China, Open-Source-Offensive

China startet nationale Open-Source-Offensive für humanoide Roboter

21.01.2026 - 15:31:12

China startet eine nationale Open-Source-Initiative für humanoide Roboter, um durch Standardisierung und Finanzhilfen die Entwicklung zu beschleunigen und eine globale Führungsposition zu sichern.

Peking treibt mit einer nationalen Open-Source-Plattform die Entwicklung humanoider Roboter voran. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat eine strategische Initiative zur Schaffung einer offenen Gemeinschaft für diese Schlüsseltechnologie angekündigt. Ziel ist es, die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und China eine Führungsposition im Bereich der embodied Intelligence zu sichern.

Die Maßnahme ist ein Kernbestandteil der neuen Fünfjahresplanung, die technologische Eigenständigkeit priorisiert. Durch eine gemeinsame Plattform sollen Entwicklungskosten gesenkt, Doppelarbeit vermieden und der Weg von der Demonstration zur serienreifen Industrieanwendung geebnet werden. Der Plan umfasst nicht nur Software- und Hardware-Rahmenwerke, sondern auch eine umfassende Standardisierung, Finanzhilfen und strengere Sicherheitsprotokolle.

Ein mehrgleisiger Plan für ein wettbewerbsfähiges Ökosystem

Im Zentrum der Strategie steht die Schaffung der Open-Source-Gemeinschaft. Vizeminister Zhang Yunming erläuterte weitere flankierende Maßnahmen. So soll ein umfassender Leitfaden für ein nationales Standardisierungssystem veröffentlicht werden. Dieser soll Ordnung in den boomenden Sektor bringen und die Spezifikationen für Hardware und Software vereinheitlichen. Das ist eine Grundvoraussetzung für effektives Training von KI-Modellen im großen Maßstab.

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Die finanzielle Unterstützung wird deutlich aufgestockt. Der nationale KI-Industriefonds soll gezielt vielversprechende Unternehmen und Forschungsprojekte im Bereich der humanoiden Robotik fördern. Gleichzeitig kündigte das Ministerium strengere Qualitäts- und Sicherheitskontrollen an. Dazu gehören verbesserte Produkttests sowie verstärkte Inspektionen der Netzwerk- und Datensicherheit. Auch Forschung zu Technologieethik wird betrieben, um hohe Entwicklungsstandards zu gewährleisten.

Aufbau auf einer Phase explosiven Wachstums

Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Chinas Robotikindustrie bereits global führend ist. Das Land ist seit einem Jahrzehnt weltweit führend im Absatz von Industrierobotern. Im Nischensegment der humanoiden Roboter entfielen 2025 von global 16.000 installierten Einheiten fast 13.000 auf China. Eine lebendige Szene von über 150 Herstellern treibt diesen Markt voran.

Erste kooperative Ansätze gibt es bereits. In Innovationszentren in Peking und Shanghai wurden bereits Open-Source-Initiativen gestartet. So öffnete das Pekinger Zentrum hinter dem vollelektrischen „Tiangong“-Roboter Ende 2024 seine Plattform für Weiterentwicklungen. Das nationale MIIT-Programm zielt nun darauf ab, diese Einzelbestrebungen zu bündeln und in einem einheitlichen Rahmen für die gesamte Branche nutzbar zu machen.

Standardisierung als Schlüssel zur Kommerzialisierung

Branchenbeobachter sehen in der Betonung von Open-Source und Standardisierung einen strategischen Schachzug. Bislang behindert die Zersplitterung der Plattformen die Interoperabilität und verlangsamt die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle. Eine gemeinsame Basis soll Ressourcen effizienter kanalisieren und die Kommerzialisierung beschleunigen.

Die Roboter-Offensive fügt sich nahtlos in andere Regierungsprogramme wie den aktuellen „KI + Fertigung“-Aktionsplan ein. Humanoide Roboter gelten als kritische Plattform für „embodied AI“, die die physische Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren kann. Die Pekinger Führung betrachtet die Technologie damit nicht als Nischenprodukt, sondern als Grundpfeiler ihrer künftigen industriellen Ambitionen.

Der Weg in die praktische Anwendung

Die nächsten konkreten Schritte sind der offizielle Start der Open-Source-Gemeinschaft und die Veröffentlichung der Standardisierungsrichtlinien. Mit dem klaren politischen Rahmen und erhöhten Mitteln wird sich der Fokus der Branche voraussichtlich von spektakulären Vorführroboter hin zu praktischen Anwendungen verlagern.

Experten rechnen mit einem schnelleren Einsatz in Zielbranchen wie der Elektrofahrzeugfertigung, der Logistik und spezialisierten Dienstleistungen. Die offene Zusammenarbeit könnte zudem das Wachstum einer spezialisierten Zulieferkette für Schlüsselkomponenten wie geschickte Greifer und Sensoren beschleunigen. Die Welt wird beobachten, ob China seinen ambitionierten Plan in ein weltweit wettbewerbsfähiges Roboter-Ökosystem umwandeln kann.

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