Cambricon, Chinas

Cambricon ist Chinas wertvollstes KI-Unternehmen

20.01.2026 - 15:00:12

KI-Chipdesigner Cambricon führt die wertvollsten KI-Firmen Chinas an – ein klares Signal für den strategischen Fokus auf technologische Souveränität. Das geht aus dem neuen Ranking des Hurun Research Institute hervor.

Im „Hurun China Top 50 Artificial Intelligence Enterprises“-Report sicherte sich Cambricon mit einer Bewertung von umgerechnet rund 88 Milliarden Euro den Spitzenplatz. Das entspricht einem Wert von 630 Milliarden Yuan und einem gewaltigen Plus von 165 Prozent binnen eines Jahres. Die Botschaft der Liste ist eindeutig: Sieben der zehn wertvollsten Unternehmen entwickeln KI-Chips. Die Grundlagen-Hardware ist das entscheidende Schlachtfeld im Zeitalter der großen Sprachmodelle.

Hinter Cambricon folgen die heimischen GPU-Hersteller Moore Threads (310 Mrd. Yuan) und MetaX (250 Mrd. Yuan). Die Einstiegshürde für die Top 50 stieg deutlich auf 9,5 Milliarden Yuan. Insgesamt schafften es 14 Unternehmen aus der Rechenleistungs-Hardware in die Liste – ein Beleg für den rapiden Aufschwung des Sektors.

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Treiber ist die technologische Unabhängigkeit

Das massive Wachstum ist kein Zufall. Es speist sich aus der beschleunigten Suche nach heimischen Lösungen. Internationale Handelskonflikte und Exportbeschränkungen für Hochleistungs-KI-Chips heizen die Nachfrage nach Alternativen „Made in China“ an. Cambricon, 2016 gegründet und Chinas erstes börsennotiertes KI-Chip-Unternehmen, profitiert davon besonders. Das Unternehmen entwickelt Prozessoren für Cloud-Server, Edge Computing und Endgeräte und verzeichnete zuletzt einen dramatischen Anstieg von Umsatz und operativem Ergebnis.

Doch wie nachhaltig ist dieser Boom? Analysten sehen China auf einem Kurs, der den Rückstand zu internationalen Marktführern in den kommenden Jahren spürbar verringern könnte. Die Leistung von Cambricon gilt dabei als wichtiger Gradmesser.

Ein dynamisches Ökosystem neben den Chip-Giganten

Neben den Hardware-Schwergewichten zeigt das Ranking auch die Vielfalt der chinesischen KI-Landschaft. Anwendungsunternehmen wie die Spracherkennungsfirma iFLYTEK oder die Computer-Vision-Spezialisten von SenseTime sind in den Top Rängen vertreten. Auffällig ist der Zustrom junger Start-ups: 18 Neueinsteiger schafften es 2025 in die Top 50, darunter Generative-KI-Firmen wie MiniMax, Moonshot AI und Baichuan AI.

Geografisch konzentriert sich die Branche weiter auf die Metropolen: Über 60 Prozent der gelisteten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Peking oder Shanghai.

Globale Ambitionen und offene Modelle

Chinas globale Rolle im KI-Bereich hat sich 2025 deutlich verstärkt, so Hurun-Chef Rupert Hoogewerf. Der Marktanteil chinesischer Open-Source-KI-Modelle sei zeitweise auf fast 30 Prozent am Weltmarkt gestiegen – ein dramatischer Sprung von etwas über einem Prozent Ende 2024.

Die strategische Ausrichtung ist klar: Der Fünfjahresplan betont technologische Unabhängigkeit. Investitionen und Innovationen in Hochleistungschips, Robotik und Automatisierung sollen weiter beschleunigt werden. Mit der zunehmenden Integration von KI in Consumer Electronics, autonomes Fahren und Unternehmenslösungen wird die Nachfrage nach leistungsstarken, heimisch produzierten Chips weiter steigen. Der Wettbewerb auf der globalen Bühne ist damit programmiert.

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