Apple, Gesundheits-Plattform

Apple verwirft Gesundheits-Plattform „Health+“

08.02.2026 - 23:31:12

Apple vollzieht einen Strategiewechsel im Gesundheitsbereich und setzt auf inkrementelle Updates statt einer großen Plattform. Die Zukunft des Fitness-Abos Fitness+ ist ungewiss, während KI-Features weiterhin geplant sind.

Apple vollzieht eine strategische Kehrtwende: Statt einer großen Gesundheits-Plattform setzt der Konzern nun auf schrittweise Updates für seine bestehende Health-App. Diese Entscheidung stellt auch die Zukunft des Fitness-Abos „Apple Fitness+“ infrage.

Strategiewechsel nach Führungswechsel

Hinter dem Kurswechsel steht ein Wechsel an der Führungsspitze. Eddy Cue, der für Internetdienste verantwortliche Apple-Manager, hat die Kontrolle über die Gesundheits- und Fitness-Teams übernommen. Er bewertete die bisherigen Pläne als zu langsam und nicht wettbewerbsfähig genug.

Unter seiner Ägide soll Apple nun agiler werden. Konkurrenten wie Oura oder Whoop setzen den Tech-Riesen mit ihren praxisnahen Wellness-Lösungen unter Druck. Cues neue Devise lautet: Lieber viele kleine, schnelle Updates als einen großen, späten Wurf.

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Das Ende von „Project Mulberry“

Jahrelang arbeitete Apple intern unter dem Codenamen „Project Mulberry“ an der revolutionären Plattform „Health+“. Sie sollte als kostenpflichtiges Abo detaillierte Gesundheitsanalysen, KI-Empfehlungen und personalisierte Coaching-Videos bieten.

Dafür wurden sogar eigene Studios für medizinische Erklärvideos gebaut. Die Einführung wurde mehrfach verschoben – zuletzt auf das Jahr 2027. Nun werden die entwickelten Technologien nicht verworfen, sondern schrittweise in die bestehende App integriert.

Fitness+ auf der Kippe – KI bleibt im Fokus

Die Neuausrichtung betrifft auch den eigenständigen Dienst Apple Fitness+. Dessen Rentabilität wird intern hinterfragt. Ursprünglich sollte er in „Health+“ aufgehen. Da diese Plattform nun nicht kommt, steht auch die Zukunft des Fitness-Abos auf dem Prüfstand.

Doch ein Kernelement bleibt: die Künstliche Intelligenz. Noch 2026 will Apple erste Features liefern, die Nutzern datenbasierte Empfehlungen geben. Ein KI-Chatbot für Gesundheitsfragen könnte folgen. Der Traum von der umfassenden KI-gestützten Betreuung wird also nicht begraben, sondern anders umgesetzt.

Pragmatismus statt großer Wurf

Der Strategiewechsel zeigt einen pragmatischeren Apple. Die Entwicklung einer All-in-One-Gesundheitsplattform ist voller regulatorischer Fallstricke, etwa beim Datenschutz. Ein inkrementeller Ansatz reduziert dieses Risiko.

Zudem unterstellt Apple die Teams nun enger der Gesundheitschefin Sumbul Desai. Das deutet auf eine stärkere Integration der Bereiche hin. Die Branche blickt nun gespannt auf die WWDC 2026. Dort dürfte Apple den neuen, schrittweisen Weg für seine Health- und Fitness-Strategie detailliert vorstellen. Für Nutzer bedeutet das: Keine große Revolution, aber eine stetig klüger werdende App.

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