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Apple öffnet iOS: Bessere Benachrichtigungen für Fremd-Smartwatches

19.01.2026 - 20:31:12

Apple reagiert auf den Digital Markets Act und ermöglicht erstmals die vollständige Weiterleitung von iPhone-Benachrichtigungen an Smartwatches von Konkurrenten wie Garmin.

Apple macht sein iPhone für Konkurrenz-Smartwatches zugänglicher. Ein neues Feature in der aktuellen Beta-Version von iOS 26.3 erlaubt erstmals die vollständige Weiterleitung von Benachrichtigungen an Geräte von Herstellern wie Garmin oder Fossil. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf den regulatorischen Druck durch den europäischen Digital Markets Act (DMA) und beendet eine lange Benachteiligung für Nutzer, die keine Apple Watch tragen möchten.

Vom Spiegel zur Integration

Bislang konnten Besitzer von Dritthersteller-Smartwatches Benachrichtigungen ihres iPhones oft nur eingeschränkt sehen und kaum damit interagieren. Das neue System „Notification Forwarding“ ändert das grundlegend. Es sendet den vollständigen Inhalt einer Meldung direkt an das gekoppelte Wearable. Nutzer erhalten so mehr Freiheit und Funktionalität am Handgelenk – ein Quantensprung gegenüber der bisherigen Spiegelung.

Die Funktion wird in den Einstellungen unter „Benachrichtigungen“ verwaltet. Kritisch ist eine Einschränkung: Es kann immer nur ein einziges Gerät als Ziel für die Weiterleitung festgelegt werden. Wählt ein Nutzer seine Garmin-Uhr, werden Benachrichtigungen auf der Apple Watch automatisch stummgeschaltet. Zudem lässt sich feingranular steuern, welche Apps überhaupt Meldungen weiterleiten dürfen.

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Ein Segen für Fitness- und Outdoor-Uhren

Die Neuerung ist vor allem für die große Gruppe von iPhone-Nutzern mit Spezialuhren ein Game-Changer. Marken wie Garmin oder Polar, deren Geräte auf Fitness und Outdoor-Aktivitäten spezialisiert sind, waren auf iOS bisher deutlich eingeschränkter als auf Android. Künftig können sie volle, interaktive Benachrichtigungen anzeigen. Das schließt eine lange bestehende Funktionslücke und macht diese Wearables für die iPhone-Community deutlich attraktiver.

Zusätzlich vereinfacht die Beta-Version in der EU das „Proximity Pairing“ für Fremd-Zubehör. Der erste Kopplungsvorgang soll so einfach werden wie bei AirPods – ein weiterer Schritt zu mehr Offenheit.

Der DMA als Treiber der Öffnung

Hinter der scheinbar großzügigen Geste steht klarer Regulierungsdruck. Der europäische Digital Markets Act verpflichtet sogenannte „Gatekeeper“-Unternehmen wie Apple, ihre Plattformen für Drittanbieter zu öffnen. Die EU-Kommission hat explizit gefordert, dass Kernfunktionen wie Benachrichtigungen auch für konkurrierende Hardware zugänglich sein müssen.

Auch in den USA steht Apple wegen seiner Smartwatch-Praktiken im Fokus von Kartellbehörden. Indem das Unternehmen die Benachrichtigungs-Beschränkungen nun lockert, könnte es regulatorischen Gegenwind abschwächen. Obwohl das Feature offiziell für den europäischen Markt gedacht ist, tauchen die Einstellungen in der globalen Beta auf – ein Hoffnungsschimmer für Nutzer weltweit.

Riss in der „Walled Garden“-Strategie

Die erzwungene Öffnung ist ein strategisch bedeutsamer Riss in Apples berühmt-berüchtigtem „Walled Garden“. Bislang war die nahtlose Integration zwischen iPhone und Apple Watch ein mächtiges Lockmittel für den Kauf des gesamten Ökosystems. Indem Apple diesen Vorteil für Konkurrenzprodukte aufweicht, gibt es einen zentralen Hebel aus der Hand.

Könnte dies den Wearable-Markt beleben? Durchaus. Hersteller können nun um die Gunst der iPhone-Besitzer werfen, ohne ihnen wesentliche Funktionen vorzuenthalten. Die Vision: Nutzer kombinieren ihr Lieblings-Smartphone mit ihrer Lieblings-Uhr, ohne große Kompromisse. Apple selbst warnt jedoch vor potenziellen Datenschutzrisiken, wenn volle Benachrichtigungsinhalte an Drittfirmen gehen.

Was Nutzer jetzt erwarten können

Die zweite Beta von iOS 26.3 erschien am 12. Januar 2026. Die finale öffentliche Version wird für Ende Januar oder Februar erwartet. Die vollständige Funktionalität soll noch 2026 für EU-Nutzer bereitstehen.

Jetzt liegt der Ball bei den Drittherstellern. Sie müssen wahrscheinlich ihre Begleit-Apps und Firmware aktualisieren, um die neuen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Für Verbraucher markiert die Änderung den Beginn einer Ära mit mehr Wahlfreiheit – ein klares Zeichen, dass selbst die geschlossensten Ökosysteme dem globalen Regulierungsdruck nicht standhalten können.

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