Apple, KI-Apps

Apple kämpft mit KI-Apps und politischem Druck

15.01.2026 - 17:58:12

US-Politiker fordern die Entfernung von X und Grok aus dem App Store, während eine Flut zweifelhafter KI-Apps Apples Kontrollen herausfordert.

Apple gerät erneut wegen seiner App-Store-Richtlinien in die Kritik. Auslöser sind wachsende Sicherheitsbedenken bei KI-Anwendungen und politischer Druck aus den USA.

US-Senatoren fordern Entfernung von X und Grok

Mehrere US-Senatoren drängen Apple und Google aktuell, die Apps von X (ehemals Twitter) und den KI-Dienst Grok aus den Stores zu nehmen. Grund sind Berichte über die massenhafte Erstellung nicht-einvernehmlicher, sexualisierter Bilder durch den KI-Bildgenerator. Die Politiker argumentieren in einem Schreiben, dies verstoße klar gegen die Plattform-Regeln. Die Forderung stellt Apples Überprüfungsprozesse erneut auf die Probe.

Flut zweifelhafter KI-Anwendungen im Store

Seit Ende 2024 warnen Experten vor einer Welle von KI-Apps, die mit dem Hype schnellen Profit machen wollen. Viele locken mit kostenlosen, aber oft unbrauchbaren Features – der volle Umfang steckt hinter teuren Abos. Sicherheitsforscher sehen eine neue Gefahr: Betrüger nutzen KI-Tools, um seriös wirkende Apps zu bauen, die den Review-Prozess umgehen. Einmal installiert, zielen sie auf Nutzerdaten oder betrügen Werbetreibende.

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KI-Apps bringen nicht nur Innovationspotenzial, sondern auch neue rechtliche Pflichten für Anbieter und Plattformen. Die EU-KI-Verordnung ist seit dem 1. August 2024 in Kraft und verlangt u. a. Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und umfassende Dokumentationspflichten – Fristen laufen bereits. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Anforderungen Entwickler, App-Stores und Unternehmen jetzt beachten müssen und wie sich Risiken systematisch minimieren lassen. Kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen

Apples Balanceakt: Datenschutz vs. KI-Funktionen

Apple betont sein Engagement für Datenschutz. Bei einer Software-Vorstellung diese Woche versicherte der Konzern, keine Nutzerinhalte zum KI-Training zu verwenden. Für rechenstarke Aufgaben setzt Apple auf „Private Cloud Compute“. Daten sollen hier nur für die jeweilige Anfrage genutzt und nicht gespeichert werden. Doch Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht, besonders bei der Integration von Diensten wie ChatGPT. Seit Ende 2025 müssen Entwickler explizit die Zustimmung der Nutzer einholen, wenn persönliche Daten mit KI-Dienstleistern geteilt werden.

Regulatorischer Druck von allen Seiten

Die Herausforderungen sind Teil eines größeren Spannungsfelds. In der EU zwingt der Digital Markets Act (DMA) Apple, sein Ökosystem für alternative App-Stores zu öffnen. Der Konzern warnt, dies könne die etablierten Schutzmechanismen gefährden. Gleichzeitig fordern Generalstaatsanwälte aus 42 US-Bundesstaaten strengere Kontrollen gegen schädliche KI-Inhalte. Die Cybersicherheitslandschaft verändert sich rasant – Angreifer nutzen KI für raffiniertere Attacken.

Neue Sicherheitsfunktionen in der Testphase

Als Reaktion testet Apple aktuell „Background Security Improvements“. Dieses System soll kritische Updates für Komponenten wie die Browser-Engine WebKit schneller ausspielen – ohne ein vollständiges iOS-Update. Branchenbeobachter erwarten, dass der Druck auf Apple anhalten wird. Die Balance zwischen KI-Innovation und Nutzerschutz bleibt eine zentrale Herausforderung für den Konzern in diesem Jahr.

@ boerse-global.de