Arbeitsbühnen-Sicherheit, Regeln

Arbeitsbühnen-Sicherheit: Neue Regeln fordern praktische Schulungen

13.01.2026 - 11:43:12

Neue Unfallzahlen und Regulierungen verlangen 2026 praxisnahe Schulungen vor Ort, Training für Sensortechnik und Fokus auf Bodensicherheit bei Arbeitsbühnen.

Arbeitsbühnen werden 2026 sicherer – aber nur, wenn die Unterweisung mit der Technik mithält. Diese Woche zwingen neue Unfallzahlen, Sensoren und Steuererleichterungen die Branche zum Umdenken. Der Fokus verschiebt sich von theoretischen Pflichtschulungen hin zu standortspezifischem, praktischem Training.

Vom Schulungsraum auf das Firmengelände

Die Zeiten generischer Sicherheitsunterweisungen in externen Schulungszentren sind gezählt. Branchenführer wie der Zugangstechnik-Spezialist Biberger GmbH setzen jetzt auf „Sichere Arbeitsbühnen-Schulung am Firmengelände“. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.

Hintergrund ist eine erkannte Schwachstelle: Die übliche „System-Card“- oder Schein-Schulung bildet zwar die regulatorische Basis, bereitet Mitarbeiter aber oft nicht auf die realen Gefahren ihres eigenen Arbeitsumfelds vor. Die neuen Protokolle setzen deshalb auf die Maschinen, die täglich im Einsatz sind.

Das restrukturierte Curriculum verankert die vorgeschriebenen täglichen Sicht- und Funktionsprüfen direkt im Arbeitsablauf. Es trainiert das Manövrieren in engen Firmenhallen – eine häufige Ursache für Quetschunfälle – und die korrekte Nutzung der standortspezifischen PSA. Ziel ist es, die Unterweisung von einer bürokratischen Pflichtübung in eine praktische Generalprobe für den Arbeitsalltag zu verwandeln.

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DGUV setzt auf intelligente Sensoren gegen Stromschlag

Gleichzeitig treibt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Technologisierung voran. In einer Mitteilung vom 9. Januar 2026 verwies sie auf erfolgreiche Praxisbeispiele, wie das der VSE-Gruppe.

Deren Hochspannungswarnsysteme erkennen die Nähe zu unter Spannung stehenden Leitungen – eine der häufigsten Todesursachen für Bühnenfahrer. Die Sensoren warnen den Operator oder stoppen die Bewegung automatisch.

Für Sicherheitsverantwortliche hat das Konsequenzen: Die bloße Installation reicht nicht aus. Die DGUV betont, dass die Sicherheitsunterweisung 2026 explizit die Funktionsweise, Warnsignale und vor allem die Limitationen dieser Systeme vermitteln muss. Schulungsmodule zur Mensch-Maschine-Schnittstelle sollen eine blinde Vertrauens in die Automatik verhindern.

„Stop Overturns!“: Kampf gegen die Kipp-Unfälle

Die Dringlichkeit der Reformen unterstreichen alarmierende Zahlen der International Powered Access Federation (IPAF). Im Rahmen ihrer globalen Kampagne „Stop Overturns!“ veröffentlichte der Verband Daten, wonach sich tödliche Kippunfälle weltweit zwischen 2021 und 2023 um etwa 50 Prozent erhöht haben.

Die Mehrzahl dieser Katastrophen geht nicht auf mechanisches Versagen zurück, sondern auf fehlerhafte Geländebeurteilung und falsch positionierte Ausleger. Daher rückt nun die Untergrundbeschaffenheit in den Mittelpunkt der Unterweisung.

Operatoren müssen lernen, Bodeninstabilität, verdeckte Hohlräume und die Auswirkungen von Witterung auf die Tragfähigkeit zu erkennen – und zwar bevor die Bühne überhaupt aufgebaut wird. Sicherheit beginnt am Boden.

Steueranreize beschleunigen Modernisierung der Flotten

Ein indirekter, aber wichtiger Treiber für mehr Sicherheit sind finanzpolitische Änderungen. Seit Januar 2026 gelten in wichtigen Märkten wie Großbritannien neue Abschreibungsregeln: Für geleaste Geräte gibt es eine Abschreibungsquote von 40 Prozent im ersten Jahr.

Branchenanalysten erwarten, dass dieser Anreiz den Austausch von Mietflotten beschleunigt. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Auf ihren Baustellen kommen zunehmend neuere Maschinen mit modernster Sicherheitstechnik zum Einsatz. Die Unterweisung muss daher dynamischer werden und sich ständig an die Spezifikationen dieser computergesteuerten Geräte anpassen.

Ausblick: Ein anspruchsvolles Jahr für die Compliance

Die Branche blickt auf ein rigoroses Compliance-Jahr 2026. Auf Messen wie der CONEXPO-CON/AGG im März und der APEX Show im Juni werden IPAF und andere Gremien voraussichtlich weitere Trainingsstandards vorstellen.

Die Botschaft der ersten Januarwoche ist klar: Die Ära der Einheitsunterweisung ist vorbei. Künftig braucht es einen dreigleisigen Ansatz: praktisches Training vor Ort, Schulungen zu neuer Sensortechnik und einen unerbittlichen Fokus auf Bodensicherheit. Unternehmen sollten ihre Unterweisungsdokumente umgehend auf diesen neuen Stand bringen.

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