Chinas, Therapieroboter

Chinas humanoider Therapieroboter setzt auf Gedankensteuerung

08.02.2026 - 18:40:11

Ein neuartiger Therapieroboter nutzt eine Gehirn-Computer-Schnittstelle, um die Früherkennung und Behandlung von Autismus in China durch objektive Daten zu verbessern.

China setzt erstmals einen menschenähnlichen Roboter zur Diagnose und Behandlung von Autismus ein. Das System kombiniert Robotertechnik mit einer Gehirn-Computer-Schnittstelle und soll die Früherkennung und Therapie für über 13 Millionen Betroffene im Land revolutionieren.

Diagnose per Gedankenlesen

Entwickelt wurde der Roboter vom Künstliche-Intelligenz-Forschungsinstitut der Universität für Land- und Forstwirtschaft Fujian. Sein Kernstück ist eine nicht-invasive Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI), die selbst schwächste elektrische Hirnsignale in Echtzeit erfasst und interpretiert. Proprietäre Algorithmen filtern dabei Störsignale wie Augenblinzeln oder Herzschlag präzise heraus.

Die hochpräzise EEG-Technologie übersetzt spezifische Hirnstrommuster direkt in Steuerbefehle für den Roboter. So kann er Bewegungen koordinieren und auf die Gedanken und den mentalen Zustand eines Kindes reagieren. Ziel ist eine natürlichere Interaktion, die autistischen Kindern in Therapiesitzungen mehr Sicherheit und Engagement vermittelt. Damit geht die Technologie über die einfache Steuerung von Roboterarmen hinaus – sie ermöglicht eine voll integrierte, menschenähnliche Plattform für komplexe Interaktionen.

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Objektive Daten für maßgeschneiderte Therapie

Ein zentrales Problem in der Autismus-Therapie war bisher der Mangel an objektiven Daten für Screening und Verlaufsmessung. Der neue Roboter schafft hier Abhilfe, indem er „interaktionen auf Gedankenebene“ mit den Kindern ermöglicht. Während der Sitzungen wandelt er Aufmerksamkeitslevel und Bewegungsvorstellungen des Kindes in messbare Datenpunkte um.

„Der Roboter kann ein Kind flexibel und schnell führen, wenn es bei bestimmten Fragen Schwierigkeiten hat“, erklärt Kong Xiangzeng, der geschäftsführende Dekan des KI-Instituts. Die so gewonnenen quantitativen Daten liefern Therapeuten und Eltern eine präzise Basis. Sie können darauf aufbauend effektiver zusammenarbeiten und individuelle Behandlungspläne entwickeln, die sich den sich wandelnden Bedürfnissen des Kindes anpassen. Der Roboter dient als Kommunikationsbrücke, die die für den Therapieerfolg entscheidende emotionale Bindung stärkt.

Nationales Prestigeprojekt mit großer Reichweite

Die Entwicklung des Therapieroboters ist ein national anerkanntes Prestigeprojekt, das von 11 nationalen Schlüsselforschungsprogrammen unterstützt wird. Diese Förderung ermöglichte eine komplette Technologiekette mit vollständig unabhängigen geistigen Eigentumsrechten – ein Beleg für die strategische Bedeutung.

Das Projekt adressiert ein dringendes Problem: In China stellen Schwierigkeiten bei Screening, Intervention und Rehabilitation seit langem eine Belastung für Millionen betroffener Familien dar. Der aktuelle klinische Einsatz folgt auf eine erste Demonstration des humanoiden Roboters „Fuxiaozhi F1-D“ Ende Januar 2026, der damals zeigte, wie er allein per Hirnsignal Gegenstände greifen und überreichen kann. Der Übergang vom Forschungskonzept zum praktischen Therapiewerkzeug erfolgte somit äußerst schnell.

Ein neues Werkzeug für die Neurologie

Soziale Roboter in der Autismus-Therapie sind nicht grundsätzlich neu. Die tiefe Integration einer nicht-invasiven BCI zur direkten neuronalen Steuerung in eine humanoide Plattform ist jedoch ein bahnbrechender Schritt. Sie ermöglicht eine dynamischere und reaktionsfähigere Interaktionsform als vorprogrammierte Roboterabläufe.

Das Forschungsteam hat eine breitere Vision: Die Plattform soll über die Autismus-Rehabilitation hinaus auch in anderen Bereichen der neurologischen und physikalischen Therapie helfen. Künftige Anwendungen werden aktive Rehabilitationsunterstützung für Patienten nach Schlaganfällen, Rückenmarksverletzungen und anderen motorischen Einschränkungen umfassen. Diese Erweiterung könnte einer größeren Gruppe von Menschen mit neurologischen Störungen helfen, essentielle Alltagsfunktionen zurückzugewinnen – und die Technologie zu einem vielseitigen neuen Werkzeug in der modernen Gesundheitsversorgung machen.

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