BSI, Identitäten

BSI treibt digitale Identitäten und Cybersicherheit voran

21.01.2026 - 04:30:12

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) setzt diese Woche auf der Berliner Omnisecure-Konferenz klare Akzente für die digitale Zukunft. Im Fokus stehen die nationale Umsetzung der EU-Digital-Identity-Wallet (EUDI-Wallet) und eine umfassende Cybersicherheitsagenda. Die Behörde präsentiert konkrete Handlungsleitfäden für Behörden und skizziert Strategien gegen künftige Cyber-Bedrohungen.

Kernstück der BSI-Aktivitäten ist ein neuer Handlungsleitfaden zur Anbindung der EUDI-Wallet, der am 16. Januar veröffentlicht wurde. Das Dokument richtet sich an Digitalisierungsverantwortliche in öffentlichen Verwaltungen und soll den Weg für eine sichere Integration ebnen. Es erklärt die geplante europäische Architektur, definiert Rollen wie Datenaussteller und stellt beispielhafte Anbindungsoptionen für Behörden dar. Funktionen wie sichere Identifizierung, elektronische Signaturen und der Austausch von digitalen Nachweisen werden detailliert beschrieben. Der Leitfaden soll regelmäßig an die Entwicklung des Wallet-Ökosystems angepasst werden – ein entscheidender Schritt für die flächendeckende Einführung bis 2027.

Sicherheitsagenda: Vom Quantencomputer bis zur Zero-Trust-Cloud

Doch die Wallet ist nur ein Teil der Strategie. Auf der Konferenz diskutieren BSI-Experten fundamentale Zukunftsthemen der IT-Sicherheit. Ein Schwerpunkt ist der Übergang zu Post-Quantum-Kryptografie (PQC), um Daten vor der Rechenkraft künftiger Quantencomputer zu schützen. Ebenso wichtig ist die Einführung des Zero-Trust-Modells. Dieses Sicherheitskonzept verzichtet auf pauschales Vertrauen innerhalb von Netzwerken und verlangt für jeden Zugriff eine strenge Identitätsprüfung.

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Zudem stellt das BSI Richtlinien für den sicheren Einsatz von Cloud-Lösungen in der Bundesverwaltung vor, selbst für den Umgang mit Verschlusssachen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung der Cloud und den Anspruch des BSI, hier höchste Sicherheitsstandards durchzusetzen.

Digitale Souveränität: BSI berät AWS bei europäischer Cloud

Die Bemühungen um digitale Hoheit gehen über nationale Projekte hinaus. Seit dem 19. Januar berät das BSI Amazon Web Services (AWS) bei der Entwicklung der neuen „AWS European Sovereign Cloud“. Diese Cloud-Infrastruktur soll physisch und logisch vom globalen AWS-Netz getrennt sein. Das Ziel: Europäische Unternehmen und Behörden sollen Cloud- und KI-Technologien nutzen können, während strenge EU-Datenschutzvorgaben eingehalten werden. Der BSI-Beratungsauftrag umfasst die Entwicklung und Bewertung zentraler Sicherheitsmaßnahmen. Diese Kooperation ist ein praktisches Beispiel für die Strategie, kritische digitale Infrastrukturen in Europa souveräner und kontrollierbarer zu gestalten.

Ausblick: eIDAS-Umsetzung und einheitliche Standards

Alle Initiativen sind zentrale Bausteine zur Umsetzung der überarbeiteten eIDAS-Verordnung der EU. Der jetzt gelegte Grundstein soll eine fragmentierte Einführung verhindern und einheitliche, hohe Sicherheitsstandards in allen Behörden gewährleisten. 2026 wird das BSI die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen weiter schärfen, Standards setzen und Lösungen zertifizieren. Für Wirtschaft und Verwaltung werden die Vorgaben des Amtes zum entscheidenden Maßstab für Vertrauenswürdigkeit im digitalen Identitätsökosystem. Die große Herausforderung bleibt, ein System zu schaffen, das nicht nur sicher ist, sondern auch einfach genug, um von der breiten Bevölkerung angenommen zu werden.

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