ChatGPT, Werbung

ChatGPT: Werbung im KI-Chat löst Werbemarkt-Erdbeben aus

23.01.2026 - 08:04:12

OpenAI führt kontextbezogene Werbung in der kostenlosen ChatGPT-Version ein, um die explodierenden Infrastrukturkosten zu decken und stellt damit das etablierte Pay-per-Click-Modell infrage.

OpenAI führt Werbung in ChatGPT ein – und stellt damit Googles Milliardenmarkt für Suchanzeigen infrage. Die Pläne des KI-Pioniers, enthüllt in den letzten Tagen, zielen auf die 810 Millionen monatlichen Nutzer der kostenlosen Versionen. Ein strategischer Schachzug, der die gesamte Branche in Aufruhr versetzt.

Hinter der Entscheidung steht ein gewaltiger finanzieller Druck. OpenAI-CFO Sarah Friar machte in einem Blogeintrag diese Woche klar: Das explosive Wachstum – von 2 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz 2023 auf über 20 Milliarden 2025 – hat seinen Preis. Die Infrastrukturkosten für die KI-Berechnungen explodieren. Prognosen sagen Ausgaben im Billionenbereich für das kommende Jahrzehnt voraus. Werbung soll nun eine tragende Säule im Geschäftsmodell werden und den Weg von einer Forschungs-KI zu einem konsumententauglichen, mehrstufigen Produkt finanzieren.

Ein neues Werbeparadigma: Kontext statt Klicks

Die neuen Details, die am 21. Januar bekannt wurden, zeigen ein durchdachtes, aber ehrgeiziges System. Statt des üblichen Pay-per-Click setzt OpenAI auf ein Pay-per-Impression-Modell. Das bedeutet: Der Konzern kassiert bereits, sobald eine Anzeige eingeblendet wird – unabhängig davon, ob ein Nutzer klickt. Für Werbetreibende, die an direkte Performance-Messung gewöhnt sind, ist das eine Herausforderung.

Die Anzeigen sollen kontextsensitiv sein und passend zur laufenden Konversation erscheinen. Sie werden in einem klar gekennzeichneten Feld unter der KI-Antwort platziert, um sie von der organischen Antwort zu trennen. Ein erster Testlauf startet bereits im Februar, zunächst exklusiv für erwachsene Nutzer der kostenlosen und der günstigen „ChatGPT Go“-Variante (8 US-Dollar/Monat) in den USA. Die teureren Abos Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei.

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Branche gespalten: Google-Herausforderer oder Nischenkanal?

Die Reaktionen der Werbebranche fallen extrem unterschiedlich aus. Einige Analysten sehen darin die ernsthafteste Bedrohung für Googles Suchanzeigen-Monopol seit Jahrzehnten. Bei über 3 Milliarden täglichen Anfragen bietet ChatGPT ein Publikum, das Milliarden an Werbeumsätzen umlenken könnte.

Doch viele Marketing-Experten relativieren. ChatGPT sei kein Google-Ersatz, sondern ein komplementärer Kanal. Es gehe nicht mehr um keyword-basierte Suche, sondern um intentionsgeleitete Entdeckung. Der Erfolg für Werbetreibende hänge davon ab, ob ihre Anzeigen nahtlos in hilfreiche, lange Antworten integriert werden können. Aufgesetzte Werbung werde scheitern. Der Schritt setzt zudem Konkurrenten wie Anthropic unter Druck, deren eigene Monetarisierungspläne für ihre „von Haus aus werbefreien“ KIs offenzulegen.

Der Drahtseilakt: Nutzervertrauen gegen Profit

Der kritischste Punkt der Debatte ist das Nutzervertrauen. OpenAI beteuert, Konversationen blieben privat und persönliche Daten würden nicht verkauft. Anzeigen zu sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik seien tabu, ebenso wie Werbung für Minderjährige. Ein neues Alterserkennungsmodell soll diese Schutzmaßnahmen umsetzen.

Datenschutz-Advokaten bleiben skeptisch und warnen vor einem „schmalen Grat“. Besonders brisant: Die Personalisierung von Werbung ist standardmäßig aktiviert. Nutzer müssen sie also explizit ausschalten. OpenAI sammelt somit Daten aus Chats für Marketingprofile, sofern der Nutzer nicht eingreift. Das wirft Fragen auf, wie Nutzerabsichten profiliert und genutzt werden – selbst wenn die Rohdaten der Gespräche nicht direkt an Werbekunden fließen.

Was bedeutet das für die Zukunft der KI?

OpenAIs Schritt markiert einen Reifepunkt für die generative KI-Branche. Die Plattform wandelt sich von einer Tech-Demo zu einem Mainstream-Produkt mit einem gestaffelten Bezahlmodell, ähnlich wie bei Netflix oder Spotify. Werbung wird damit als tragfähiges Geschäftsmodell für den Betrieb teurer Großsprachmodelle etabliert.

Die große Herausforderung für OpenAI wird sein, Werbung zu integrieren, ohne die Integrität des Produkts oder das Nutzervertrauen zu beschädigen. Der Spagat zwischen objektiver Informationsvermittlung und bezahlten Inhalten ist offensichtlich. Wie OpenAI ihn meistert, wird den Standard für den gesamten KI-Markt setzen. Die ersten Testläufe in den USA in den kommenden Wochen werden daher mit Spannung verfolgt. Sollte das Modell funktionieren, könnte es die Landkarte der digitalen Werbung dauerhaft verändern.

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