Blackstone investiert vier Milliarden Euro in NRW-Rechenzentrum
31.01.2026 - 04:02:11Blackstone plant eine der größten Einzelinvestitionen der jüngeren NRW-Wirtschaftsgeschichte. Die US-Investmentgesellschaft will vier Milliarden Euro in einen hochmodernen Rechenzentrum-Campus in Lippetal an der Grenze zu Hamm pumpen. Das Projekt soll die Region zu einem zentralen Knotenpunkt für KI und Cloud-Computing machen.
Die Pläne nahmen diese Woche nach monatelangen Verhandlungen Fahrt auf. Über ihre Tochter Quality Technology Services (QTS) unterzeichnete Blackstone einen Kaufvertrag für ein 30 Hektar großes Grundstück im interkommunalen Industriegebiet Westfalen. Das Gelände eines ehemaligen Kraftwerks wird von Hamm und Lippetal gemeinsam betrieben.
Die geplante Anlage soll eine Kapazität von 200 Megawatt erreichen. Damit würde sie zu den leistungsstärksten Rechenzentren Deutschlands gehören. Der Vertrag ist noch an Bedingungen geknüpft, das notwendige Planverfahren soll aber zeitnah starten.
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Meilenstein für den Strukturwandel
Für Nordrhein-Westfalen gilt die Milliardeninvestition als sichtbares Zeichen des Wandels. Die Region soll von einer traditionellen Industrie- zu einer führenden Digital-Hochburg werden. Ministerpräsident Hendrik Wüst bestätigte die Pläne und hob ihre strategische Bedeutung hervor.
Lokale Vertreter sehen eine transformative Chance. „Eine solche Infrastruktur hat uns bisher gefehlt“, sagt Hamms Oberbürgermeister Marc Herter. Die Ansiedlung stoße „das Tor zur digitalen Welt weit auf“. Das NRW-Wirtschaftsministerium schätzt, dass durch den Betrieb etwa 100 direkte und bis zu 600 weitere Jobs in Handwerk und Zulieferung entstehen.
Warum ausgerechnet Westfalen?
Die Standortwahl ist kein Zufall. Entscheidend waren die exzellente Energieinfrastruktur des alten Kraftwerksgeländes und der geplante Zugang zu grünem Strom von der Nordsee. Die drei geplanten Gebäudekomplexe sollen vollständig mit erneuerbaren Energien laufen.
„Deutschland und insbesondere Nordrhein-Westfalen sind attraktive Standorte für hochmoderne Rechenzentren“, sagt James Seppala, der bei Blackstone das europäische Immobiliengeschäft leitet. Die Umsetzung übernimmt die Tochter QTS, die bereits Infrastruktur für Riesen wie Amazon Web Services (AWS) und Microsoft betreibt.
Wettlauf um die digitale Infrastruktur
Die Investition reiht sich in eine Serie deutscher Großprojekte ein. Der Bedarf an Rechenleistung explodiert durch KI, Cloud-Dienste und die Industriedigitalisierung. Solche Anlagen werden zur kritischen Infrastruktur.
Experten sehen in Blackstones Schritt ein starkes Vertrauenssignal in den europäischen Datenmarkt. Die enorme Summe deutet auf einen Hyperscale-Betrieb hin, der große Cloud-Anbieter und internationale Konzerne bedienen soll. Der globale Wettbewerb um die besten Standorte wird härter – stabile Stromversorgung und politische Sicherheit sind Trumpfkarten.
Langer Weg bis zur Inbetriebnahme
Bis das Rechenzentrum läuft, ist es noch ein weiter Weg. Der nun startende öffentliche Planungsprozess wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Die finale Investitionsentscheidung hängt vom erfolgreichen Abschluss ab.
Bei einem planmäßigen Verlauf rechnen die Beteiligten mit einer Fertigstellung in den frühen 2030er-Jahren. Für Hamm, Lippetal und ganz NRW könnte dann eine neue digitale Ära beginnen.
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