Arbeitszeitgesetz, Koalition

Arbeitszeitgesetz: Koalition plant Reform – Gewerkschaften drohen mit Streiks

04.02.2026 - 17:33:12

Die Bundesregierung will die tägliche Arbeitszeitgrenze abschaffen, was zu massivem Widerstand der Gewerkschaften führt, die mit Streiks drohen.

Die Bundesregierung will den Acht-Stunden-Tag abschaffen. Dagegen formiert sich massiver Widerstand der Gewerkschaften, die mit Protesten und Arbeitskampf drohen.

Berlin. Ein massiver Konflikt um die Zukunft der Arbeitszeit in Deutschland bahnt sich an. Die Ampel-Koalition plant eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, die den Fokus von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit verschiebt. Für Gewerkschaften wie Verdi und die IG BAU ist das ein fundamentaler Angriff auf Arbeitnehmerrechte. Sie kündigten bereits an, den Erhalt des Acht-Stunden-Tages „in den Betrieben und auf der Straße“ zu erkämpfen.

„Freibrief für die Ausbeutung“: Gewerkschaften in Alarmbereitschaft

Im Kern der Debatte steht die Abschaffung einer festen täglichen Obergrenze. Bisher sind acht Stunden pro Tag das Maximum, Ausnahmen auf zehn Stunden sind nur mit Zeitausgleich möglich. Die geplante wöchentliche Betrachtung könnte laut Gewerkschaften zu deutlich längeren Arbeitstagen ohne ausreichende Erholungsphasen führen.

„Das ist ein Freibrief für die Arbeitgeber, das Maximum aus einer ohnehin überlasteten Belegschaft herauszupressen“, warnt Verdi-Chef Frank Werneke. Sein Kollege von der IG BAU, Robert Feiger, bezeichnet den Acht-Stunden-Tag als „Grundpfeiler der sozialen Gerechtigkeit“. Ein Angriff darauf bedeute „Chaos statt Fortschritt“. Beide Verbände bereiten sich auf erbitterten Widerstand vor.

Regierung argumentiert mit Wirtschaft und Fachkräftemangel

Auf der anderen Seite steht das Bundeswirtschaftsministerium, das eine schnelle Umsetzung noch 2026 anstrebt. Die Reform ist Teil einer新的nationalen Tourismusstrategie. Befürworter wie der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), argumentieren, die Änderung brächte mehr Flexibilität für kleine und mittlere Unternehmen – etwa in Gastronomie und Tourismus.

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Die wöchentliche Betrachtung der Arbeitszeit soll es Betrieben ermöglichen, saisonale Schwankungen besser zu managen. Arbeitnehmer könnten dafür an manchen Tagen länger arbeiten und an anderen früher gehen oder einen zusätzlichen freien Tag erhalten. Die Regierung sieht darin einen notwendigen Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft angesichts des Fachkräftemangels zu sichern.

Ideologischer Grundsatzkonflikt um die Zukunft der Arbeit

Hinter dem Streit verbirgt sich ein tiefer ideologischer Graben. Auf der einen Seite stehen Wirtschaftsverbände und Teile der Koalition, die in Deregulierung und Flexibilität den Schlüssel zu mehr Wachstum sehen. Auf der anderen Seite verteidigt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) das Prinzip des Arbeitnehmerschutzes.

DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hält das bestehende Gesetz für flexibel genug. Die geplanten Änderungen würden lediglich dazu führen, dass Tarifverträge umgangen werden. Eine aktuelle Studie untermauert die Position der Gewerkschaften: Bei Wahlmöglichkeiten in Tarifverträgen entscheidet sich eine Mehrheit der Beschäftigten für mehr Freizeit statt für mehr Geld.

Was kommt jetzt? Warnstreiks und harte Verhandlungen

Der Weg nach vorn ist konfliktreich. Die Gewerkschaften mobilisieren ihre Mitglieder und drohen mit Streiks. Verdi hat bereits in anderen Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr und bei der Lufthansa Arbeitskampfmaßnahmen ergriffen – eine klare Machtdemonstration.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Sie werden das Verhältnis der Koalitionspartner zueinander und das historisch gewachsene Modell der „Sozialpartnerschaft“ auf eine harte Probe stellen. Beobachter rechnen mit intensiven Verhandlungen, öffentlichen Kampagnen und disruptiven Warnstreiks. Der Ausgang dieses Machtkampfes wird die Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland für Jahre prägen.

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