China lockert Seltene-Erden-Exporte – aber nur für alle außer Japan
08.01.2026 - 00:30:12China gewährt der Weltwirtschaft eine Atempause, während es Japan mit gezielten Sanktionen überzieht. Das Reich der Mitte hat die Verschärfung seiner Seltene-Erden-Exportkontrollen für den globalen Markt ausgesetzt, verhängt aber gleichzeitig ein sofortiges Embargo für “dual-use”-Güter an Japan. Diese strategische Gabelung der Handelspolitik spiegelt eskalierende diplomatische Spannungen wider.
Die Befürchtungen einer kompletten Exportblockade für Seltene Erden haben sich vorerst zerschlagen. Das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) bestätigte diese Woche, dass es wieder allgemeine Exportlizenzen für selteneredbezogene Produkte genehmigt. Diese Entscheidung beendet eine monatelange Unsicherheit für Schlüsselindustrien in Westeuropa und den USA, von der Robotik bis zur Elektromobilität.
Hinter der Kehrtwende steckt eine bereits im November 2025 angekündigte, einjährige Aussetzung der schärfsten Kontrollen. Diese waren ursprünglich im Oktober 2025 verkündet worden und hätten Exporteure zu detaillierten Endverwendungsnachweisen verpflichtet. Die nun fließenden Lizenzen signalisieren: China will seine marktbeherrschende Stellung nicht durch einen abrupten Handelsbruch gefährden. “Das Damoklesschwert über der globalen Halbleiter- und Magneteindustrie ist vorerst beiseitegelegt”, kommentieren Branchenbeobachter.
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Gezielte Sanktionen gegen Tokio
Während der Weltmarkt aufatmet, trifft es Japan mit voller Härte. Parallel zur globalen Lockerung verhängte Peking am 6. Januar ein sofortiges Ausfuhrverbot für alle “dual-use”-Güter nach Japan. Das Verbot umfasst insbesondere die für Hochtechnologie und Rüstungsproduktion essenziellen Seltenen Erden.
Als Begründung nannte die chinesische Regierung jüngste Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan. Diese hätten das “Ein-China-Prinzip” verletzt. Im Gegensatz zu informellen Blockaden im Jahr 2010 ist die aktuelle Maßnahme durch das chinesische Exportkontrollgesetz abgesichert – eine formelle, rechtlich bindende Sanktion. MOFCOM warnte zudem ausdrücklich vor Umgehungsgeschäften über Drittländer.
Wirtschaft reagiert mit zweigeteiltem Börsenbild
Die divergierende Handelspolitik löste an den Finanzmärkten sofort unterschiedliche Reaktionen aus.
- Japan unter Druck: Aktien japanischer Konzerne mit starker China-Abhängigkeit brachen ein. Toyota und Rüstungsunternehmen wie Mitsubishi Heavy Industries verzeichneten deutliche Verluste. Analysen des Nomura Research Institute prognostizieren für ein einjähriges Embargo wirtschaftliche Schäden von umgerechnet über 16 Milliarden Euro und einen GDP-Rückgang Japans um fast 0,5 %.
- Alternative Anbieter profitieren: Dagegen schossen die Kurse nicht-chinesischer Seltene-Erden-Produzenten in die Höhe. Die australischen Minenkonzerne Lynas Rare Earths und Australian Strategic Materials legten zweistellig zu. Die Märkte spekulieren auf eine massive Nachfrage Japans nach alternativen Bezugsquellen.
- Globaler Tech-Sektor stabil: Breitere Technologieindizes blieben hingegen stabil, gestützt von der Gewissheit, dass der Nachschub an Gallium, Germanium und Seltenen-Erden-Magneten in die USA und nach Europa vorerst ungestört fließt.
Strategische Pause mit Ablaufdatum
Die nun ausgesetzte “Verschärfung” ist kein Politikwechsel, sondern eine taktische Kalibrierung. China demonstriert, dass es den Hahn für Japan jederzeit zudrehen kann. Dass er für alle anderen vorläufig geöffnet bleibt, ist eine bewusste Entscheidung. “Es isoliert Japan und dient anderen Nationen als Warnung”, so ein Handelsexperte aus Singapur.
Doch die Atempause ist befristet. Die Aussetzung der strengsten Kontrollen läuft im November 2026 aus. Damit bleiben der globalen Industrie weniger als zwölf Monate garantierter Stabilität. Japans oberste Priorität ist nun die rasche Diversifizierung seiner Lieferketten. Erwartet wird eine diplomatische Offensive Tokios gegenüber Australien, Vietnam und den USA.
Die Botschaft aus Peking ist eindeutig: Der Zugang zu Chinas kritischen Rohstoffen ist ein Privileg für jene, die seine politischen roten Linien achten – kein garantiertes Recht des Weltmarkts.
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