China verschärft Arbeitserlaubnisse für Ausländer drastisch
13.02.2026 - 05:39:11Peking zieht die Zügel an: Ausländische Fachkräfte und ihre Arbeitgeber müssen sich ab sofort auf deutlich höhere Gehaltshürden und mehr Bürokratie einstellen. Die chinesischen Behörden beenden damit eine mehrjährige Phase pandemiebedingter Kulanz und kehren zu strikten Vor-Corona-Regeln zurück. Für deutsche Konzerne mit Standorten in China bedeutet dies unerwartete Kosten und administrative Herausforderungen.
Seit Anfang Februar setzen die Behörden landesweit wieder die hohen Gehaltsschwellen für die Beantragung und Verlängerung von Arbeitserlaubnissen durch. Ein landesweites System-Update am 5. Februar machte den Wechsel offiziell. Besonders in Metropolen wie Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen schießen die Ablehnungsraten in die Höhe, berichten Personalberater. Unternehmen müssen die Vergütungspakete für ihre ausländischen Mitarbeiter nun dringend überprüfen – und oft deutlich aufstocken.
Konkrete Gehaltshürden in Top-Städten
Im Kern der Verschärfung stehen klare, an lokale Durchschnittseinkommen gekoppelte Gehaltsanforderungen. Für die höchste Kategorie A muss ein ausländischer Antragsteller nun das Sechsfache des lokalen Durchschnittslohns verdienen. Für die Kategorie B gilt das Vierfache.
Das führt zu anspruchsvollen Schwellen:
* In Peking sind für Kategorie A mindestens 71.622 Renminbi (RMB) pro Monat (ca. 9.100 Euro) nötig, für Kategorie B 47.748 RMB.
* In Shanghai liegt die Latte noch höher: 74.604 RMB monatlich für Kategorie A und 49.736 RMB für Kategorie B.
Diese Multiplikatoren sind zwar seit 2017 Gesetz, wurden während der Pandemie aber oft großzügig ausgelegt. Diese Zeit ist vorbei. Das Online-Antragssystem blockiert Anträge, die auch nur knapp unter den Schwellen liegen, jetzt automatisch.
Hohe Kosten und bürokratische Fallstricke
Die Folgen für Unternehmen sind weitreichend. Schätzungen zufolge müssen die Bruttogehälter in Top-Städten um 15 bis 20 Prozent steigen, um die begehrten Genehmigungen zu sichern. Das verursacht unvorhergesehene Personalkosten.
Für ausländische Mitarbeiter, die die neuen Hürden nicht schaffen, droht die Herabstufung von Kategorie A auf B. Das ist mehr als ein Statussymbol: Es bedeutet erheblichen zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Notariell beglaubigte Hochschulabschlüsse und polizeiliche Führungszeugnisse aus dem Heimatland werden fällig – ein Prozess, der Wochen dauern kann.
Zudem werden Ausnahmen von der Altersgrenze von 60 Jahren für Kategorie B bei Erstanträgen nicht mehr gewährt. Unternehmen riskieren bei Verstößen Strafen von bis zu 50.000 RMB und Reputationsschäden, die künftige Anträge erschweren.
Strategische Steuerung statt offener Tore
Analysten deuten die Rückkehr zur Strenge als Teil einer größeren Strategie. Peking will sein Einwanderungsregime professionalisieren und hochqualifizierte Talente (Kategorie A) gezielt anlocken. Die Botschaft ist klar: Entweder man bringt strategischen Wert oder ein entsprechend hohes Gehalt mit.
Für Unternehmen in geförderten Hightech-Sektoren gibt es zwar alternative Wege zur Kategorie A, etwa über Punktesysteme. Doch auch diese Pfade sind mit strengen Auflagen verbunden. Die Anpassung der Gehaltsstrukturen ist für die meisten multinationalen Konzerne unausweichlich, um Compliance-Probleme zu vermeiden.
Was Arbeitgeber jetzt tun müssen
Die abrupte Wende erfordert sofortiges Handeln von Personalabteilungen. Experten raten dringend zu einer internen Prüfung aller Vergütungspakete für ausländische Mitarbeiter. Längere Vorlaufzeiten für Anträge und Verlängerungen müssen eingeplant werden, besonders bei drohenden Herabstufungen.
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Die proaktive Beschaffung notwendiger Dokumente wie beglaubigter Diplome kann spätere Verzögerungen verhindern. Da die lokalen Durchschnittslöhne jährlich steigen, müssen Unternehmen diese Schwellenwerte zudem kontinuierlich im Blick behalten. Die neue Strenge unterstreicht, wie wichtig eine vorausschauende Personalplanung für China-Standorte geworden ist.
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