Chinas Strafzölle treffen europäische Milchwirtschaft
08.01.2026 - 03:52:12Die EU-Milchindustrie zahlt den Preis für den Handelsstreit mit China. Seit Ende Dezember müssen Importeure für Käse und Sahne Sicherheitsleistungen von bis zu 42,7 Prozent hinterlegen. Diese Strafmaßnahme gilt als Vergeltung für europäische Elektroauto-Zölle.
Die neuen Handelsbarrieren treffen europäische Molkereikonzerne unmittelbar. Der niederländische Großkonzern FrieslandCampina muss mit der höchsten Rate von 42,7 Prozent rechnen. Der dänische Marktführer Arla Foods liegt zwischen 28,6 und 29,7 Prozent. Am günstigsten kommt die italienische Sterilgarda Alimenti mit 21,9 Prozent davon.
Betroffen sind frische und verarbeitete Käsesorten sowie Sahne mit einem Fettgehalt über zehn Prozent. Ausgenommen sind dagegen wichtige Exportprodukte wie Babynahrung, Joghurt, Butter und Milchpulver. Die chinesischen Behörden begründen den Schritt mit vorläufigen Untersuchungsergebnissen. Diese hätten „erhebliche Schäden“ für die heimische Milchindustrie ergeben.
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Ein politisches Druckmittel mit Verfallsdatum
Hinter den Maßnahmen steckt klare politische Kalkulation. Fachleute sehen sie als direkte Antwort auf die EU-Zölle auf chinesische Elektroautos. Diese können bis zu 45,3 Prozent betragen. Die jetzt verhängten Sicherheitsleistungen sind kein endgültiges Urteil. Sie sollen vielmehr Verhandlungsdruck aufbauen.
Die endgültige Entscheidung fällt am 21. Februar 2026. Bestätigt China dann seine vorläufige Einschätzung, werden aus den Kautionen feste Zölle für fünf Jahre. Findet sich eine diplomatische Lösung oder entfällt die Begründung, müssten die Gelder zurückgezahlt werden. Handelsexperten halten das für unwahrscheinlich.
Die EU-Kommission weist die Vorwürfe entschieden zurück. Sie spricht von „fragwürdigen Behauptungen“ und „unzureichenden Beweisen“. Brüssel hat bereits Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) eingelegt. Doch die Uhr tickt. Bis Februar bleibt nur ein schmales Zeitfenster für eine Entspannung.
Milliardenschwere Folgen für Europas Molkereien
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind beträchtlich. Branchenschätzungen zufolge könnten die endgültigen Zölle europäische Exporteure zwischen 120 und 280 Millionen Euro pro Jahr kosten. Das wäre ein herber Schlag für einen ohnehin angespannten Markt.
Gleichzeitig sucht China nach alternativen Bezugsquellen. Länder wie Neuseeland oder Australien, die mit Peking bereits Freihandelsabkommen haben, könnten profitieren. Für europäische Molkereien bedeutet die Unsicherheit derweil gebundenes Kapital und komplizierte Preisgestaltung.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Stehen die Zölle endgültig, droht eine dauerhafte Verschiebung der Handelsströme. Gelingt der diplomatische Durchbruch, könnte die Milchindustrie wieder durchatmen. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren – doch die Zeit drängt.
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