheitsbranche reagiert mit einer eigenen Offensive. Es entbrennt ein regelrechtes “KI-Wettrüsten” zwischen Angreifern und Verteidigern. Cloud-Security-Pionier CrowdStrike lancierte bereits im September 2025 seine “Falcon Agentic Security Platform”. Diese setzt defensive KI-Agenten ein, die bösartige Aktivitäten in Maschinengeschwindigkeit erkennen und neutralisieren sollen.
Auch Threat-Intelligence-Spezialist Cyble integrierte agentische KI in seine Plattform, um die Bedrohungsjagd zu automatisieren. Die Botschaft ist klar: Herkömmliche Security Operations Centers (SOCs) mit menschlichen Analysten können mit der Geschwindigkeit autonomer Angriffe nicht mehr mithalten. Unternehmen wie Block (Cash App) verfolgen daher offen die Strategie, “KI einzusetzen, um KI zu erkennen” – etwa durch Maschinenlernmodelle, die die feinen Artefakte synthetischer Identitäten aufspüren.
Demokratisierte Bedrohung und regulatorisches Dilemma
Die Bedrohung wird durch die einfache Verfügbarkeit der Tools noch verschärft. Berichten zufolge waren “Fraud-as-a-Service”-Abonnements mit Zugang zu hoch entwickelten KI-Angriffswerkzeugen Ende 2025 bereits für etwa 1.400 Euro jährlich auf Plattformen wie Telegram erhältlich. Die Angriffe richten sich damit nicht mehr nur an Großunternehmen, sondern zunehmend an Verbraucher durch personalisierte Phishing-Kampagnen.
Für Regulierungsbehörden und Compliance-Verantwortliche entstehen neue Grauzonen. Wenn KI-Agenten autonom Kreditanträge prüfen oder Transaktionen aushandeln können, verschwimmt die Grenze zwischen legitimer Automatisierung und betrügerischer Aktivität. Herkömmliche Betrugserkennungssysteme stehen vor dem Problem, perfekt imitiertes Nutzerverhalten – inklusive umgangener Zwei-Faktor-Authentifizierung – kaum noch von echten Nutzern unterscheiden zu können.
Multi-Kanal-Angriffe und Identitätsdrift
Für 2026 prognostizieren Experten vor allem Multi-Kanal-Betrug. KI-Agenten werden Opfer simultan über E-Mail, SMS und Voice-Nachrichten unter Druck setzen, um glaubhafte Betrugsszenarien zu konstruieren. Die Ratschläge an Verbraucher, bei unerwünschten Kontaktaufnahmen besonders vorsichtig zu sein, bleiben zwar gültig. Da KI jedoch zunehmend die Sprachmuster vertrauter Kontakte imitieren kann, verlagert sich die Verteidigungslast immer stärker auf die Dienstleister.
Sie müssen “Immunsysteme” entwickeln, die die digitalen Signaturen autonomer Agenten erkennen. Als nächste Angriffswelle erwarten Fachleute zudem “Identitätsdrift”-Attacken. Dabei manipulieren KI-Agenten digitale Nutzerprofile über längere Zeit minimal, um Anomalie-Erkennungssysteme auszutricksen. Die erste Woche des neuen Jahres hat bereits deutliche Warnsignale gesendet – 2026 wird zur Nagelprobe dafür, ob defensive KI mit der kriminellen Evolution Schritt halten kann.
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