ChatGPT, Minderjährige

ChatGPT erkennt Minderjährige jetzt am Verhalten

03.02.2026 - 09:56:12

OpenAI führt eine KI-basierte Alterserkennung ein, die Nutzerverhalten analysiert, um Minderjährige zu identifizieren. Dies ist die technische Grundlage für den geplanten, umstrittenen Adult Mode für Erwachsene.

OpenAI führt eine KI-gestützte Alterserkennung für ChatGPT ein – der letzte Schritt vor dem umstrittenen „Adult Mode“ für Erwachsene. Das System analysiert Nutzerverhalten, um Minderjährige zu identifizieren, ohne auf selbst gemachte Altersangaben zu vertrauen.

KI ersetzt einfache Altersabfrage

Statt einfach nach dem Geburtsdatum zu fragen, wertet die neue Technik ein Bündel aus Verhaltens- und Kontosignalen aus. Dazu zählen Nutzungsmuster, die Tageszeit der Aktivität, das Kontoalter und sprachliche Merkmale in den Prompts. Wird ein Nutzer als wahrscheinlich unter 18 eingestuft, schaltet das System automatisch in den restriktiven „Teen Mode“.

Dieser filtert sensible Inhalte wie Gewaltdarstellungen oder Themen zu Selbstverletzung heraus. Für die Branche bedeutet dies einen technologischen Quantensprung im Jugendschutz. Die KI soll so verhindern, dass Minderjährige Altersbeschränkungen durch falsche Angaben umgehen.

Türöffner für umstrittenen „Adult Mode“

Die zuverlässige Alterserkennung ist die entscheidende Voraussetzung für OpenAIs angekündigte Kehrtwende. Noch im ersten Quartal 2026 will das Unternehmen einen „Adult Mode“ einführen. Verifizierte Erwachsene sollen dann erstmals explizit NSFW-Inhalte wie Erotik generieren dürfen.

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Datenschutz-Bedenken bei Verifizierung

Nutzer, die fälschlich als Minderjährige eingestuft werden, müssen sich über den Identitätsdienstleister Persona verifizieren. Dafür ist ein amtlicher Lichtbildausweis oder ein Live-Selfie nötig. OpenAI betont, die Dokumente nicht zu speichern und Persona lösche die Daten nach der Prüfung.

Dennoch sorgen sich Datenschützer. Die Notwendigkeit einer biometrischen Verifizierung für einen Chatbot stellt eine neue Hürde dar. Erste Berichte deuten darauf hin, dass einige erwachsene Nutzer bereits fälschlich im Teen Mode „feststecken“ – und vor der Wahl stehen: Persönliche Daten preisgeben oder eingeschränkten Service akzeptieren.

Die verhaltensbasierte Überwachung wirft weitere Fragen auf. Kritiker monieren, dass die Analyse von Nutzungsmustern und Sprachsignalen ein deutlich tieferes Eindringen in die Privatsphäre bedeute als bisher kommuniziert.

Antwort auf regulatorischen Druck

Der Rollout fällt in eine Phase verschärften regulatorischen Drucks. In den USA untersucht die Handelsaufsicht FTC bereits den Einfluss von KI-Chatbots auf junge Nutzer. Auch in Europa muss sich OpenAI an Vorgaben wie den Digital Services Act (DSA) halten.

Mit der proaktiven, KI-getriebenen Alterserkennung positioniert sich das Unternehmen für kommende globale Standards. Die EU-Einführung der Tools soll in den kommenden Wochen folgen, um spezifische Datenschutzanforderungen der Region zu erfüllen.

Wettlauf um die falsch-positiv-Quote

Mit dem jetzt live geschalteten System wird der „Adult Mode“ vor Ende März 2026 erwartet. Marktbeobachter rechnen mit einem spürbaren Umsatzschub, da die Funktion kreative Profis und Nutzer ohne Inhaltsbeschränkungen anlocken könnte.

Unter scharfer Beobachtung steht jedoch die Genauigkeit des Algorithmus. Seine Falsch-positiv-Rate und die Fähigkeit, Umgehungsversuche technikaffiner Teenager zu vereiteln, werden in den kommenden Wochen über Erfolg oder Scheitern des gesamten Vorhabens entscheiden. Gelingt es nicht, Minderjährige zuverlässig zu schützen, droht eine regulatorische Gegenreaktion.

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