Chevron Aktie: Bewertung im Fokus
03.02.2026 - 10:27:32Chevron liefert operativ solide ab – und trotzdem wird die Aktie gerade kritischer beäugt. Der Grund ist weniger das Geschäft selbst als die Frage, wie viel davon nach der starken Kursrally schon eingepreist ist. Genau an diesem Punkt gehen die Meinungen der Analysten auseinander.
Analysten uneins – wegen der Bewertung
Gestern hat HSBC die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft. Interessant: Gleichzeitig hob die Bank das Kursziel von 169 auf 180 US-Dollar an. Der Schritt ist also kein Misstrauensvotum gegen die Qualität des Geschäfts, sondern vor allem ein Kommentar zur Bewertung nach dem schnellen Anstieg seit Jahresbeginn.
HSBC argumentiert, dass Rückenwind wie steigende Ölpreise und der Optimismus rund um die Produktion in Venezuela inzwischen weitgehend im Kurs stecke. Entsprechend sieht die Bank kurzfristig nur begrenztes Potenzial.
Wells Fargo setzt dagegen deutlich höhere Akzente: Die Bank bestätigte ihr „Overweight“-Votum und erhöhte das Kursziel auf 204 US-Dollar. Unterm Strich zeigt der gleiche Tag zwei Lesarten: Die einen sehen nach der Rally eher eine Verschnaufpause, die anderen weiterhin Luft nach oben – auch mit Blick auf 2026.
CFO-Verkauf: Was dahintersteckt
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam Chevron durch einen größeren Aktienverkauf aus dem Management. Finanzvorständin Eimear P. Bonner verkaufte am 28. Januar 7.534 Aktien zu durchschnittlich 170 US-Dollar, insgesamt rund 1,28 Mio. US-Dollar. Dadurch schrumpften ihre direkten Bestände um mehr als 63%.
Wichtig für die Einordnung: Der Verkauf lief über einen vorab festgelegten Rule-10b5-1-Plan, der bereits am 24. Februar 2025 eingerichtet wurde. Solche Pläne dienen typischerweise der planbaren Vermögensverwaltung und sollen gerade vermeiden, dass Transaktionen mit nicht öffentlichen Informationen in Verbindung gebracht werden.
Dividende rauf, Wachstum geplant
Fundamental bleibt das Bild stabil. Im vierten Quartal 2025 übertraf Chevron beim Gewinn je Aktie die Erwartungen: 1,52 US-Dollar standen geschätzten 1,44 bis 1,45 US-Dollar gegenüber. Beim Umsatz blieb der Konzern mit 45,79 Mrd. US-Dollar jedoch unter der Prognose von 48,18 Mrd. US-Dollar.
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Beim Thema Ausschüttungen setzt Chevron weiter auf Verlässlichkeit. Am 2. Februar erhöhte der Vorstand die Quartalsdividende um 4% auf 1,78 US-Dollar je Aktie – das war das 39. Jahr in Folge mit einer Dividendenerhöhung.
Wachstumsseitig peilt das Unternehmen für 2026 ein Plus von 7% bis 10% bei der Förderung an (bereinigt um Effekte aus Asset-Verkäufen). Ein großer Teil soll aus Venezuela kommen: Dort will Chevron die Produktion in den kommenden 18 bis 24 Monaten um rund 50% steigern.
Kurzfakten aus dem Update:
– Dividende: 1,78 US-Dollar je Quartal (+4% seit gestern beschlossen)
– Q4-Gewinn je Aktie: 1,52 US-Dollar (über Erwartung)
– Kursziele: 180 US-Dollar (HSBC), 204 US-Dollar (Wells Fargo)
– Förderziel 2026: +7% bis +10%, Venezuela als wichtiger Treiber
Gestern schloss die Aktie bei 174,96 US-Dollar und markierte damit zugleich ein neues 52‑Wochen‑Hoch. Genau das erklärt den aktuellen Ton am Markt: Operativ liefert Chevron Argumente – aber nach dem schnellen Lauf wird stärker abgewogen, ob Dividende und Produktionspläne kurzfristig noch genügend Zusatzfantasie gegenüber der inzwischen ambitionierteren Bewertung liefern.
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