Autobahn, Warnstreiks

Autobahn GmbH: Warnstreiks drohen nach gescheiterten Tarifgesprächen

06.02.2026 - 22:30:12

Die zweite Tarifrunde für 15.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH endete ergebnislos. Die Gewerkschaften lehnen das Angebot ab und erhöhen den Druck, was bundesweite Verkehrsbehinderungen wahrscheinlicher macht.

Die zweite Verhandlungsrunde für die 15.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH ist ergebnislos geplatzt. Die Gewerkschaften lehnen das vorgelegte Angebot als „völlig unzureichend“ ab und kündigen an, den Druck zu erhöhen. Damit steigt die Gefahr bundesweiter Warnstreiks, die den Verkehr auf Deutschlands Fernstraßen empfindlich treffen könnten.

Angebot der Arbeitgeber stößt auf scharfe Kritik

Die Autobahn GmbH des Bundes hatte in Berlin ein Paket vorgelegt: Eine Entgeltsteigerung von insgesamt 7 Prozent verteilt auf 29 Monate, ergänzt um einen Kinderzuschlag, Elemente einer Krankenzusatzversicherung und bis zu zehn Tage bezahlte Freistellung für Pflege. Doch bei den Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion kommt das nicht an.

„Das Angebot ist bei Weitem nicht ausreichend“, lautet das einhellige Urteil. Vor allem die lange Laufzeit von über zwei Jahren und die gestaffelte Erhöhung stoßen auf massive Ablehnung. Die Gewerkschaften sehen darin keine Basis für einen tragfähigen Kompromiss.

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Klaffende Lücke bei den Kernforderungen

Die Fronten sind verhärtet. Während die Arbeitgeber ihr Angebot als „fair und substanziell“ bezeichnen, halten die Gewerkschaften an ihren Forderungen fest: 7 Prozent mehr Lohn oder mindestens 300 Euro monatlich – und das bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. Für Auszubildende wird eine pauschale Erhöhung von 300 Euro verlangt.

Der zentrale Konfliktpunkt ist damit klar: Die Arbeitgeberseite betont ihre finanzielle Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler. Die Gewerkschaften pochen auf die Anerkennung der hohen Arbeitsbelastung und die Notwendigkeit, im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiv zu bleiben.

Eskalation bereits im Gange

Die Stimmung war bereits vor der zweiten Runde angespannt. Nach der ersten, ergebnislosen Verhandlung im Januar rief ver.di zu bundesweiten Warnstreiks auf. Mehrere tausend Beschäftigte legten die Arbeit nieder und zeigten so ihre Kampfbereitschaft.

Die Gewerkschaften machen unmissverständlich klar: Ohne ein substanziell verbessertes Angebot werden weitere und intensivere Maßnahmen folgen. Damit rückt die Gefahr von Betriebseinschränkungen im Winterdienst, bei der Baustellenabsicherung oder im Tunnelbetrieb näher.

Hintergrund: Der Kampf um die Fachkräfte der Nation

Der Tarifkonflikt ist mehr als nur eine Lohnrunde. Er findet vor dem Hintergrund der milliardenschweren Infrastruktur-Offensive der Bundesregierung statt. Die Gewerkschaften argumentieren: Die maroden Brücken und Autobahnen können nur mit motivierten und gut bezahlten Fachkräften saniert werden.

Bei der Autobahn GmbH sind derzeit rund tausend Stellen unbesetzt. Attraktive Arbeitsbedingungen sind aus Sicht der Gewerkschaften daher eine Überlebensfrage für die kritische Infrastruktur.

Nächster Termin: Verhandlungen unter Druck

Die dritte und entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 25. und 26. Februar angesetzt. Bis dahin wird die Atmosphäre angespannt bleiben. Die Gewerkschaften werden weitere Warnstreiks nicht ausschließen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Für Millionen Autofahrer bedeutet das: In den kommenden Wochen müssen sie sich auf mögliche Behinderungen einstellen. Ob es zu einer Einigung kommt, hängt nun davon ab, ob sich die Positionen am Verhandlungstisch noch annähern. Die Zeit drängt.

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