ChatGPT, Werbung

ChatGPT führt Werbung ein – Google bleibt bei seinem Nein

23.01.2026 - 06:07:12

OpenAI startet einen Werbeversuch in ChatGPT, um die kostenlose KI zu finanzieren. Rivale Google verfolgt mit Gemini eine andere Strategie und setzt vorerst nicht auf Anzeigen.

OpenAI startet einen Werbeversuch im beliebten KI-Chatbot, während Rivale Google eine andere Strategie verfolgt. Der Schritt könnte die Monetarisierung von Künstlicher Intelligenz neu definieren.

Die Ära der werbefinanzierten Künstlichen Intelligenz hat begonnen. OpenAI testet ab sofort Werbeanzeigen in seinem Flaggschiff ChatGPT. Die Ankündigung markiert eine strategische Wende für eines der führenden KI-Unternehmen und zwingt die gesamte Branche zur Frage: Wie lassen sich milliardenteure KI-Modelle nachhaltig finanzieren? Konkurrent Google geht einen anderen Weg und schließt Werbung in seinem Chatbot Gemini vorerst aus.

OpenAIs vorsichtiger Werbe-Start

Der Werbeversuch von OpenAI startet in den kommenden Wochen für erwachsene Nutzer in den USA. Betroffen sind die kostenlose Version von ChatGPT und das neue, günstigere Abo-Modell „ChatGPT Go“ für rund 8 Euro monatlich. Die Premium-Tarife Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei.

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Die Werbung soll klar als „Gesponserter Inhalt“ gekennzeichnet sein und nur am Ende einer KI-Antwort erscheinen. Laut OpenAI beeinflussen die Anzeigen die Antworten der KI nicht. Sie werden kontextbezogen zur Konversation geschaltet, basieren aber nicht auf einer Auswertung privater Chatverläufe. Sensible Themen wie Gesundheit oder Politik sind von Werbung ausgenommen, ebenso wie Nutzer unter 18 Jahren.

Für OpenAI ist der Schritt finanziell notwendig. Rund 90 Prozent der enormen Nutzerbasis verwenden den kostenlosen Dienst. Die Rechenkosten für die KI-Modelle laufen jedoch in die Billionen. Der initiale Werbe-Ansatz ist impressionenbasiert – sichert dem Unternehmen also Einnahmen, bietet Werbetreibenden aber zunächst wenig Performance-Daten.

Google setzt auf andere Stärken

Während OpenAI auf Werbung setzt, bleibt Google bei seiner Linie. DeepMind-Chef Demis Hassabis bekräftigte diese Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass es keine Pläne für Werbung in Gemini gebe. Die Überraschung über den Zeitpunkt von OpenAIs Schritt war ihm anzumerken.

Analysten sehen den Grund für Googles Zurückhaltung in der starken Marktposition des Konzerns. Google dominiert den digitalen Werbemarkt und hat durch seine Suchmaschine bereits ein etabliertes Werbegeschäft, in das Gemini-Modelle integriert sind. Das gibt dem Unternehmen den finanziellen Spielraum, den Chatbot zunächst werbefrei zu halten und sich auf die Verbesserung der Technologie zu konzentrieren.

Der schmale Grat der Nutzerakzeptanz

Die gegensätzlichen Strategien zeigen das zentrale Dilemma der KI-Monetarisierung. Werbung kann KI für Millionen Nutzer kostenfrei zugänglich machen. Sie birgt aber erhebliche Risiken für das Nutzervertrauen.

„Eine schlecht implementierte Werbung untergräbt die Glaubwürdigkeit der gesamten Plattform“, so ein Branchenkenner. Die Prinzipien von OpenAI – keine Beeinflussung der Antworten, Schutz der Nutzerdaten – sind daher entscheidend. Gelingt der Test, könnte werbeunterstützte KI zum neuen Standard werden und auch Non-Profit- oder akademische Modelle unter Zugwang setzen.

Hybrides Geschäftsmodell als Zukunft

Die Zukunft der KI-Finanzierung wird hybrid sein. OpenAis Einführung von „ChatGPT Go“ neben werbefreien Premium-Angeboten ist ein klares Beispiel. Plattformen bedienen so ein breites Spektrum: vom Gelegenheitsnutzer bis zum Großunternehmen.

Die Branche beobachtet den Versuch nun genau. Die Reaktion der Nutzer und Werbetreibenden wird zeigen, ob sich Werbung in konversationaler KI durchsetzen kann. Googles Strategie des Abwartens könnte sich als klug erweisen. Letztlich wird die Plattform die nächste Phase der KI prägen, die breite Zugänglichkeit, ein nachhaltiges Geschäftsmodell und das Nutzervertrauen erfolgreich vereint.

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