Compliance-Report, Regeln

Compliance-Report 2026: Neue Regeln fordern deutsche Unternehmen heraus

12.01.2026 - 01:44:12

Ein neuer Report warnt vor verschärften EU-Regeln zu KI, Cybersicherheit und Lieferketten. Unternehmen müssen ihre Prozesse bis März 2026 anpassen, um Strafen und persönliche Haftung zu vermeiden.

Ein neuer Rechtsreport warnt vor einem „perfekten Sturm“ aus Vorschriften für Daten, KI und Lieferketten – und vor persönlicher Haftung für Manager.

Der heute von der Kanzlei GvW Graf von Westphalen und dem Deutschen Fachverlag veröffentlichte „Rechtsprechungsreport 2026“ markiert einen Wendepunkt. Er zeigt: Compliance ist nicht länger reine Risikovermeidung, sondern ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Wer die neuen Pflichten ignoriert, riskiert nicht nur hohe Strafen, sondern auch den Marktzugang.

Digitaler Druck: KI und Cybersicherheit im Fokus

Das Jahr 2026 wird zum Schicksalsjahr für das IT-Recht. Zwei EU-Regelwerke treten in ihre heiße Phase.

Die Ära der Cyber-Resilienz
Die EU-Richtlinie NIS2 und der Cyber Resilience Act (CRA) werden konkret. Ab Juni 2026 beginnen Konformitätsbewertungsstellen mit Tests, kurz darauf startet die Meldepflicht für Sicherheitslücken. Unternehmen müssen ihre digitale Infrastruktur jetzt überprüfen, um rückwirkende Sanktionen zu vermeiden.

KI-Act wird Realität
Der EU AI Act wird ab August 2026 verbindlich. Firmen haben nur noch wenige Monate Zeit, die Konformität ihrer KI-Systeme zu dokumentieren. Der Report warnt: Wer keine nachweisbar konforme KI-Governance vorweisen kann, dessen digitale Produkte könnten vom Markt ausgeschlossen werden.

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Neue Pflichten bei Personal und Lieferketten

Auch abseits der Digitalisierung verschärft sich die Rechtslage – mit sofortiger Wirkung seit dem 1. Januar.

Schriftliche Rechte-Belehrung für Drittstaatsangehörige
Eine Neuregelung im Aufenthaltsgesetz verpflichtet Arbeitgeber jetzt dazu, neuen Mitarbeitern aus Nicht-EU-Staaten schriftlich ihr Recht auf eine kostenlose arbeitsrechtliche Beratung mitzuteilen. Diese Information muss spätestens am ersten Arbeitstag vorliegen. Ein Verstoß gilt als Ordnungswidrigkeit und kann künftige Arbeitserlaubnisse gefährden. Personalabteilungen müssen ihre Prozesse sofort anpassen.

Lieferkettensorgfalt wird strenger
Die Auslegung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) wird enger. Gleichzeitig bereitet die EU mit der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) schon die nächste Verschärfung für 2027 vor. Die Konsequenz? Unternehmen müssen von jährlichen Stichproben auf Echtzeit-Überwachungssysteme umstellen, um Millionenstrafen zu vermeiden.

Finanztransparenz: Countdown für Geldwäsche-Meldungen

Im Finanzsektor tickt eine besonders knappe Uhr: Bis zum 1. März 2026 müssen alle Unternehmen ihr Meldesystem umstellen.

Ab diesem Stichtag müssen Verdachtsmeldungen an die Financial Intelligence Unit (FIU) ausschließlich über das „goAML“-Portal in einem speziellen XML-Format eingereicht werden. Das System prüft automatisch und weist unvollständige Meldungen sofort zurück. Für verpflichtete Unternehmen aus Finanz- und Immobilienbranche bedeutet das: Sie haben nur noch gut sechs Wochen Zeit, ihre IT-Schnittstellen upzudaten und deutlich detailliertere Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten vorzubereiten.

Compliance wird zum Wettbewerbsvorteil

Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Die Phase der Schonfristen ist vorbei, jetzt beginnt die aktive Durchsetzung.

Vorausschauende Unternehmen bauen ihre Compliance-Teams um und integrieren sie enger in Produktentwicklung und Vertrieb. So wird regulatorische Konformität zum Wettbewerbsvorteil in einem Markt, der Transparenz immer höher bewertet. Gleichzeitig sind die Risiken des Nichtstuns enorm: Die persönliche Haftung von Geschäftsführern für Compliance-Verstöße wird von deutschen Gerichten immer weiter ausgelegt, besonders bei Cyber-Vorfällen.

Die Prioritäten für die kommenden Wochen sind klar: Onboarding-Prozesse für internationale Talente aktualisieren, IT-Sicherheit für die Juni-Deadlines stress-testen und die Finanzmeldesysteme bis März fit für die neuen FIU-Standards machen. Im Jahr 2026 geht es bei Compliance nicht mehr nur ums Regelbefolgen – es geht um das operative Überleben.

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