Apple, KI-Wettlauf

Apple setzt im KI-Wettlauf auf Privatsphäre als Trumpfkarte

01.02.2026 - 00:01:12

Apple-Chef Tim Cook positioniert Privatsphäre als zentrales Element der KI-Strategie. Das Unternehmen verzeichnet starkes iPhone-Wachstum und kündigt eine neue, datenschutzorientierte Siri-Version an.

Apple-Chef Tim Cook erklärt den Datenschutz zur zentralen Waffe im Kampf um die Vorherrschaft in der Künstlichen Intelligenz. Während des jüngsten Quartalsgesprächs skizzierte er eine Vision für „Apple Intelligence“, die sich bewusst von datenhungrigen Konkurrenten absetzt. Der Konzern verzeichnete zugleich einen starken Anstieg der iPhone-Verkäufe um 23,3 Prozent.

Eine neue Architektur des Vertrauens

Kern der Strategie ist ein hybrides Verarbeitungsmodell. Die als Apple Intelligence vermarktete KI soll möglichst viele Aufgaben direkt auf dem iPhone erledigen – Nachrichten, Fotos und Kalenderdaten verlassen das Gerät dabei nicht. Für komplexere Berechnungen hat Apple das System Private Cloud Compute (PCC) entwickelt. Es nutzt hauseigene Chips in der Cloud, speichert Nutzerdaten aber nicht und macht sie auch für Apple nicht zugänglich. Diese Architektur soll von unabhängigen Sicherheitsforschern überprüfbar sein.

Der schmale Grat der Partnerschaften

Apples entschieden datenschutzfreundlicher Kurs kontrastiert mit dem Vorgehen anderer Tech-Giganten. Cook wies die Vorstellung eines „falschen Kompromisses“ zwischen leistungsstarker KI und Privatsphäre zurück. Diese Haltung stellt auch die jüngst bekannt gewordene Partnerschaft mit Google auf die Probe. Apple wird Googles Gemini-Modelle nutzen, um seine eigenen Foundation Models zu trainieren. Cook betonte jedoch: Nutzer interagieren weiterhin nur mit Apple Intelligence, nicht mit Googles Systemen. Die Technologie und Daten bleiben in Apples geschlossenem Ökosystem.

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Siri 2.0: Der persönliche Assistent erwacht

Die neue KI-Infrastruktur gipfelt in einer grundlegend verbesserten Version von Siri. Mit iOS 26.4 soll der digitale Assistent Fähigkeiten erhalten, die denen großer Sprachmodelle (LLMs) nahekommen – bei unverändert hohem Datenschutzstandard. Berichten zufolge wird Siri natürlicher konversieren und sogar Tonlage sowie Emotionen des Nutzers verstehen können. Weitere Details werden voraussichtlich auf der WWDC 2026 enthüllt. Der Fokus liegt auf praktischem Nutzen im Alltag, etwa beim Verfassen von Texten oder Zusammenfassen von Benachrichtigungen.

Ein Milliarden-Wette auf das Vertrauen der Nutzer

Apple geht ein kalkuliertes Risiko ein: In Zeiten wachsender Datensorgen soll die vertrauenswürdigste KI auch die wertvollste sein. Die langjährige Reputation in puncto Privatsphäre wird so zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil umfunktioniert. Die für Frühjahr 2026 angekündigte Siri-Aktualisierung birgt jedoch kurzfristiges Ausführungsrisiko, während Konkurrenten ihre KI-Features bereits aggressiv ausrollen. Der Erfolg hängt daran, ob Apple nicht nur sichere, sondern auch ebenso leistungsfähige KI-Funktionen liefern kann wie die Konkurrenz.

@ boerse-global.de