Apple öffnet iPhone für Konkurrenz-Uhren in der EU
27.12.2025 - 19:54:12Apple ermöglicht in der EU erstmals die Weiterleitung von iPhone-Benachrichtigungen an Fremdhersteller-Smartwatches, limitiert die Funktion jedoch auf ein einziges Gerät. Die EU-Kommission sieht dies als Schritt zu mehr Wettbewerb.
Die EU-Kommission begrüßt Apples neue Benachrichtigungs-Weiterleitung als wichtigen Schritt zu mehr Wettbewerb. Doch die Öffnung des Ökosystems kommt mit strengen Grenzen.
Im dritten Quartal 2024 hatte die Brüsseler Behörde Apple offiziell aufgefordert, seine „Closed Garden“-Politik zu lockern. Jetzt reagiert der Konzern: Eine neue Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS 26.3 erlaubt es Nutzern in der EU erstmals, Systembenachrichtigungen an Smartwatches von Konkurrenten wie Garmin, Samsung oder Google weiterzuleiten. Bisher war diese tiefe Integration dem hauseigenen Apple Watch vorbehalten.
Was die neue Funktion konkret bringt
Nutzer finden die Option „Benachrichtigungs-Weiterleitung“ in den Einstellungen ihres iPhones. Aktiviert man sie für eine Fremd-Uhr, erhält diese nicht nur einen simplen Alert, sondern kann – ähnlich wie die Apple Watch – detaillierte Informationen anzeigen. Dazu gehören der Name der sendenden App und sogar Nachrichteninhalte.
Doch der Fortschritt hat einen deutlichen Haken: Die Weiterleitung funktioniert nur an ein einziges Zubehörteil gleichzeitig. Schaltet man sie für eine Garmin-Uhr ein, gehen die Benachrichtigungen auf einer bereits gekoppelten Apple Watch aus. Nutzer müssen sich also für ein primäres Wearable entscheiden – eine klassische „Entweder-oder“-Situation.
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EU-Kommission zeigt sich zufrieden – vorerst
Für die Wettbewerbshüter in Brüssel ist die Neuerung ein Schritt in die richtige Richtung. Sie sprechen von „neuen Möglichkeiten“ für europäische Verbraucher und einem „vernetzteren digitalen Ökosystem“. Die Maßnahme folgt auf die Aufforderung aus Dezember 2024, die Interoperabilität nach Artikel 6(7) des Digital Markets Act (DMA) zu verbessern.
Rechtsexperten sehen die Ein-Gerät-Beschränkung jedoch kritisch. Der DMA verlange „freie und effektive“ Interoperabilität. Die Frage bleibt: Zwingt Apple Nutzer mit dieser Limitierung indirekt doch zu einer Wahl – und damit möglicherweise zurück in sein eigenes Ökosystem? Diese Grauzone könnte 2026 noch für Diskussionen sorgen.
Apples Argument: Datenschutz als oberste Priorität
Der Technologie-Riese begleitet die Öffnung mit deutlichen Warnhinweisen. In der Dokumentation weist Apple darauf hin, dass mit der Weiterleitung sensible Daten – von Nachrichten bis zu medizinischen Alert – an Dritthersteller fließen. Deren Datenschutzpraktiken könne man nicht kontrollieren.
Diese Argumentation ist typisch für Apple. Schon bei früheren DMA-Anpassungen betonte das Unternehmen stets, seine geschlossene Architektur biete den besten Schutz. Jetzt öffnet man sich notgedrungen, behält aber das narrative Steuer in der Hand: Sicherheit geht vor.
Nur für Europa – der Rest der Welt guckt zu
Die neue Funktion ist strikt auf die 27 EU-Mitgliedstaaten beschränkt. Nutzer in den USA, Großbritannien oder anderen Regionen werden die Option in ihren Einstellungen vergeblich suchen. Für sie bleibt die Apple Watch das einzige Wearable mit voller iOS-Integration.
In Europa hingegen könnte sich der Markt spürbar verändern. Hersteller wie Garmin oder Google können iPhone-Besitzern nun ein deutlich besseres Nutzungserlebnis bieten. Komplexe Workarounds entfallen. Die Lücke zwischen Apple Watch und der Konkurrenz schrumpft – zumindest theoretisch.
Ausblick: Erst der Anfang der Öffnung?
Die Funktion ist aktuell nur in der Beta-Version von iOS 26.3 verfügbar. Mit einem öffentlichen Rollout rechnen Beobachter Anfang 2026. Es könnte der Startschuss für weitere Interoperabilitäts-Updates sein. Auf der Agenda der EU-Kommission stehen auch Themen wie „Proximity Pairing“ – also das einfache Koppeln von Geräten in der Nähe.
Wird diese Maßnahme die Wettbewerbshüter langfristig zufriedenstellen? Oder sind die eingebauten Beschränkungen so gravierend, dass bald die nächste Aufforderung aus Brüssel folgt? Die Beta-Testphase über die Feiertage wird erste Antworten auf die Stabilität der neuen Schnittstellen liefern. Für Apple bleibt es ein Balanceakt: Man muss der Regulierung genügen, ohne das lukrative Wearable-Geschäft zu gefährden.
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