Apple, Staatstrojaner

Apple iPhones blockieren Staatstrojaner trotz neuer Gesetze

01.01.2026 - 18:24:12

Moderne iPhones erschweren heimliche Überwachung durch biometrische Sicherheit. Ermittler setzen auf teure Zero-Click-Exploits, die jedoch nur kurzzeitig wirken und die Sicherheit aller gefährden.

Ein aktueller FAZ-Bericht zeigt ein Paradoxon: Neue Berliner Gesetze erlauben zwar das heimliche Installieren von Überwachungssoftware, doch moderne iPhones machen dies technisch fast unmöglich. Der Grund ist eine Sicherheitsfunktion, die ursprünglich Diebe abwehren sollte.

Physischer Zugriff? Ohne Gesicht geht nichts

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat kürzlich das Sicherheitsgesetz (ASOG) novelliert. Es erlaubt Ermittlern nun, Wohnungen heimlich zu betreten, um Staatstrojaner zu installieren. Doch genau hier liegt das Problem: Apples „Schutz für gestohlene Geräte“ verlangt für kritische Änderungen zwingend die biometrische Authentifizierung des Besitzers – per Face ID oder Touch ID.

Der teure Weg: Zero-Click-Exploits

Weil die einfache Methode nicht funktioniert, setzen Behörden laut Analyse fast ausschließlich auf Zero-Click-Exploits. Diese hochkomplexen Angriffe benötigen keine Interaktion des Opfers. Sie nutzen versteckte Schwachstellen in Systemdiensten, etwa bei der Verarbeitung von iMessage-Nachrichten.

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Doch dieser Weg ist extrem teuer und aufwendig:
* Jede entdeckte Sicherheitslücke schließt Apple schnell.
* Ständig müssen neue, unbekannte Schwachstellen gefunden werden.
* Die Kosten für eine einzelne Infiltration liegen im Millionenbereich.

Für eine flächendeckende Überwachung sind diese Werkzeuge daher untauglich. Sie bleiben Einzelfällen mit hohem Ziel vorbehalten.

Das Katz-und-Maus-Spiel um die Dauerhaftigkeit

Selbst eine gelungene Infektion ist oft nur von kurzer Dauer. Moderne Staatstrojaner auf iPhones überleben einen einfachen Neustart meist nicht. Da Smartphones aber häufig neu starten – etwa nach Updates –, verlieren Ermittler ihren Zugriff regelmäßig.

Überwachungsfirmen antworten darauf mit Automatisierung: Sobald sich das Zielgerät nach einem Neustart wieder online meldet, wird sofort und unsichtbar ein neuer Exploit nachgeschickt. Dieses permanente Hinterherjagen erhöht jedoch das Risiko, entdeckt zu werden.

Warnungen an Nutzer und Kritik am Gesetzgeber

Die Veröffentlichung des Berichts folgt kurz auf Apples jüngste Warnrunde: Das Unternehmen warnte kürzlich Nutzer in über 80 Ländern vor möglichen staatlichen Hackangriffen. Experten sehen darin eine Bestätigung, dass Sicherheitsmaßnahmen wie der Lockdown-Modus wirken.

Datenschützer kritisieren indes die wachsende Kluft zwischen Politik und Technik. Während der Gesetzgeber Befugnisse ausweitet, gefährden offengehaltene Sicherheitslücken für staatliche Zwecke die IT-Sicherheit aller. Die Frage bleibt: Fordert die Politik künftig gesetzliche Hintertüren – oder passt sie ihre Ermittlungsstrategien der technischen Realität an?

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