Chinas, Doppelstrategie

Chinas Doppelstrategie für menschenähnliche Roboter

25.01.2026 - 03:31:12

China kombiniert einen ehrgeizigen Fünf-Jahres-Plan zur Förderung von Robotik und KI-Chips mit strengen Vorschriften, um psychologische Risiken durch emotionale KI-Systeme zu kontrollieren.

Peking setzt mit einem Fünf-Jahres-Plan und strengen Regeln für emotionale KI einen neuen globalen Maßstab. Die Volksrepublik will die Robotik-Industrie massiv vorantreiben und gleichzeitig die gesellschaftlichen Risiken streng kontrollieren. Ein Spagat zwischen Innovation und Überwachung.

Fünf-Jahres-Plan für globale Führungsposition

Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat einen ehrgeizigen Fünf-Jahres-Plan vorgestellt. Er ist Teil des nationalen 15. Fünf-Jahres-Plans (2026-2030) und zielt auf technologische Durchbrüche ab. Der Fokus liegt auf Schlüsseltechnologien wie fortschrittlichen KI-Chips und 6G-Kommunikation.

Für die Robotik bedeutet das: Die Entwicklung von Standards für „verkörperte Intelligenz“ wird priorisiert. Dieser Begriff beschreibt die komplexe Integration von Wahrnehmung, Kognition und physischer Interaktion eines Roboters. Zudem soll eine nationale Open-Source-Community den Markteintritt für Unternehmen erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie fördern.

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Der Plan kommt in einer Boomphase. Die Produktion von Industrierobotern stieg 2025 bereits um 28 Prozent. Durch Standardisierung will China nun die globale Wettbewerbsfähigkeit seiner Roboterbranche weiter steigern – und bis 2030 eine dominante Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen.

Strenge Regeln gegen psychologische Risiken

Parallel zur Innovationsoffensive schafft die Cyberspace-Verwaltung Chinas (CAC) einen detaillierten Rechtsrahmen. Die „Vorläufigen Maßnahmen zur Verwaltung anthropomorpher interaktiver Dienste“ sollen noch 2026 in Kraft treten. Sie zielen speziell auf KI-Systeme ab, die Emotionen wecken und Bindungen schaffen.

Die Regeln adressieren konkrete Gefahren: die Verwischung der Grenze zwischen Mensch und Maschine, psychologische Manipulation und Nutzerabhängigkeit. Die Vorgaben sind präzise und weitreichend:
* Transparenzpflicht: Dienste müssen Nutzer eindeutig darauf hinweisen, dass sie mit einer KI und nicht mit einem Menschen interagieren.
* Unterbrechungsreminder: Nach zwei Stunden ununterbrochener Interaktion muss das System automatisch eine Pausenerinnerung senden.
* Ausstiegsklausel: Anbieter müssen einfache Wege schaffen, um ein Gespräch jederzeit zu beenden.
* Schutz vulnerabler Gruppen: Besonders strenge Maßnahmen gelten für Minderjährige und ältere Menschen. KI-Dienste dürfen beispielsweise nicht die Verwandten eines Senioren imitieren.
* Notfallmechanismus: Äußert ein Nutzer Selbstmordgedanken, muss ein menschlicher Operator eingreifen können.

Alle KI-generierten Inhalte müssen zudem den sozialistischen Kernwerten entsprechen. Inhalte, die die nationale Sicherheit gefährden oder illegale Aktivitäten fördern, sind strikt verboten.

Klarer Rahmen für eine boomende Industrie

Die kombinierte Strategie aus MIIT und CAC schafft ein hochreguliertes, aber auch berechenbares Umfeld für Unternehmen. Während die Regeln streng sind, bieten sie auch Planungssicherheit. Sie lösen langjährige Probleme bei Produktkompatibilität und Sicherheitsstandards.

Die Auswirkungen werden in vielen Sektoren spürbar sein: von der Pflege und Companionship bis zum Kundenservice. Lokale Regierungen passen sich bereits an. Städte wie Hangzhou haben zugesagt, führende Open-Source-KI-Modelle zu fördern und ihre lokale KI-Industrie auszubauen.

Diese Regulierung markiert eine neue Reifephase in Chinas Technologiepolitik. Die Regierung gestaltet die Industrie aktiv, anstatt nur Wachstum zu fördern. Der Ansatz ähnelt einem „sicheren Sandkasten“: Innovation wird innerhalb klarer ethischer und regulatorischer Grenzen ermöglicht.

Die Umsetzung der CAC-Regeln wird 2026 international genau beobachtet. Sie setzen einen globalen Präzedenzfall für die Regulierung emotional interaktiver KI. Der Erfolg dieser Doppelstrategie wird zeigen, ob sich rasanter technologischer Fortschritt und verantwortungsvolle Nutzung menschenähnlicher Maschinen vereinen lassen.

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