Cyberangriffe, Geschäftsbedrohung

Cyberangriffe sind größte Geschäftsbedrohung für deutsche CEOs

22.01.2026 - 00:57:12

Eine neue Welle hochautomatisierter Cyberangriffe bedroht gezielt die Produktion im Mittelstand. KI-gestützte Erpressungskampagnen nutzen Schwachstellen in vernetzten Industrieanlagen aus.

KI-gestützte Ransomware legt zunehmend den industriellen Mittelstand lahm. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 34 Prozent der deutschen Top-Manager Cyberrisiken noch vor Wirtschaftskrisen und geopolitischen Spannungen fürchten. Hintergrund ist eine neue Welle hochautomatisierter Angriffe, die gezielt Produktionsprozesse ins Visier nehmen.

Die Bedrohung hat sich grundlegend gewandelt: Von breiten Streuattacken zu quasi-industriellen Erpressungskampagnen. Kriminelle nutzen das Modell „Ransomware-as-a-Service“, um auch ohne tiefes Know-how verheerende Schläge zu führen. Ein aktuelles Beispiel ist die Concept Net GmbH aus Regensburg. Seit dem 15. Januar kämpft das Unternehmen mit verschlüsselten IT-Systemen. Experten warnen: Das ist nur die Spitze des Eisbergs.

KI als Turbo für Cyberkriminelle

Die Angriffe werden effizienter und schneller. Künstliche Intelligenz hilft dabei, Phishing-Mails massenhaft zu personalisieren und Schwachstellen automatisch aufzuspüren. Die Erfolgsquote der Kriminellen steigt dadurch dramatisch.

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Ein besonders perfides Geschäftsmodell ist die doppelte oder dreifache Erpressung. Dabei werden sensible Daten nicht nur verschlüsselt, sondern vorher gestohlen. Die Täter drohen dann mit der Sperrung und der Veröffentlichung. Für Industrieunternehmen bedeutet das den Verlust von Geschäftsgeheimnissen und massive Reputationsschäden.

Produktionshallen im Visier

Die größte Gefahr für den Mittelstand entsteht durch die zunehmende Vernetzung. Die digitale Transformation verbindet Büro-IT mit Produktionstechnik (Operational Technology, OT). Das schafft neue, kritische Angriffsflächen.

Während früher Server und PCs im Fokus standen, rücken nun Steuerungssysteme von Industrieanlagen ins Visier. Ein erfolgreicher Angriff auf diese industriellen Kontrollsysteme (ICS) kann die physische Produktion stoppen, Maschinen beschädigen und im schlimmsten Fall Menschen gefährden. Die steigenden Störungen bei kritischen Infrastrukturen sind ein alarmierendes Signal.

Virenschutz reicht nicht mehr

Angesichts dieser dynamischen Bedrohung reicht reine Prävention nicht mehr aus. Der Fokus muss auf Cyber-Resilienz liegen – der Fähigkeit, einen Angriff zu überstehen, den Betrieb aufrechtzuerhalten und sich schnell zu erholen. Eine Studie zeigt das Ausmaß: 89 Prozent der deutschen Firmen waren in den letzten drei Jahren von Datendiebstahl betroffen.

Zum Aufbau dieser Widerstandsfähigkeit gehören technische Maßnahmen wie die strikte Trennung von IT- und OT-Netzwerken und eine „Zero-Trust“-Architektur. Mindestens ebenso wichtig sind organisatorische Schritte: Regelmäßige Mitarbeiterschulungen und ein erprobter Notfallplan für den Ernstfall.

Warum der Mittelstand im Fokus steht

Die Sorge der CEOs ist begründet. Der industrielle Mittelstand rückt aus zwei Gründen in den Fokus der Kriminellen: Erstens gelten kleine und mittlere Unternehmen oft als weniger gut geschützt als DAX-Konzerne. Zweitens sind sie als Zulieferer tief in globale Lieferketten eingebunden. Ein erfolgreicher Angriff kann so kaskadierende Effekte auf ganze Branchen haben.

Mehr als die Hälfte der deutschen Manager (57 Prozent) zweifelt laut PwC-Studie, ob die eigene Transformation schnell genug für den technologischen Wandel ist. Diese Lücke zwischen Innovation und Sicherheit nutzen die Angreifer skrupellos aus. Cyber-Resilienz ist damit keine IT-Frage mehr, sondern eine strategische Chefaufgabe.

Ausblick: Regulierung erhöht Druck

Die Bedrohung wird weiter zunehmen. Die Professionalisierung der Cyberkriminalität schreitet voran. Für den Mittelstand werden Investitionen in Sicherheit und Widerstandsfähigkeit zur Daueraufgabe.

Zukünftige Regulierungen wie die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2 werden den Druck erhöhen, nachweisbare Standards einzuhalten. Langfristig wird nur der Mittelständler wettbewerbsfähig bleiben, der Cyber-Resilienz in seine Unternehmenskultur und Produktionsprozesse integriert. Die Fähigkeit, nach einem Angriff schnell wieder handlungsfähig zu sein, wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für den Standort Deutschland.

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