Bundesregierung, Abwehrzentrum

Bundesregierung plant Abwehrzentrum gegen hybride Gefahren

24.01.2026 - 20:26:12

Deutschland richtet eine zentrale Kooperationsplattform für bis zu 14 Sicherheitsbehörden ein, um Cyberangriffe und Desinformation besser abzuwehren. Die politische Debatte über erweiterte Befugnisse läuft.

Das Bundesinnenministerium will ein neues Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen schaffen. Es soll die Koordination zwischen den Sicherheitsbehörden revolutionieren.

Angesichts zunehmender Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und Sabotageakte will die Bundesregierung die Abwehrfähigkeiten des Staates massiv ausbauen. Der Plan: Ein zentrales Abwehrzentrum gegen hybride Gefahren soll beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) entstehen. Ziel ist es, die oft fragmentierte Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu beenden und ein einheitliches Lagebild zu schaffen.

Antwort auf eine neue Ära der Bedrohungen

Die Initiative ist eine direkte Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage. Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen zusehends. Staatliche Akteure greifen nicht mehr nur mit konventionellen Mitteln an, sondern nutzen ein ganzes Arsenal unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges.

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Dazu gehören gezielte Falschinformationen in sozialen Medien, Hackerangriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energie- oder Wasserversorgung sowie Versuche, Wahlen zu beeinflussen. Bisher scheiterten schnelle Reaktionen oft an langwierigen Kompetenzklärungen zwischen den zahlreichen Behörden. Das neue Zentrum soll diesen Gordischen Knoten durchschlagen.

Eine Plattform für 14 Behörden

Das geplante Zentrum wird keine neue Behörde, sondern eine behördenübergreifende Kooperationsplattform. Bis zu 14 Stellen sollen dort vertreten sein, darunter Schwergewichte wie:
* Bundesnachrichtendienst (BND)
* Bundeskriminalamt (BKA)
* Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
* Bundeswehr und Bundespolizei
* Verschiedene Landesbehörden für Verfassungsschutz

Die Federführung und politische Steuerung soll beim Bundeskanzleramt liegen. Eine Kernaufgabe wird die Entwicklung eines Echtzeit-Lagebild-Dashboards sein. Es soll alle relevanten Informationen – von Cyberattacken bis zu Desinformationswellen – bündeln und so die Entscheidungsfähigkeit der Regierung in Krisen sichern.

Politische Debatte über eine “Zeitenwende”

Die Ankündigung hat eine grundsätzliche Debatte über die Zukunft der deutschen Sicherheitsarchitektur entfacht. Vor allem aus der Opposition kommen Rufe nach einer “Zeitenwende bei den Geheimdiensten”. Konkret sollen noch im ersten Halbjahr 2026 neue Gesetze vorgelegt werden, um die Befugnisse von BND, Verfassungsschutz und BKA zu erweitern.

Der wohl kontroverseste Punkt ist die Forderung nach einer “aktiven Cyberabwehr”. Soll Deutschland künftig nicht nur Hackerangriffe abwehren, sondern auch aktiv die Infrastruktur von Angreifern im Ausland stören dürfen? Befürworter wie CSU-Politiker Alexander Dobrindt sehen darin eine notwendige Abschreckung. Kritiker warnen vor einem digitalen Pulverfass und erheblichen völkerrechtlichen Risiken.

Ein Test für die Kooperationsfähigkeit

Das Abwehrzentrum ist ein zentraler Baustein der Nationalen Sicherheitsstrategie. Es soll noch 2026 seine Arbeit aufnehmen. Sein Erfolg wird jedoch nicht von Technologie allein abhängen, sondern vor allem von der Kultur der Zusammenarbeit. Kann der oft behördliche Silodenk überwunden werden? Die anstehenden Gesetzesvorhaben werden zeigen, wie weit der Bundestag bereit ist, den Sicherheitsbehörden in der unsichtbaren Front des 21. Jahrhunderts neue Werkzeuge an die Hand zu geben.

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