Immobilienwort, Jahres

„Bauturbo“ ist Immobilienwort des Jahres 2025

20.01.2026 - 17:55:12

Das neue Gesetz zur Genehmigungsbeschleunigung ist zum Immobilienwort des Jahres gewählt worden. Es soll den Wohnungsbau ankurbeln, stößt aber auch auf Kritik von Umwelt- und Mieterverbänden.

Der Begriff „Bauturbo“ hat die Wahl zum Immobilienwort des Jahres 2025 gewonnen. Mit 51 Prozent der Stimmen setzte er sich in einer Umfrage der Immobilien Zeitung (IZ) deutlich gegen Konkurrenten wie „Talsohle“ oder „Refinanzierung“ durch. Die Auszeichnung spiegelt die zentrale Hoffnung der Branche wider: Bauen soll endlich schneller gehen.

Was steckt hinter dem Schlagwort?

Hinter dem „Bauturbo“ verbirgt sich ein konkretes Gesetz. Es trat Ende Oktober 2025 in Kraft und soll Planungs- und Genehmigungsverfahren massiv beschleunigen. Kern ist eine Genehmigungsfiktion: Behörden müssen binnen drei Monaten über Bauanträge entscheiden – sonst gelten sie als genehmigt.

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Das Gesetz erleichtert zudem:
* Die Aufstockung bestehender Gebäude
* Den Ausbau von Dachgeschossen
* Das Bauen in sogenannten zweiten Reihen

Diese befristete Sonderregelung gilt bis Ende 2030 und soll vor allem in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt greifen.

Ein politischer Kraftakt mit zwei Seiten

Die Einführung des „Bauturbo“ war eine Reaktion auf die chronische Wohnungskrise. Das politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde jahrelang verfehlt. Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft feierten das Gesetz daher als längst überfälligen Befreiungsschlag.

Doch der „Turbo“ ist hochumstritten. Ein Bündnis aus Mieterbund, Architektenkammern und Umweltverbänden warnt vor den Folgen. Ihre Kritik: Das Gesetz hebelt wichtiges Planungsrecht aus und gefährdet so Klimaschutz, Baukultur und Naturschutz. Droht am Ende mehr Zersiedelung statt bezahlbarem Wohnraum?

Leichte Erholung bei Genehmigungen

Die Wahl fällt in eine Phase widersprüchlicher Signale. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg von Januar bis November 2025 spürbar an – um 11,3 Prozent auf rund 215.500 Wohnungen.

Doch zwischen Genehmigung und fertigem Haus klafft oft eine große Lücke. Die tatsächlichen Fertigstellungszahlen blieben 2025 dramatisch niedrig. Hohe Baukosten, Fachkräftemangel und teure Finanzierungen bremsen viele Projekte weiter aus.

Symbol für Hoffnung und Konflikt

Die Dominanz des Begriffs zeigt den enormen Druck auf dem Wohnungsmarkt. Der „Bauturbo“ steht für den Wunsch nach einem radikalen Schnitt durch die Bürokratie. Gleichzeitig ist er zum Symbol für den Grundkonflikt der Wohnungspolitik geworden: Schnelligkeit gegen Nachhaltigkeit.

Jetzt kommt es auf die Praxis an. Wird der „Turbo“ von den Kommunen auch gezündet? Und führt die schnellere Planung wirklich zu mehr bezahlbaren Wohnungen? Die Antworten darauf wird das Jahr 2026 liefern müssen.

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