ASML: KI-Boom treibt Bestellungen auf Rekordhoch
28.01.2026 - 14:52:12Der niederländische Halbleiterausrüster ASML hat mit einem historischen Auftragsvolumen alle Erwartungen übertroffen. Im vierten Quartal 2025 gingen Bestellungen im Wert von 13,2 Milliarden Euro ein – fast doppelt so viel wie von Analysten prognostiziert. Der Grund ist der ungebrochene Hunger nach den modernsten Lithografie-Maschinen für KI-Chips.
KI-Megatrend sprengt alle Prognosen
Die Zahlen sind eine Sensation. Statt der erwarteten 6,3 bis 6,9 Milliarden Euro landeten bei ASML im letzten Quartal 13,2 Milliarden Euro an Neubestellungen. Das entspricht einer Übererfüllung von rund 100 Prozent. Treiber dieses Booms ist die extreme Nachfrage nach EUV-Lithografiesystemen. Diese High-Tech-Maschinen sind unverzichtbar für die Produktion der leistungsstärksten Mikrochips, die in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Allein 7,4 Milliarden Euro der Bestellungen entfielen auf diese Spitzentechnologie.
„Unsere Kunden schätzen die mittelfristigen Marktaussichten deutlich positiver ein“, erklärt CEO Christophe Fouquet. Die anhaltend robuste KI-Nachfrage veranlasse die großen Chipkonzerne, ihre Kapazitätsplanungen massiv hochzufahren. Der Wettlauf um die begehrten ASML-Maschinen hat damit eine neue Dynamik erreicht.
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Der Quartalsumsatz lag bei 9,7 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2025 verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 9,6 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 52,8 Prozent. Die Zahlen unterstreichen: Trotz geopolitischer Spannungen bleibt ASML der unersetzliche Dreh- und Angelpunkt der globalen Halbleiter-Lieferkette.
Strategische Neuausrichtung trotz Rekordhoch
Parallel zum finanziellen Höhenflug schärft ASML seine interne Organisation. Das Unternehmen bestätigte einen geplanten Stellenabbau von etwa 1.700 Positionen, was 3,8 Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Dabei handelt es sich laut Management nicht um ein klassisches Sparprogramm, sondern um eine strategische Neuausrichtung.
Die Stellen werden vor allem in Führungspositionen der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in den Niederlanden und den USA gestrichen. „Wir müssen schneller Entscheidungen treffen und unsere Ressourcen effektiver auf die kritischen technischen Herausforderungen lenken“, erläutert Finanzchef Roger Dassen den Schritt. Hintergrund ist die Vorbereitung auf eine massive Produktionssteigerung.
Für 2026 hat ASML seine Umsatzprognose deutlich angehoben und erwartet nun einen Nettoumsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Diese Planung basiert auf der Annahme, dass die Chipkonzerne ihre Fabriken weiter aggressiv ausbauen, um die wachsende KI-Last zu bewältigen.
Milliarden-Rückkauf und robuste Auftragslage
Die Finanzmärkte honorierten die Zahlen. Die ASML-Aktie legte deutlich zu. Besonders positiv aufgenommen wurde die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms. Bis Ende 2028 plant das Unternehmen, eigene Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurückzukaufen – ein klares Signal des Vertrauens in die langfristige Profitabilität.
Die überwältigende Auftragslage lässt zudem alle Befürchtungen vor einer kurzfristigen Nachfragelücke oder einer KI-Blase verstummen. Das Auftragsvolumen deutet darauf hin, dass Branchengrößen wie TSMC, Samsung und Intel ihre Maschinenlieferungen weit in die Zukunft sichern, um im Technologiewettlauf für die nächste KI-Chip-Generation nicht abgehängt zu werden.
Ein weiterer Trend: Die geografische Verteilung der Umsätze verschiebt sich. Aufgrund von Exportbeschränkungen für bestimmte Hochtechnologie-Maschinen wird der Umsatzanteil Chinas 2026 voraussichtlich auf rund 20 Prozent sinken. Das explosive Wachstum der Nachfrage aus anderen Regionen, insbesondere nach den teuersten EUV-Systemen, gleicht diesen Effekt jedoch mehr als aus.
High-NA: Die nächste Generation startet durch
Ein Schlüssel für die künftige Wettbewerbsfähigkeit von ASML sind die High-NA-EUV-Systeme. Diese Maschinen der nächsten Generation können noch kleinere Strukturen auf Chips belichten und sind essenziell für die Produktion von 2-Nanometer-Chips und darunter. Im vierten Quartal 2025 erzielte ASML erstmals Umsatz mit zwei dieser Systeme, die jeweils über 350 Millionen Euro kosten.
Experten sehen in der erfolgreichen Einführung der High-NA-Technologie den nächsten großen Wettbewerbsvorteil für Chip-Hersteller. Da KI-Modelle immer größer und komplexer werden, steigt der Bedarf an leistungsfähigeren und energieeffizienteren Transistoren. ASMLs Technologie-Roadmap positioniert das Unternehmen als alleinigen Anbieter der Maschinen, die für diese physikalischen Durchbrüche nötig sind.
Der Auftragsbestand am Ende des Jahres 2025 belief sich auf rekordverdächtige 38,8 Milliarden Euro. Für das erste Quartal 2026 erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 8,2 und 8,9 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent.
Der KI-Megatrend tritt offenbar in eine Phase des nachhaltigen Infrastrukturausbaus ein. Während Rechenzentren Millionen spezialisierter KI-Chips benötigen, erlebt der Anlagenbau einen neuen Wachstumszyklus. Der jüngste Bericht von ASML fungiert als Stimmungsbarometer für das gesamte Technologie-Ökosystem: Die Hardware-Grundlagen für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz werden in Rekordtempo gelegt.
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