CATL und Forscher starten das Zeitalter der Natrium-Batterien
31.01.2026 - 13:31:12Eine Woche der Durchbrüche katapultiert Natrium-Ionen-Batterien in den Fokus der Elektronikbranche. Gleich zwei Entwicklungen versprechen sicherere, günstigere und robustere Akkus für Smartphones, Laptops und Co.
Samstag, 31. Januar 2026
Die Zukunft der Elektronik könnte aus Salz bestehen. Innerhalb weniger Tage haben eine bahnbrechende Forschung aus Japan und der Start der Massenproduktion beim Weltmarktführer CATL die Natrium-Ionen-Batterie vom vielversprechenden Nischenprodukt zur ernsthaften Alternative zum Lithium-Ionen-Akku gemacht. Für die Konsumelektronik, die seit Jahren unter volatilen Lieferketten und Sicherheitsbedenken bei Lithium leidet, könnte dies eine Zeitenwende bedeuten.
Der wissenschaftliche Durchbruch: Kohlenstoff-Elektrolyt
Die größten Schwachstellen der Natrium-Technologie waren bisher die geringere Energiedichte und langsamere Ladegeschwindigkeit. Ein Forschungsteam der Tokyo University of Science hat diese Hürde nun überwunden. Am 28. Januar präsentierten sie einen neuartigen, kohlenstoffbasierten Elektrolyten.
Diese Hardware-Innovation beschleunigt den Transport der Natrium-Ionen in der Zelle erheblich. Der Flaschenhals, der bisher die Laderaten begrenzte, ist damit beseitigt. Die Ionen bewegen sich nun fast so schnell wie in Lithium-Akkus. Die neue Architektur steigert nicht nur die Ladegeschwindigkeit, sondern auch die gesamte Energiedichte. Für Hersteller ist dies das fehlende Puzzleteil, um leistungshungrige Geräte wie High-End-Smartphones oder Laptops mit Natrium zu betreiben. Ein weiterer Vorteil: Die Zellen bleiben deutlich sicherer und eliminieren das Risiko eines thermischen Durchgehens, das bei Lithium-Akkus gefürchtet ist.
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Die industrielle Bestätigung: CATL startet Massenmarkt
Während die Forschung den Weg weist, setzt die Industrie nun die Maßstäbe. Am 30. Januar bestätigten Berichte, dass der chinesische Batterieriese CATL seine Natrium-Ionen-Technologie aus der Pilotphase in die Serienfertigung für den Massenmarkt überführt.
Die ersten Batterien der Marke „NaXin“ sollen bereits Anfang Februar 2026 öffentliche Kältetests durchlaufen. Zunächst für Elektroautos von Herstellern wie Changan oder GAC gedacht, sind die Implikationen für die Elektronikbranche enorm. Die Validierung im Automobilmaßstab beweist: Die Lieferketten für die Natrium-Reinigung und Kathodenproduktion sind bereit.
Die von CATL bestätigten Spezifikationen sind der Schlüssel: Eine Energiedichte von bis zu 175 Wh/kg. Diese Zahl erreicht das Niveau gängiger Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), dem aktuellen Benchmark in der Elektronik. Noch beeindruckender sind die neuen „Tectrans II“-Packs des Unternehmens. Sie laden bei frostigen -15°C in nur 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent – eine Leistung, für die heutige Lithium-Akkus aufwändige Heizsysteme benötigen.
Der Dominoeffekt für Elektronik-Hersteller
Der Übergang von der Auto- zur Handheld-Industrie beschleunigt sich rapide. Analysten gehen davon aus, dass die geplanten Produktionsvolumen von CATL und BYD – das eine 30-GWh-Fertigunglinie in Betrieb genommen hat – die Kosten für Natrium-Zellen noch in diesem Jahr deutlich unter das Niveau von Lithium drücken werden.
Die Aufmerksamkeit richtet sich bereits auf die ersten Direktvermarktungsprodukte. Nach der CES Anfang des Monats sorgt etwa die Powerstation „Pioneer Na“ des Herstellers Bluetti für Aufsehen. Sie nutzt die neue Natrium-Architektur und zeigt die praktischen Vorteile: zuverlässiger Betrieb bei Minusgraden und eine längere Lebensdauer.
Beobachter der Tech-Branche rechnen bereits Ende 2026 mit den ersten „Hybrid“-Geräten. Diese könnten eine kleine Lithium-Zelle für Spitzenleistungen und einen großen Natrium-Akku für die Grundkapazität kombinieren. Genau dieser Ansatz wird durch den japanischen Elektrolyt-Durchbruch ermöglicht, der dem Natrium-Teil nun deutlich schnellere Ladeschübe erlaubt.
Strategische Implikationen und Marktkontext
Der Zeitpunkt der Durchbrüche ist kein Zufall. Die Elektronikbranche steht unter immensem Druck, ihre Lieferketten weg vom volatilen Lithium zu diversifizieren. Natrium ist dagegen nahezu unbegrenzt verfügbar und deutlich günstiger zu verarbeiten. Zudem benötigen die Anoden kostengünstiges Aluminium statt des teuren Kupfers aus Lithium-Ionen-Zellen.
Die großen Player positionieren sich bereits neu. Bereits am 27. Januar startete LG Energy Solution ein Pilotproduktionsprogramm für Natrium-Ionen-Batterien. Das Signal ist klar: Auch nicht-chinesische Hersteller wollen im Rennen um die Hardware-Vorherrschaft mithalten. Dieser Wettbewerbsdruck dürfte die Innovationszyklen weiter beschleunigen.
Die Sicherheit bleibt ein Haupttreiber für die Einführung in Konsumgütern. Angesichts gelegentlicher Transportverbote für E-Scooter oder Laptops aufgrund von Brandrisiken bietet die inhärente Stabilität der neuen Natrium-Hardware einen überzeugenden Verkaufsargument für Premium-Marken.
Ausblick: Der Weg in Richtung 2027
Die Branche erwartet einen raschen Integrationsfahrplan. Mit den „NaXin“-Batterien, die im Februar 2026 in die öffentliche Testphase gehen, sollen die gewonnenen Daten noch im vierten Quartal 2026 für die Entwicklung kompakterer Zellen für portable Elektronik genutzt werden.
Experten gehen davon aus, dass die ersten Serienprodukte für tragbare Elektronik in Geräten mit geringerem Strombedarf auftauchen werden – etwa in Smart-Home-Sensoren oder preisgünstigen Wearables, wo Kosten und Sicherheit vor maximaler Energiedichte stehen. Doch mit der Skalierung der Hochgeschwindigkeitselektrolyt-Technologie könnten bereits 2027 Flaggschiff-Smartphones folgen. Sie würden dann in Minuten laden und wären immun gegen Kälteabschaltungen. Die Hardware-Durchbrüche des Januars 2026 sind das definitive Signal: Das Natrium-Zeitalter der Konsumelektronik hat begonnen.
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