Chinas, Roboter-Riesen

Chinas Roboter-Riesen drängen in die Welt

21.01.2026 - 07:17:12

Chinesische Hersteller humanoider Roboter erreichen mit Airbus-Partnerschaft und Serienreife nach Automobilstandard einen neuen Entwicklungsstand. Der Markt wird von China dominiert und steht vor einem globalen Boom.

Peking setzt voll auf humanoide Roboter – und die Industrie liefert. Diese Woche zeigen gleich zwei spektakuläre Deals, wie chinesische Hersteller von Prototypen zur Serienreife gelangen. Mit Airbus und eigenen Auto-Standards demonstrieren sie globale Wettbewerbsfähigkeit.

Airbus setzt auf chinesische Roboter

Ein Meilenstein für den Technologie-Export: Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus wird künftig humanoide Roboter des chinesischen Herstellers UBTech Robotics in seinen Flugzeugwerken einsetzen. Die Vereinbarung vom 20. Januar sieht vor, dass die zweibeinigen Walker S2-Modelle in den komplexen Fertigungsanlagen von Airbus zum Einsatz kommen.

Für UBTech aus Shenzhen ist dies ein strategischer Coup. Das Unternehmen, das Ende 2025 bereits 1.000 Einheiten des Walker S2 produzierte und Aufträge im Wert von 1,4 Milliarden Yuan verbuchte, rechnet für 2026 mit dem Versand zehntausender Industrieroboter. Die Partnerschaft beweist das wachsende Vertrauen globaler Konzerne in „Made in China“.

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XPeng erreicht Automobil-Standard

Parallel meldet der Elektroauto-Hersteller XPeng Motors einen Durchbruch. Seine Robotik-Sparte hat den ersten humanoiden Roboter ET1 nach Automobil-Standard fertiggestellt. Dieser Schritt ist entscheidend für die angestrebte Serienproduktion noch in diesem Jahr.

„2026 wird das entscheidende Jahr für die Kommerzialisierung physischer künstlicher Intelligenz“, so der Vorstandsvorsitzende. XPeng positioniert sich damit im hart umkämpften Feld der physischen KI, in dem China bereits heute dominiert.

Staat fördert, Markt sortiert sich

Die Pekinger Führung treibt die Entwicklung massiv voran. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) bestätigte am 21. Januar seine Unterstützung für Innovation und den Aufbau eines robusten Ökosystems. Dazu zählen der nationale KI-Investitionsfonds und verbindliche Industriestandards.

Diese Förderung befeuert einen überhitzten Markt. Über 100 Unternehmen buhlen in China um Anteile. Analysten erwarten für 2026 eine deutliche Konsolidierung. „Unternehmen mit soliden Finanzierungen und echten Aufträgen werden überleben, andere vom Markt verschwinden“, heißt es. Der größte Engpass bleibt die Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme, die vor allem Tech-Giganten stemmen können.

China dominiert bereits heute

Die aktuellen Zahlen sind beeindruckend. Laut Counterpoint Research entfielen 2025 über 80 Prozent aller weltweiten Installationen humanoider Roboter auf China. Von 16.000 Einheiten gingen fast 13.000 an chinesische Abnehmer. Marktführer sind AgiBot aus Shanghai und Unitree Robotics aus Hangzhou.

Auf der CES 2026 in Las Vegas demonstrierten chinesische Firmen ihre neue Reife. 21 von 38 ausstellenden Roboterherstellern kamen aus China. Sie präsentierten keine Einzelteile mehr, sondern komplette Industrieketten – von präzisen Greifhänden bis zum fertigen System. Diese Komplettlösungen für spezifische Industrieaufgaben geben China einen Vorteil gegenüber US-Konkurrenten, die oft stärker in genereller KI forschen.

Ausblick: Verzehnfachung bis 2027

Der globale Markt steht vor einem Boom. Prognosen zufolge könnte er sich von 2025 bis 2027 verzehnfachen und dann über 100.000 Einheiten umfassen. Treiber sind vor allem Logistik, Fertigung und Automobilindustrie.

Die Zuverlässigkeit der ersten Serienmodelle in diesem Jahr wird über das Tempo der weiteren Einführung entscheiden. Mit staatlicher Förderung, massiver Produktionsskalierung und strategischen Exportdeals ist China in der Pole-Position, nicht nur seinen Marktvorsprung zu halten, sondern auch die globalen Standards dieser Schlüsseltechnologie mitzuprägen.

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