Coca-Cola, Aktie

Coca-Cola Aktie: Führungswechsel belastet

06.01.2026 - 18:45:31

Der Getränkekonzern Coca-Cola vollzieht einen Wechsel an der Konzernspitze und streicht Stellen. Analysten sehen langfristig Potenzial, während institutionelle Investoren Anteile reduzieren.

Coca-Cola steht vor einem Umbruch. Ende März übernimmt Henrique Braun das Ruder von James Quincey, der den Konzern neun Jahre lang führte. Gleichzeitig streicht das Management 75 Stellen am Hauptsitz in Atlanta. Die Reaktion der Märkte fällt verhalten aus – die Aktie verlor gestern 1,71 Prozent auf 67,94 US-Dollar.

Braun übernimmt in schwieriger Phase

Der designierte CEO Henrique Braun, derzeit Executive Vice President und COO, erbt eine gemischte Ausgangslage. Zwar hat Quincey den Konzern zuletzt besser aufgestellt als Rivale PepsiCo und Sprite zur drittgrößten Limonadenmarke gemacht. Doch in wichtigen Märkten stagnieren die Umsätze.

Führungswechsel sorgen an der Börse typischerweise für Unsicherheit – auch wenn der Nachfolger aus den eigenen Reihen kommt. Investoren warten ab, welche strategischen Akzente Braun setzen wird und wie schnell er das Wachstum wieder beschleunigen kann.

Sparkurs verschärft sich

Parallel zum Personalwechsel an der Spitze läuft eine Restrukturierung. Ab Februar fallen 75 Arbeitsplätze in Atlanta weg – Teil eines umfassenderen Umbaus, mit dem sich Coca-Cola für die “nächste Wachstumsphase” rüsten will.

Die Zahl wirkt klein gemessen an der Gesamtbelegschaft, doch der Schritt zeigt: Der Margendruck bleibt hoch. Coca-Cola folgt damit Konkurrenten wie Nestlé und Unilever, die ebenfalls Personal abbauen, um sich veränderndem Konsumverhalten anzupassen.

Was Analysten erwarten

Trotz der aktuellen Schwäche sehen Analysten Potenzial. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 80,10 US-Dollar – rund 18 Prozent über dem aktuellen Niveau. Die Konsensbewertung lautet “Kaufen” (Rating: 1,42).

Kennzahlen im Überblick:
* Marktkapitalisierung: 292,25 Mrd. USD
* KGV: 22,49
* Dividendenrendite: 3,00 Prozent
* Q3-Umsatz: 12,5 Mrd. USD (+5%)

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Für einkommensorientierte Anleger bleibt die Dividende von drei Prozent interessant. Als “Dividend King” hat Coca-Cola die Ausschüttung 63 Jahre in Folge erhöht – ein Schutzschild gegen Inflation.

Institutionelle Investoren verkaufen

Ein Warnsignal kommt von professioneller Seite: Commonwealth Equity Services LLC reduzierte seine Position im dritten Quartal um 7,5 Prozent. Der Vermögensverwalter verkaufte knapp 122.000 Aktien und hält nun noch rund 1,51 Millionen Papiere im Wert von etwa 100,4 Millionen US-Dollar.

Solche Verkäufe deuten oft auf Gewinnmitnahmen oder eine Neugewichtung hin, weil kurzfristig begrenzte Wachstumsaussichten erwartet werden. Allerdings liegt die institutionelle Beteiligungsquote weiterhin über 70 Prozent – Coca-Cola bleibt ein Schwergewicht in professionellen Portfolios.

Technisch angeschlagen

Charttechnisch hat die Aktie Boden verloren. Bei 67,94 US-Dollar notiert sie deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 74,38 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 2,82 Prozent zu Buche. Entscheidend wird in den kommenden Handelstagen, ob die Unterstützung im Bereich von 67 US-Dollar hält oder weiterer Verkaufsdruck entsteht.

Coca-Cola befindet sich in einer Übergangsphase. Die neue Führung muss Antworten liefern, wie sie das Wachstum wieder ankurbeln will. Bis dahin dürfte die Aktie volatil bleiben – trotz solider Bilanz und attraktiver Dividende.

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