Apple, Wechsel

Apple macht Wechsel zu Android so einfach wie nie

16.01.2026 - 00:12:12

Apple öffnet seinen berühmten „Walled Garden“: Ein neues, integriertes Tool im iPhone erleichtert den Umstieg auf Android massiv. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf regulatorischen Druck und könnte den Smartphone-Markt neu aufmischen.

Die größte Hürde für einen Systemwechsel fällt weg. In der aktuellen Beta-Version von iOS 26.3 fanden Entwickler eine native „Zu Android übertragen“-Funktion. Sie ist direkt in den Einstellungen unter „Allgemein > iPhone übertragen oder zurücksetzen“ zu finden. Statt umständlicher Kabel oder Drittanbieter-Apps genügt künftig ein simpler Prozess: Nutzer legen ihr iPhone neben das neue Android-Gerät, scannen einen QR-Code und starten die drahtlose Übertragung.

Das Tool überträgt Kerndaten wie Fotos, Nachrichten, Kontakte und Kalender. Doch es gibt Grenzen: Plattformspezifische und geschützte Informationen aus der Health-App, Apple Watch-Daten oder gesperrte Notizen bleiben außen vor. Die finale Version für alle Nutzer wird noch für Ende Januar 2026 erwartet.

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Die Checkliste für einen reibungslosen Umstieg

Ein erfolgreicher Wechsel erfordert Vorbereitung. Diese Schritte sind essenziell:

  1. Sicherheitsnetz spannen: Erstellen Sie ein vollständiges iCloud-Backup Ihres iPhones. Es dient als Rettungsanker, falls während der Migration etwas schiefgeht.
  2. App-Landschaft prüfen: iOS-Apps lassen sich nicht übertragen. Suchen Sie deshalb vorab nach den Android-Pendants im Google Play Store. Bei Diensten wie Spotify oder Netflix sind Ihre Daten meist accountgebunden und synchronisieren sich automatisch.
  3. Apple-Dienste ersetzen: Steigen Sie vor dem Wechsel auf plattformübergreifende Alternativen um – etwa von Apple Notes zu Notion oder von iCloud Drive zu Dropbox. Prüfen Sie auch Abos, die über den App Store laufen.

So migrieren Sie Ihre wertvollsten Daten

Auch mit dem neuen Tool bleibt die gezielte Vorbereitung zentraler Daten sinnvoll.

  • Kontakte & Kalender: Die eleganteste Lösung ist die Synchronisation mit einem Google-Konto noch auf dem iPhone. Die Daten erscheinen dann automatisch auf dem neuen Android-Gerät.
  • Fotos & Videos: Für die komplette Mediathek ist die Google Fotos-App auf dem iPhone die zuverlässigste Methode. Sie lädt die gesamte Bibliothek in die Cloud hoch.
  • Die iMessage-Falle: Der kritischste Schritt! Deaktivieren Sie iMessage und FaceTime in den iPhone-Einstellungen, bevor Sie die SIM-Karte entnehmen. Sonst landen SMS von iPhone-Nutzern weiter im iMessage-System und erreichen Ihr neues Android-Handy nicht.

Regulatoren erzwingen mehr Offenheit

Apples Schritt ist kein reiner Kundenservice. Er steht im Kontext einer globalen Regulierungswelle, die geschlossene Ökosysteme aufbrechen will. Treiber ist vor allem die EU mit ihrem Digital Markets Act (DMA). Das Gesetz zwingt „Gatekeeper“-Plattformen wie Apple, die Barrieren für Nutzer zu senken.

Die erleichterte Datenportabilität ist eine direkte Antwort auf diesen Druck. Sie folgt anderen Annäherungen der Konkurrenten, wie der angekündigten Unterstützung des modernen RCS-Nachrichtenstandards in Apples Message-App. Die Regulierung zwingt die Tech-Giganten zur Zusammenarbeit – zum Vorteil der Verbraucher.

Was die Zukunft bringt

Die neuen Tools werden den Wechsel zwischen den Systemen spürbar erleichtern und den Wettbewerb im Smartphone-Markt verschärfen. Doch einige Hürden bleiben: App-spezifische Daten und Einstellungen ohne plattformübergreifende Unterstützung müssen weiter manuell übertragen werden.

Langfristig zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Die Wahl des Smartphones könnte sich künftig stärker an Hardware und Features orientieren – und weniger an dem Ökosystem, in dem die Daten gefangen sind. Der Druck der Regulierer zeigt Wirkung.

@ boerse-global.de